Spenden für Pfarrscheune dringend gesucht

Jürgen Benk und Rudi Kaminski engagieren sich für das Projekt Pfarrscheune in Elze, weil „die Idee einfach gut ist“ (Jürgen Benk), „das Gebäude unbedingt erhaltungswürdig ist“ (Rudi Kaminski). Foto: A. Wiese

Jürgen Benk und Rudi Kaminski gehören zum Kern des Freundeskreises

Elze (awi). Die Resonanz auf den Spendenaufruf des Freundeskreises Pfarrscheune ist positiv – aber noch nicht positiv genug. „Es sieht gut aus, aber es reicht noch nicht, um die Aufträge für die Sanierung des Daches vergeben zu können“, bringen es Rudi Kaminski und Jürgen Benk auf den Punkt. Beide gehören zum harten Kern des Freundeskreises Pfarrscheune, investieren wie ihre Mitstreiter auch, seit Jahren viel Freizeit und Herzblut in das Projekt und blasen jetzt zum Finale in puncto Spenden aus der Bevölkerung in und um Elze.
Rudi Kaminski ist quasi der Haus- und Hofmeister der Pfarrscheune. „Ich bin dabei, seit wir 2004 aus der Scheune was machen wollten. Der Zwo-Do-Mo-Treff brauchte einen Unterschlupf. Ich hab mich dann an der Renovierung des ersten Scheunenganges beteiligt, Balken und Wände abgebürs-tet und mit Farbspenden gestrichen, die Malermeister Siegfried Behnke hier aus dem Dorf damals besorgt hatte“, erzählt Rudi Kaminski. Andere Freundeskreismitglieder erneuerten den Fußboden im kleinen Raum und schon wenige Monate später konnte Zwo-Do-Mo einziehen. Während der Woche Ende Mai 2005, als Kirchentag in Hannover war, öffnete der Freundeskreis die gerade hergerichtete Pfarrscheune abends für Gemeindemitglieder und Gäste – es wurde ein voller Erfolg, erinnert sich Kaminski. Seitdem ist er als Handwerker für die Scheune im Einsatz, wann und wo immer er gebraucht wird, streicht Tore und Fenster und war auch beim Waldlehrpfad sehr aktiv. Für das anstehende Großsanierungsprojekt signiert er Holzbretter mit Hilfe des „Brennpeters“, um die Namen der Spender zu verewigen. Rudi Kaminski ist Feuer und Flamme für das Projekt Pfarrscheune. „Erst hatte ich ja Magenschmerzen wegen der hohen Summe“, gibt er zu. Aber das habe sich nach Gesprächen mit Pastor Joachim Schnell und Bernhard Orlowski vom Kirchenvorstand schnell gelegt. „Sie haben mich überzeugt, dass ich positiv denken muss und das tue ich. Die Pfarrscheune ist unbedingt erhaltungswürdig und die ganze Gemeinde hat etwas davon. Man sieht ja, wie toll die Veranstaltungen angenommen werden. Ich denke, wenn jeder ein bisschen dazu gibt, schaffen wir es“, ist Rudi Kaminski zuversichtlich. Jürgen Benk trennt seine politischen Aktivitäten strikt von seinem Einsatz für die Pfarrscheune. Als er 2006 in den Ruhestand ging und mehr Zeit zur Verfügung hatte, als er für die Politik brauchte, engagierte er sich im Kirchenwald, in dem der Waldlehrpfad angelegt werden sollte. „Ich habe aufgeräumt, Müll beseitigt, Wege angelegt und Rindenmulch verteilt“, erzählt er. Er und seine Mitstreiter vom Freundeskreis wollten den Wald optisch so herrichten, dass „etwas Vorzeigbares“ entsteht. Das sei gelungen, so Benk zufrieden, „trotz heftiger Diskussionen mit der Region. Kirchen- und Stadtwerkewald wurden zusammengelegt und ein Durchgang zur Straße Am Eichenwald geschaffen. „Aus der Diskussion ergab sich dann die Frage, was wir mit der Scheune machen“, so Benk. Dort einen Jugendtreff einzurichten, war schnell wieder vom Tisch. Passieren musste aber etwas, sonst hätte die Scheune nicht mehr betreten werden dürfen. Die zunehmende Baufälligkeit bremste alle Aktivitäten und Kreativität aus. So machte sich Jürgen Benk mit dafür stark, dass ein Konzept entstand, das jetzt zunächst in der Dachsanierung gipfelt. Entscheidend: Der Charakter der Scheune musste unbedingt erhalten bleiben. Dass der Freundeskreis die nötigen Gelder selber würde aufbringen müssen, war den Initiatoren von Anfang an klar. Der Kirchengemeinde steht kein weiterer Raum zusätzlich zu ihrem Gemeindezentrum zu. „Aber wir schaffen das, weil die Idee gut ist, das Gelände hier mitten in Elze als grüne Lunge für Veranstaltungen zu nutzen, die nicht nur Kirchgänger ansprechen.“