SPD-Landtagskandidatur: Kauroff hat die Nase vorn

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Caren Marks posiert mit den beiden potentiellen Kandidaten für ein Landtagsdirektmandat, Rüdiger Kauroff (rechts) und Bodo Langguth. Foto: S. Birkner

Potentielle Direktkandidaten stellen sich sozialdemokratischer Basis vor

Elze (sb). Der demokratische Aufbau der Parteien in Deutschland gebietet es, dass sämtliche Mandatsträger und Funktionäre mehrheitlich von der Basis gewählt werden müssen. Dieses Prinzip gilt selbstverständlich auch, wenn es um eine derart entscheidende Weichenstellung wie die Rekrutierung eines Landtagskandidaten geht. Obwohl die Wahlen für das niedersächsische Parlament erst in knapp einem Jahr stattfinden werden, befasst sich die Wedemärker SPD bereits jetzt intensiv mit der Frage, wer bei den Landtagswahlen 2013 als Direktkandidat für die Wedemark und Garbsen antreten wird.
Bei einer Mitgliederversammlung am vergangenen Mittwoch im Elzer Gasthaus Goltermann nutzten die beiden Anwärter auf den Posten erstmals die Gelegenheit, sich den Wedemärkern persönlich zu präsentieren. Im Anschluss an eine ausgiebige Vorstellungs- und Fragerunde votierten die SPD-Mitglieder für ihren Favoriten auf die Landtagskandidatur. Dabei hatte der stellvertretende Garbsener Ortsbürgermeister Rüdiger Kauroff die Gunst der Wedemärker Sozialdemokraten deutlich auf seiner Seite. Denn während 39 Stimmen auf ihn entfielen, konnte sein Gegenüber Bodo Langguth, der ebenfalls aus Garbsen stammt, nur 15 Stimmen für sich verbuchen. Unterdessen steht der identische Nominierungsprozess in Garbsen noch aus. Die Vorstände beider Ortsvereine haben sich übrigens ebenfalls deutlich für Kauroff ausgesprochen. Obwohl bislang alle Entscheidungen zu Kauroffs Gunsten ausfielen, ist noch nichts entschieden: Die endgültige Legitimierung des Landtagskandidaten erfolgt erst bei der SPD-Wahlkreiskonferenz am 15. März, auf der Delegierte beider Ortsvereine die Entscheidungsgewalt haben. Weil diese ohne imperatives Mandat in die Versammlung gehen, sich also entgegen der Nominierung ihres Ortsvereins auch für Langguth entscheiden können, ist weiterhin alles offen. Aus diesem Grund nutzt das ECHO an dieser Stelle die Gelegenheit, beide Bewerber und ihre politischen Ziele kurz vorzustellen.
Der 55-jährige Kauroff ist zweifacher Familienvater und engagiert sich seit Jahrzehnten in der Garbsener Feuerwehr. Beruflich ist er in der Logistikbranche tägig. Zu seinen übergeordneten politischen Zielen zählen Verbesserungen im Bildungsbereich, zu denen auch die Abschaffung der Studiengebühren zählt. „Wir dürfen dem Wähler nichts Unmögliches versprechen. Dennoch muss eine gerechtere Sozialpolitik das Ziel sein“, sagte er am Mittwochabend.
Langguth geht mit seiner Erfahrung aus fünf Jahren im Regionsparlament ins Rennen. Der Diplom-Geograf engagiert sich bereits seit fast 20 Jahren in der SPD und setzt seinen politischen Schwerpunkt im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes. Auch eine Abschwächung des demografischen Wandels liege ihm am Herzen. Zusätzliche Motivation seien ihm die Versäumnisse der amtierenden direkten Abgeordneten Editha Lorberg: „In Garbsen ist ihre politische Arbeit praktisch nicht wahrnehmbar.“
Die Delegation, die den hiesigen SPD-Ortsverein auf der entscheidenden Wahlkreiskonferenz am 15. März repräsentieren wird, wurde am Mittwoch ebenfalls gewählt. Im Einzelnen sind das: Christa Bogenschütz, Christiana Böttcher, Wilfried Busche, Reinhard Fischer, Christa Goldau, Werner Husmann, Gitta Jansen, Christiane Killig, Caren Marks, Niklas Mühleis, Rebecca Schamber, Elke Schultz, Julian Wilken, Michael Wilken, Ingrid Wordelmann und Helge Zychlinski.