Soziales Kaufhaus finanziert sich eigenständig

In der vergangenen Woche zogen Mitglieder der SPD-Ratsfraktion gemeinsam mit den Helferinnen des Sozialen Kaufhauses eine sehr positive Zweijahresbilanz. Foto: S. Birkner

Wedemärker SPD zieht mit Ehrenamtlichen Zweijahresbilanz

Mellendorf (sb). Ursprünglich sollte das Soziale Kaufhaus nur ein den Wegfall einer Kleiderkammer in der Wedemark kompensieren. Längst hat die Einrichtung den Status einer „besseren Kleiderkammer“ hinter sich gelassen und ist zu einer Adresse für Wedemärker jeder sozialen Schicht geworden. „Obwohl Einrichtungen wie soziale Kaufhäuser tendenziell ein Angebot an finanziell Schwächere sind, sind unter unseren Kundinnen längst nicht mehr nur solche, die wirklich jeden Euro umdrehen müssen“, freute sich Initiatorin Regina Niehoff. In der vergangenen Woche empfingt das ausschließlich Soziale Kaufhaus Besuch der Wedemärker SPD-Fraktion, bei dem neben der Bundestagsabgeordneten Caren Marks insbesondere Mitglieder des Sozialausschusses zugegen waren. Wie Niehoff berichtete, hat sich die Zahl der mitarbeitenden Frauen innerhalb eines Jahres von neun auf 17 gesteigert. „Trotz der großen Anzahl an Helferinnen ist nie jemand überflüssig. Das bestätigt unseren Erfolg“, freute sich Niehoff. Seit seiner Gründung vor knapp zwei Jahren habe sich das Soziale Kaufhaus stets über die Einnahmen selbst finanziert. „Anfangs hatten wir Bedenken, ob das funktionieren würde, inzwischen haben wir aber jeden Monat ausreichend Überschüsse“, erklärte Niehoff. Auf diese Weise kann das Soziale Kaufhaus die Kosten für Warmmiete und Versicherung selbst übernehmen. Inzwischen wurde auch das Obergeschoss des Hauses in der Bissendorfer Straße angemietet, weil eine kontinuierlich steigende Zahl an Kleiderspenden angeliefert wird. Und so vergrößert sich nicht nur das Sortiment des Sozialen Kaufhauses ständig, sondern auch das Einzugsgebiet. „Eine Tendenz ist, dass nun auch wohlhabendere Frauen bei uns einkaufen. Die andere: Wir haben viele Stammkundinnen aus der Wedemark, die die Einrichtung inzwischen Frauen aus anderen Gemeinden empfehlen“, erzählte Niehoff.
Eine steigende Nachfrage verzeichnen die ehrenamtlich tätigen Frauen insbesondere bei Baby- und Kinderklamotten. „Wir benötigen außerdem dringend Schneeanzüge und Winterschuhe für Kinder“, sagten die Frauen vom Sozialen Kaufhaus. Die Annahme der Spenden findet ausschließlich mittwochs von 15 bis 17 Uhr statt. Wie Niehoff anmerkte, verkauft das Soziale Kaufhaus zwar nur Kinder- und Damenklamotten, nimmt aber auch Herrensachen gerne entgegen und vermittelt die Spenden an andere Institutionen weiter.