Sommereis für den Sportnachwuchs

Laufschule für die Kleinsten des ESC Wedemark Scorpions ist jetzt wieder möglich, allerdings nur im Duo und auf abgeteilten Arealen, doch das stört die eishockeybegeisterten Kids nicht. Foto: A. Wiese
 
Ingo Haselbacher prüft die Wassertemperatur. Foto: A. Wiese

Das gab es noch nie: Eisstadion und Spaßbad sind parallel in Betrieb

Mellendorf (awi). Es ist das erste Mal in der Geschichte des Eisstadions, dass die Eisfläche und das Spaßbad über eine ganze Saison parallel betrieben werden. Sonst hatte sich der Betrieb im September höchstens mal für ein paar Tage überschnitten. Doch bei Corona ist alles anders: Der Nachwuchs des ESC Wedemark Scorpions und auch des Kooperationspartner s ECH Indians durfte wegen der Pandemiebestimmungen die ganze Wintersaison über nicht trainieren. Das muss die Eishockeyjugend und der Eiskunstlaufnachwuchs jetzt nachholen. Und das Spaßbad öffnet nach jetzigem Stand am 31. Mai seine Tore – vorbehaltlich eines sich weiter kontinuierlich verbessernden Infektionsgeschehens.
Für die Sport- und Freizeit GmbH als Betreiber der Hus-de-Groot-Eisarena ist dies aber auch die Gelegenheit, etwas Geld in die erschreckend leere Kasse zu bekommen. Denn in Mellendorf gibt es derzeit fast deutschlandweit die einzige Eisfläche. Und so erhält Geschäftsführer Ingo Haselbacher Anfragen aus Wolfsburg und Hamburg, aber sogar aus München. Eis im Sommer ist sehr teuer 238 Euro die Stunde inklusive Mehrwertsteuer kostet die Miete für die Eisfläche, aber das sind die Vereine gerne bereit zu bezahlen, um Trainingsmöglichkeiten zu bekommen. Denn dadurch, dass die Wintersaison praktisch ausgefallen ist, sind die Vereinskassen teilweise recht gut gefüllt, zumal es wie auch für den Jugendbereich des ESC Wedemark und der Indians Fördergelder vom Landessportbund gibt. 60.000 Euro haben die beiden Vereine erhalten, damit sind die Kosten für das Training auf dem Sommereis zu 70 Prozent gedeckt, so Haselbacher.
Erwachsene kommen nicht aufs Sommereis, lediglich für die Damen der Indians gibt es eine Ausnahme. Ansonsten ist die Eisfläche Kindern und Jugendlichen vorbehalten, allerdings nur auf Vereinsebene. Öffentlicher Eislauf ist nach wie vor nicht möglich. Und für das Nachwuchstraining gelten strenge Regeln: Jan Hemmes, Cheftrainer der Kooperation Scorpions-Indians, und der Leiter der Laufschule, Sebastian Lehmann – zukünftiger kaufmännischer Auszubildender beim ESC –, haben die Lauffläche mit sogenannten Toblerones unterteilt: Die insgesamt 250 Kinder von vier bis 17 Jahren dürfen auf den abgesperrten Arealen immer nur im Duo trainieren: Skaten, Lauftechnik, Stickhandling, Dribbeln und Pässe, aber Checken und Berühren ist tabu. „Unsere Kids sind aber so happy, dass sie überhaupt wieder aufs Eis dürfen, dass sie alles mitmachen“, weiß Ingo Haselbacher, dessen Sohn Karl selbst vom Eishockeyfieber gepackt ist. Wettkämpfe sind natürlich noch nicht in Sicht, doch Haselbacher schließt nicht aus, dass es vielleicht noch in diesem Sommer erste Freundschaftsspiele geben könnte, wenn sich das Infektionsgeschehen weiterhin so positiv entwickelt.
Für die Sport- und Freizeit GmbH bedeutet der parallele Betrieb von Eisfläche und Spaßbad eine Vollzeitstelle obendrauf, denn Schwimmmeister Sven Heuer macht jetzt Eis. Für das Bad wurde daher Margrit Berndt zusätzlich eingestellt und beaufsichtigt zusammen mit Stefan Anders den Badebetrieb und gibt Schwimmkurse. Das Angebot, das Bad stundenweise für 50 Euro die Stunde privat zu mieten, wird gut angenommen, dennoch fiebern Ingo Haselbacher und sein Team natürlich der offiziellen Eröffnung entgegen. Die ist jetzt erst einmal für den 31. Mai geplant, mit dem bewährten Hygienekonzept aus dem letzten Jahr: Einbahnstraßenregelung im Bad, abgeteilte Bahnen im Schwimmerbecken für verschiedene Schwimmgeschwindigkeiten im 23 Grad warmen Wasser. Geschwommen werden muss im Kreis, Umkleiden und Duschen bleiben zu. Haselbacher hofft allerdings mit sinkenden Inzidenzwerten auf weitere Lockerungen. Die Eintrittspreise bleiben wie letztes Jahr: 3,50 Euro für Erwachsene, 2,50 Euro für Kinder, Zehnerkarten entsprechend für 30 und 20 Euro. Und auch Saisonkarten würde Haselbacher gerne anbieten, obwohl die Saison durch die späte Öffnung verkürzt ist. Denn länger als bis Ende August werde das Bad wohl nicht aufhaben, mutmaßt der Geschäftsführer.
Finanziell bedeutet das natürlich Einbußen, noch ist ja auch gar nicht klar, ob es wettertechnisch einen Badesommer geben wird. Gut also, dass es die Basiszuschüsse der Gemeinde Wedemark gibt und jetzt zusätzlich die Einnahmen für die Eisbahn, auch wenn die durch den Eisbetrieb so gut wie aufgebraucht werden. Doch der Start in die Badesaison motiviert Ingo Haselbacher und sein Team, das gerade seinen Rettungsschwimmerschein erneuert hat, sehr. Die Spielgeräte wurden aufgehübscht, der Zaun erneuert und am Kleinkindbecken Vorrichtungen für ein Sonnensegel montiert, das sich die Mütter gewünscht hatten.