SPD und Grüne begrüßen Recyclinghof

Ortstermin von SPD und Grünen mit Fachbereichsleiter Kay Petersen (l.) im Gewerbegebiet Bissendorf am geplanten Standort des Recyclinghofs: (v. r.) Christa Bogenschütz, Christiane Killig, Jürgen Benk, Horst Menze, Ingrid Wordelmann, Ingemar Becker und Fritz Schöning. Foto: A. Wiese

Standort optimal – keine neue Straße

Bissendorf (awi). Optimaler Standort, gute Verkehrsanbindung – ein Gewinn für die Wedemark. Das ist das Fazit, dass Vertreter von SPD und Grünen im Rat am Mittwoch nach einem Ortstermin am geplanten Standort für einen Recyclinghof im Norden der Region am ehemaligen VW-Parkplatz im Bissendorfer Gewerbegebiet gezogen haben. Eine Abordnung hatte sich am Vormittag den von der Größe und vom Ablauf vergleichbaren Recyclinghof in Garbsen angesehen. Am Mittwochabend war Maik Renneberg, Abteilungsleiter Abfall- und Wertstoffabfuhr von aha, zu Gast in der SPD-Fraktion, um über den neuen Recyclinghof zu informieren und etwaige Fragen zu beantworten. Renneberg wird die Pläne für den Wertstoffhof auch am nächsten Dienstag im Ortsrat Bissendorf vorstellen. Keinen Zweifel ließen die Fraktionschefs von SPD und Grünen, Jürgen Benk und Ingemar Becker, daran, dass sie die von der CDU geforderte Verbindungsstraße von der Scherenbosteler Straße durch das Baugebiet West ins Gewerbegebiet für überflüssig und vom Kosten-Nutzen-Verhältnis her nicht realisierbar halten. „Wir werden dort keine Straße bauen. Wir haben dort eine optimale Wohnlage, die gut erschlossen ist und werden keine Belastung für die dortigen Anlieger schaffen, um woanders zu entlasten", so Jürgen Benk. Die Erschließung des Recyclinghofes im Bissendorfer Gewerbegebiet solle vor allem von der L 190 her erfolgen, und über die Kreisstraße Am Heerwege erfolgen. „Nur fünf Prozent des Anlieferverkehrs kommen durch den Ort Bissendorf", bestätigte der Fachbereichsleiter Bau, Kay Petersen. Ob der Kauf zwischen aha und den beiden Eigentümern der früheren Parkplatzfläche zum jetzigen Zeitpunkt bereits vollzogen sei, konnte Petersen allerdings nicht sagen. Der Gemeinde liege eine Bauvoranfrage vor, so der Fachbereichsleiter. Die Eröffnung des Recyclinghofes, der für Langenhagen, Burgwedel und die Wedemark zuständig sei, sei für September geplant. Die Voraussetzungen, auf die aha auf der Fläche Auf der Haube trifft sind ideal: Die Größe des erworbenen Grundstücks in Bissendorf beträgt rund 11.000 Quadratmeter und ist um ein Drittel größer als das Grundstück in Garbsen. Die Raumreserve wird als Pufferzone für Wechselbehälter genutzt und führt zu kürzeren Wegen und weniger Fahrten für aha.
An Umbaumaßnahmen sind vorgesehen: Wegnahme der Grünstreifen und durchgängige Pflasterung, Installation von Starkstromanschlüssen für Press-Container, Überprüfung der Beleuchtung und eventuell Aufrüstung. Einrichtung der Fahrspuren und Bau einer Remise für die trockene Lagerung von Container für Schadstoffe und Elektroschrott. Aufstellung eines Containers für den Personalaufenthalt mit Sanitär, Umkleidemöglichkeiten und kleiner Küchenzeile. Bauantrag ist gestellt und Baugenehmigung durch die Gemeinde angekündigt. Fertigstellung des Wertstoffhofes ist für Anfang Oktober 2012 vorgesehen.Das Gelände ist bereits mit Verbundsteinpflaster befestigt und eingezäunt. Für LKW soll eine zweite Zu- beziehungsweise Abfahrt geschaffen werden. Der PKW-Anlieferverkehr soll über das Haupttor erfolgen. Auf dem Gelände werden Parkstreifen markiert und Container aufgestellt. Entsorgt werden kann dort alles bis auf Asbest und Öle, erklärte Jürgen Benk. Geöffnet sein wird der Hof dienstags bis samstags: dienstags von 9 bis 18 Uhr, mittwochs bis freitags von 9 bis 16 Uhr und samstags von 8 oder 9 Uhr bis 14 Uhr. Gehe man von den Garbsener Zahlen aus, könne mit rund 240.000 Anlieferungen jährlich gerechnet werden, davon rund 25.000 im am stärksten frequentierten Monat Juli, berichtete Benk von seinem Besuch in Garbsen. Was auf jeden Fall noch eingerichtet werden müsse, sei ein eigener Starkstromanschluss für die Containerpressen, die den Inhalt der rund 40 Kubikmeter fassenden Container auf rund ein Drittel reduzierten. Mit Verkehrsproblemen sei nicht zu rechnen, so das Fazit der SPD-Politiker bei ihrem Ortstermin. Entscheidend sei, dass der lang ersehnte Recyclinghof endlich komme, nachdem der zuletzt favorisierte Standort Kiebitzkrug in Langenhagen geplatzt war. aha rechnet mit einer hundertprozentigen Nutzung durch die Wedemark und jeweils 50-prozentiger Nutzung aus Burgwedel und Langenhagen. Die Hälfte der Einwohner dort werde sich voraussichtlich weiter nach Burgdorf beziehungsweise Lahe und Garbsen orientieren. Anwohner aus dem benachbarten Heidekreis dürfen allerdings auf dem Wertstoffhof der Region Hannover nichts anliefern.