Spontaner Ortstermin in Negenborn

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (von rechts), SPD-Landtagsabgeordneter Rüdiger Kauroff und Wedemarks Bürgermeister Helge Zych-linski verschafften sich am Mittwoch spontan einen Eindruck von der Straßensituation in der Ortsdurchfahrt Negenborn, wo an einem Vormittag mitten in der Woche um kurz vor 10 Uhr allerdings so gut wie gar kein Verkehr herrschte – typischer Vorführeffekt. Foto: A. Wiese

Ministerpräsident Stephan Weil nimmt Sorgen der Bürgerinitiative ernst

Wedemark (awi). Hoher Besuch am Mittwoch in der Wedemark: Minis-terpräsident Stephan Weil informierte sich im Bürgerhaus in Bissendorf bei Schülern des Gymnasiums Mellendorf über das Projekt „Die Geschichte der Wedemark von 1930 bis 1950“. Doch zuvor hatte sich Niedersachsens Landesvater gemeinsam mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Rüdiger Kauroff und Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski zu einem Redaktionsgespräch beim ECHO angesagt – eine gute Gelegenheit für Verlagsleiter Thorsten Schirmer und Redakteurin Anke Wiese, das hochkarätige politische Dreigestirn auf aktuelle Themen mit Landesbezug anzusprechen.
Das war nach dem mutmaßlichen Wolfsriss einer Heidschnucke in Brelingen (das ECHO berichtete) zum einen der aktuelle Stand zum Thema Wölfe in Niedersachsen, zum anderen aber auch die Verkehrssituation auf den Landesstraßen in der Wedemark: der während der Bauphase auf der A7 stark frequentierten Umleitungsstrecke L 190 und der L 383 in der kurvenreichen Ortsdurchfahrt Negenborn. Hier hat der Garbsener Landtagsabgeordnete Rüdiger Kauroff bereits mehrere Ortstermine zu verschiedenen Tageszeiten absolviert, diverse Gespräche mit der Bürgerinitiative geführt und sich mit den Fachleuten in der Landesstraßenverwaltung auseinandergesetzt. Die Verbindung der Ortschaft Negenborn mit der intensiv bewirtschafteten Kieskuhle Papenburg war ihm ein Begriff. Spontan bot er an, auf dem Weg vom Termin im Bürgerhaus in Bissendorf zum nächsten Termin an der IGS Süd in Langenhagen in seinem eng getakteten Terminplan einen kurzen Abstecher mach Negenborn einzulegen, um sich ein Bild von der kurvenreichen Straße und der Situation vor allem an der Bushaltestelle in Höhe der Kapelle zu machen. Bürgermeister Helge Zychlinski und Rüdiger Kauroff schilderten die besondere Belas-tung der L 383 an dieser Stelle durch den Schwerlastverkehr und die Bemühungen der Bürger für eine Querungshilfe, in welcher Form auch immer.
Bürgermeister Helge Zychlinski machte kein Hehl über seine Verärgerung darüber, dass ein Schreiben von ihm zu diesem Thema, das den Negenbornern auf der Seele brenne, an den Verkehrsminister des Landes Niedersachsens wochenlang nicht beantwortet worden sei. Erst als er selbst an die Presse gegangen sei, habe er eine Art Antwort von der zuständigen Behörde bekommen. Auch die sei allerdings nicht wirklich aussagekräftig gewesen und habe lediglich den Tenor gehabt, man könne zu der Thematik noch nichts sagen und werde sich zu gegebener Zeit melden. „Für eine solche Reaktion einer Landesbehörde habe ich kein Verständnis“, betonte Zychlinski, „auch wenn es sich bei Negenborn nur um einen kleinen Ort handelt.“ Stephan Weil bedauerte, dass sich die Antwort der Behörde, welche Möglichkeiten einer Querungshilfe vorstellbar seien, so hinziehe. Er habe sich in Vorbereitung auf das Gespräch das Schreiben des Ministerums an die Gemeinde angesehen. Darin werde darauf hingewiesen, dass das Land an der Straßensituation in Negenborn keine Auffälligkeiten sehe. Das sehe er ganz anders, so Rüdiger Kauroff und bat den Ministerpräsidenten um Unterstützung bei diesem Thema. Dieser kündigte an, zeitnah bei der zuständigen Behörde nachzuhaken.