So produktiv ist Homeschooling

Mats Fricke (von links) und sein Vater Harald, Gabriel Luczyk, Hanna Anschütz und Kunstlehrerin Stephanie Westphal vor der Litfasssäule mit den Plakaten an der Ecke Ortsriede/Schaumburger Straße. Foto: A. Wiese

Klasse 8D des Gymnasiums präsentierte Plakate auf zwei Litfasssäulen

Mellendorf (awi). In der Klasse 8D des Gymnasiums Mellendorf haben die Schüler im Homeschooling im Fach Kunst Plakate unter dem Motto „Plakate, die etwas zu sagen haben“ erstellt. Und weil ein Vater, nämlich Harald Fricke, eine Werbeagentur hat, gab es die Chance drei Plakate stellvertretend für die Klasse 8D an zwei Litfasssäulen in Mellendorf zu präsentieren. Die Schüler möchten mit dieser Aktion gerne öffentlichkeitswirksam zeigen, wie produktiv das Homeschooling sein kann.
Ihr Glück, dass Mats Fricke in ihrer Klasse ist und seinem Vater nicht nur die Agentur Reklame Fricke, sondern auch Werbetafeln und Litfasssäulen gehören. „Ich wollte das Projekt unbedingt unterstützen“, so Harald Fricke, der das mittelständische Unternehmen mit Sitz in Bissendorf mittlerweile in vierter Generation führt und seine Werbetafeln im letzten Jahr auch für das Projekt „zusammen–wedemark.de“ zur Verfügung gestellt hat. Eine Jury wählte stellvertretend drei Plakate aus, die alle digital erstellt wurden und so gut reproduzierbar waren: Mats Fricke hat für seine Ansammlung bunter Smarties den Titel „Alle Menschen sind gleich“ gewählt: viele verschiedene Farben, aber alle in einem Glas. „Menschenrechte werden viel zu wenig thematisiert“, ist der Schüler überzeugt. Über seinem Plakat klebt das seiner Klassenkameradin Hanna Anschütz. Sie hat sich für den Themenbereich Ernährung entschieden. „Ich wollte etwas darstellen, was viele noch nicht wissen und habe zum Thema Mikroplastik in Fisch recherchiert“, berichtet sie beim Pressetermin vor Ort. Denn über Schwermetalle in Fisch fände man viele Informationen, aber wenig über den Anteil von Mikroplastik. Auf der Website von Greenpeace sei sie fündig geworden. „Eine Studie wies Mikroplastik in den Mägen von 63 Prozent der untersuchten Nordseegarnelen nach“, ist auf ihrem Plakat zu lesen, das zwei Fische auf einem Teller zeigt. Darüber steht „Wir essen unser Plastik“. Und darunter: „Du möchtest helfen? Kaufe doch zum Beispiel eine Kleidung aus Baumwolle, da beim Waschen textiler Stoffe wie Polyester Mikroplastik ins Meer und damit auf unsere Teller gelangt. Weitere Ideen findest du auf Greenpeace.de.“
Mit einer sozialen Problematik hat sich Gabriel Luczyk auseinandergesetzt und den Analphabetismus thematisiert. Über einer Buchstabenansammlung á la Scrabble steht „Analphabetismus ist der Anfang vieler weiterer Proble. Wenn Sie das lesen können, dann helfen Sie den Menschen, die es nicht tun können.“ Es gibt noch nicht so viel zu dieser Problematik hat Gabriel festgestellt. Kunstlehrerin Stephanie Westphal ist sehr zufrieden mit den Ergebnissen des Projekts. Ganz bewusst habe sie ihren Schülern die Themen frei gestellt. „Sie sollten sich etwas aussuchen, was ihnen am Herzen liegt.“ Gemeinsam mit Schulleiterin Kat-rin Meinen betont sie, dass die drei von einer Jury ausgewählten Arbeiten stellvertretend für die beeindruckenden Werke der ganzen Klasse stehen. Harald Fricke hat sig-nalisiert, dass diese Art der öffentlichkeitswirksamen Präsentation durchaus wiederholt werden könnte. Denn nicht nur den Schülern hat es großen Spaß gemacht.