Situation in Gailhof bleibt chaotisch

Eine Gruppe Gailhofer demonstrierte der Presse am Mittwoch, wie kompliziert die Straßenquerung für Fußgänger an der Kreuzung in Gailhof trotz der Ampelanlage ist, denn die berücksichtigt auf dieser Seite der Kreuzung nur die Autofahrer. Die Kinder tragen einen der Begrenzungspfosten vor sich her, den die Lastwagen regelmäßig umfahren. Im Vordergrund sind die Straßenschäden durch die Verkehrsbelastung zu erkennen. Foto: A. Wiese

Fußgänger können Kreuzung nur unter großen Gefahren überqueren

Gailhof (awi). Spätestens Anfang Dezember sollen die Bauarbeiten auf der Autobahn 7 zunächst bis April 2019 beendet sein – eine Verschnaufpause für die vom Umleitungsverkehr gebeutelten Wedemärker Dörfer. Elze, Meitze und Gailhof leiden besonders unter den Auto- und Lkw-Schlangen, die sich tagtäglich durch ihre Orte wälzen. In Gailhof haben Anwohner am Mittwoch bei einem Pressetermin erneut auf die brandgefährliche Querungssituation für Fußgänger an der Kreuzung der Landesstraße mit der Straße Am Rundhorn aufmerksam gemacht.
Hier gibt es zwar mittlerweile eine Ampel. Doch Fußgängern ermöglicht sie ausschließlich die sichere Querung der Straße Am Jugendheim. Fußgänger, die auf der anderen Seite der Kreuzung in den Straßen Zum Rundhorn oder Grenzheide wohnen, müssen die Straße parallel mit dem Autoverkehr queren - eine exrem gefährliche Situation, wie die praktische Demonstration am Mittwoch zeigte. Doch eine Fußgängerampel für diese Seite ist nicht genehmigungsfähig, weil es an der Straße Am Rundshorn keinen Fußweg gibt, nur einen Trampelpfad. Dessen Begrenzungspfähle zur Straße werden von den Lastwagen regelmäßig umgefahren, wie man auch am Mittwoch wieder sehen konnte. Kinder hier langgehen zu lassen wäre viel zu gefährlich und so liegt der gerade im letzten Jahr neu bestückte Spielplatz an der Grenzheide seit Monaten verwaist da. „Soviel zur kinderfreundlichen Kommune Wedemark“, ärgert sich Anwohner Ingo Brüggemann: „Gerne lässt man sich ablichten, und zeigt wie ,rührig‘ man ist. Es werden Gremien und Diskussionsrunden eingerichtet. Doch bis jetzt hat man es nur geschafft, eine provisorische, nicht vollständig funktionierende Ampel einzurichten.“ Gailhof habe einen einzigen Kinderspielplatz. Und der sei seit etwa einem Jahr unbespielt. Die Kinder könnten wegen des dichten Verkehrs und wegen der in dieser Richtung nicht funktionierenden Ampel nicht gefahrlos dorthin gelangen. Die Anwohner fordern eine feststehende, durchdachte Ampel-Anlage, denn sie sind überzeugt, dass auch nach Abschluss der aktuellen Autobahnbaustelle durch Unfälle und kurzfristige Baumaßnahmen der Autobahnverkehr weiter durch Gailhof fließen wird. Der für Fußgänger nutzbare Trampelpfad an der Straße Zum Rundshorn sei in einem dermassen schlechten Zustand, dass Kinder, alte Leute und Radfahrer ihn nicht benutzen können. „Hier muss unbedingt Abhilfe geschaffen werden“, fordert Ingo Brüggemann.
Die Fussgänger-Ampel an der Celler Straße vor dem Salon Kersten werde bei Rot von Lkw- Fahrern in der Regel missachtet, da bekannt sei, dass dort nicht geblitzt werde. Die Anwohner von Gailhof fordern ein feststehendes Blitz-Gerät ein, wie es in Fuhrberg stehe. Wenn von den Einnahmen, die beschädigten Straßen saniert würden, würde sich der Missmut der Autofahrer über das Blitzgerät in Grenzen halten, ist Brüggemann überzeugt.