Sperrung und Kontrollen erhitzen Gemüter

Die Verbindungsstraße von Oegenbostel nach Plumhof, die je zur Hälfte der Gemeinde und dem Realverband gehören, ist für den Durchgangsverkehr gesperrt. Wer trotzdem durchfährt, kann zur Kasse gebeten werden. Foto: A. Wiese

Zwischen Oegenbostel und Plumhof ist nur land- und fortwirtschaftlicher Verkehr frei

Oegenbostel (awi). Wer meint, den Weg von Oegenbostel nach Elze um ein paar Kilometer abkürzen zu müssen, den kann das möglicherweise teuer zu stehen kommen: Die Verbindungsstraße von Oegenbostel nach Plumhof – und auch die Treiber- und die Burgstraße in Oegenbostel als „Zubringer“ sind für den Durchgangsverkehr gesperrt. Ausnahmen gab es auch nicht, als kürzlich wegen der Sanierung der Kreisstraße in Bennemühlen die gesamte Strecke bereits ab Dudenbostel gesperrt war. Im Gegenteil: Die Bürger hatten den Eindruck, dass die Polizei die Strecke sogar verstärkt kontrolliert hat. Das streitet Mellendorfs Kommissariatschef Wolfgang Just aber energisch ab.
„Es wäre wünschenswert, wenn die Polizei unter solch außergewöhnlichen Umständen von ihrem Ermessensspielraum Gebrauch machen würde. Eine Kontrolle ist nicht nur kontraproduktiv im Sinne des Umweltschutzes und der Unfallprävention. Es wird von den Bürgern vielmehr als Machtmissbrauch und Schikane empfunden. Derartige Erlebnisse, die bei den Anwohnern für Verunsicherung bis Verängstigung sorgen, fördern nicht das Bild vom ,Freund und Helfer‘“, sagt Anlieger Thorsten Meyer aus Oegenbos-tel. Wie das ECHO bei seinen Recherchen erfuhr, kursierte in Oegenbostel sogar das Gerücht, der Realverband, der wie die Gemeinde Wedemark zu 50 Prozent Eigentümer der Verbindungsstraße ist, hätte die Polizei um die Kontrolle in der kritischen Baustellensituation gebeten. „Stimmt nicht“, sagen Oegenbostels Realverbandsvorsitzender Heinrich Schmidtmann und Kommissariatschef Wolfgang Just übereinstimmend. Er habe sich sogar gefragt, warum man während der einwöchigen Bauphase nicht auf den Realverband zugekommen sei, um über eine Ausnahmeregelung zu sprechen, betonte Schmidtmann und der habe sich noch gedacht, die Polizei werde ja wohl in dieser Woche mit den Kontrollen großzügiger sein. Wo die Polizisten während ihres
Dienstes die Einhaltung von Verkehrsregeln kontrolllierten, liege im Ermessensspielraum der Beamten, erklärte Wolfgang Just auf Nachfrage. Das werde nicht vorher abgesprochen und ihm sei auch nicht bekannt, dass in Oegenbostel verstärkt kontrolliert worden sei. Dennoch sei dies völlig in Ordnung, da sich die Verkehrsteilnehmer ja nun mal an Verkehrsschilder halten müssten. Übrigens flössen die eingenommen Bußgelder nicht in die Gemeindekasse, räumt Just mit einem Vorurteil auf, sondern würden an die Region Hannover abgeführt. Auch er hätte sich übrigens eine Ausnahmeregelung in der Bauphase durchaus vorstellen können. Fortsetzung von Seite 1
„Glücklich war die Ausschilderung der Umleitung während der Bauarbeiten nicht“, gibt auch Fritz Schnehage von der Gemeinde Wedemark zu. Doch die sei da nicht involviert gewesen. Wie bereits im Zusammenhang mit der ebenfalls kritisierten mangelnden Ausschilderung der Umleitung zum Brelinger Gewerbegebiet berichtet, trage die Baufirma die alleinige Verantwortung für die Absicherung der Baustelle und die habe eine Firma aus Stade beauftragt, deren mangelnde Ortskenntnisse die Wedemärker zu spüren bekommen hätten. „So wurde auch von der Polizei darauf hingewiesen, dass man seinen Weg nach Elze über Abbensen, Negenborn, Brelingen und Mellendorf zu wählen haben“, ärgert sich der Oegen-
bosteler Thorsten Meyer und meint: „Von der zeitlichen und finanziellen Zumutung jedes Einzelnen einmal abgesehen, bedeutet dies nicht nur ein erhöhtes Unfallrisiko über die 15 Kilometer längere Strecke durch Wildwechsel-Gebiet. Besonders mit dem ökologischen Bewusstsein sollte jetzt jede zusätzliche Belastung unserer Umwelt vermieden werden.“ Realverbandsvorsitzender Heinrich Schmidtmann zur grundsätzlichen Sperrung der Verbindungsstrecke: „Hier war nie Durchgangsverkehr erlaubt. Nur die Schilder waren mal eine ganze Weile verschwunden. Der Weg gehört zur Hälfte dem Realverband, er ist nicht für regelmäßigen Verkehr ausgebaut, wurde viel als Schleichweg zur Autobahn genutzt. Die Schäden muss der Realverband bezahlen.“