Sogar Freunde in Aserbaidschan

Die Bundestagsabgeordnete Caren Marks (Mitte) ermöglichte den Stipendiaten Daniel Brüggemann und Charlotte Dase einen zwölfmonatigen Aufenthalt in der USA. Foto: S. Birkner

SPD zieht Bilanz mit USA-Stipendiaten

Mellendorf (sb). Dass sich deutsche Austauschschüler in den Vereinigten Staaten nahezu perfekt integrieren können, beweist das Beispiel von Charlotte Dase. Die 18-Jährige, die im vergangenen Jahr aus der USA zurückkam, hat immer noch einen festen Freund in ihrem Austauschort. In der vergangenen Woche zog sie mit Daniel Brüggemann, der ebenfalls ein Jahr in den Vereinigten Staaten verbrachte, eine Bilanz ihres Austauschprogramms. Gemeinsam mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Caren Marks kamen sie dabei zu dem Schluss, dass ein längerer Auslandsaufenthalt in jedem Fall erstrebenswert ist. Dase und der 22-jährige Brüggemann hatten 2009 mit dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) dank Marks ein Vollstipendium für einen Aufenthalt in der USA erhalten. Dase, die in einer kleinen Stadt im Bundesstaat Idaho das „Junior Year“, also die elfte Klasse einer Highschool besuchte, faszinieren besonders die internationalen Kontakte, die ein solches Austauschjahr mit sich bringt. „Neben vielen Bekanntschaften in meinem amerikanischen Heimatort habe ich auf Seminaren meiner Austauschorganisation junge Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt“, sagte sie. So entstehe ein regelrechtes Netzwerk von Austauschschülern, das ihr Kontakte in fremde Länder wie Aserbaidschan erlaube. Inzwischen arbeitet Dase ehrenamtlich für die Austauschorganisation „Partnership International“ und leitet dort bereits Seminare für zukünftige Stipendiaten.
Brüggemann besuchte die USA nicht während seiner Schulzeit, sondern nach der erfolgreichen Beendigung seiner Ausbildung. Dabei zog es den damals 20-Jährigen in den Bundesstaat Minnesota, wo er ein halbes Jahr lang seine Kenntnisse als Fluggerätemechaniker vertiefte. „Die Art und Weise, zu lernen, ist in den Vereinigten Staaten ganz anders. Während in Europa alles sehr theoretisch ist, wird dort viel Wert auf Praxis gelegt“, fasste Brüggemann seine Erlebnisse zusammen. Während der anderen sechs Monate seines Jahresaufenthalts jobbte Brüggemann in einem Spielzeuggeschäft. Die beiden Wedemärker, die damals von Marks als Stipendiaten bestimmt wurden, verdanken ihr Auslandsjahr im Wesentlichen der Bundestagsabgeordneten. „Es gibt in Deutschland jährlich etwa 360 Plätze für das PPP, wobei jedoch nicht gewährleistet ist, dass das Programm in jedem Wahlkreis verfügbar ist“, sagte sie. Darüber entscheide die Eigeninitiative des Parlamentariers.Übrigens waren die Dase und Brüggemann wahrscheinlich nicht zum letzten Mal in den USA: Beide können sich gut vorstellen, einmal dort zu leben. „Ich würde gerne an einem College studieren“, erzählte Dase. Und wer weiß: Vielleicht hat dank der Erfahrungen mit dem PPP sogar eine vom Atlantik getrennte Partnerschaft eine Chance.