Sorge um das "Kreuz des Ostens"

Aline Kolletzki (von links), Michael Papke und Marco Kurz vom Ortsverband Wedemark Bündnis 90/Die Grünen am Kreuz des Ostens, dessen Verfall ihnen Sorge bereitet. Foto: Die Grünen 

Grüne wünschen sich mehr Denkmalpflege

Mellendorf. Mitglieder des Günen-Ortsverbandes Wedemark sorgen sich um den Zustand des Denkmals „Kreuz des deutschen Ostens“ in Mellendorf. Sie haben den „Internationalen Denkmaltag“ am 18. April für eine Bestandsaufnahme genutzt. Jetzt wollen sie den Ortsrat Mellendorf um Unterstützung bei dem Schutz und der Pflege des Denkmals bitten.
Schon vor drei Jahren war Marco Kurz aus Mellendorf aufgefallen, wie marode das Denkmal am Ortsrand des Gemeindeteils Mellendorf in der Wedemark aussieht: „Am Kreuz fallen Buchstaben ab und auf dem Gedenkstein auch.“  Beim Ortstermin haben die Grünen-Mitglieder des Ortsvereins über die Bedeutung des Denkmals diskutiert. „Dieses Denkmal erinnert auch und gerade an Flucht und Vertreibung,“ so Michael Papke. Millionen Deutsche hätten wegen des Zweiten Weltkriegs ihre Heimat verlassen müssen. Aus Erzählungen ihrer Großeltern wissen Papke und Kurz, wie schwierig es für ihre schlesischen und ostpreußischen Vorfahren war, in Niedersachsen ein sicheres Zuhause zu finden. „Die waren hier kaum willkommen, gab es doch viel Hunger und Elend und so wenig zu verteilen,“ meint Papke. Auch diesem Teil der deutschen Geschichte solle man gedenken und daraus Lehren ziehen. Die Grünen sind überzeugt: Die richtige Antwort darauf sei Europa, das als eine Union der Länder den Frieden für alle sichere. Für Aline Kolletzki weist das Kreuz des deutschen Ostens deshalb auch in die Gegenwart. „Mir ist der Erhalt des Denkmals wichtig, damit die Erinnerung an Flucht und Vertreibung für kommende Generationen sichtbar bleibt und lebendig erhalten wird. Denn auch aus dieser Erfahrung ist ein Europa gewachsen, in dem sich diese Geschichte nicht wiederholen könnte – und darauf können wir stolz sein.“
Und dieser Einsatz für Frieden und Menschenrechte weise weit über Europa hinaus: Mit viel ehrenamtlichem Engagement seien Menschen gerettet worden, die vor Krieg und Gewalt flohen. Europa dürfe jetzt nicht anfangen, das Recht auf Leben und Seenotrettung zu ignorieren und Grenzländer wie Italien, Malta und Griechenland alleine lassen.
Eine Konsequenz aus dem Zweiten Weltkrieg sei das Recht auf Asyl genauso wie die Friedenssicherung durch den europäischen Pluralismus. „Wir können doch nicht weghören, wegsehen und schweigen und uns in den Nationalismus und Rechtspopulismus abgrenzen. Das löst kein Problem sondern schafft neue“, sagt Kolletzki. Die Lösung für die Schwierigkeiten mit Migration und das Beendigen von Fluchtursachen könne man nur in gemeinsamer Zusammenarbeit in der EU finden.
„Als deutsche Bürgersollten wir nicht vergessen, dass auch wir ein Kapitel in unserem Geschichtsbuch haben, in dem viele von uns vertrieben wurden und flüchten mussten,“ mahnt Kurz. Die drei Grünen sehen das „Deutsche Kreuz des Ostens“ als eine Brücke, die aus der Vergangenheit erinnert und für die Zukunft mahnt. Deswegen „ist es besonders wichtig, das eine Erinnerungskultur auch gepflegt wird.“