Stärkung für junge Eltern

Sie machen sich stark für junge Eltern: Hans-Jürgen Herrmann (von links), Ingun Kiklas-Volkmann und Uwe Wagstyl, 1. Vorsitzender der Bürgerstiftung Isernhagen. Foto: Bettina Garms-Polatschek

„Frühe Beratung“ fördert gute Beziehungen zu Säuglingen und Kleinkindern bis drei Jahren

Burgwedel/Isernhagen/Wedemark (bgp). Erziehungsberatung gehört in der Lebensberatungsstelle Burgwedel Isernhagen und Wedemark zum Alltagsgeschäft. Junge Eltern von Säuglingen oder Kleinkindern im Alter von null bis drei Jahren mussten jedoch bei Schwierigkeiten mit dem besonders jungen Nachwuchs zu der Familien- und Erziehungsberatungsstelle in Burgdorf fahren. Das hat jetzt ein Ende, da die Lebensberatungsstelle in Isernhagen FB die sogenannte „Frühe Beratung“ vor Ort für diese Personengruppe anbieten kann. Ingun Kiklas-Volkmann, langjährige Mitarbeiterin und Erziehungsberaterin bei der Lebensberatungsstelle, hat eine Zusatzausbildung für diesen Bereich absolviert und steht jungen Eltern mit Rat und Tat zur Seite. Damit liegt die Lebensberatung gut im Plan, denn die gesetzlichen Bestimmungen durch die Region Hannover sehen vor, solche Angebote ab dem 1. Januar 2019 vorzuhalten. Finanzielle Unterstützung für dieses Vorhaben bekam die Beratungsstelle durch die Bürgerstiftung Isernhagen, die sich mit zehntausend Euro an den Ausbildungskosten beteiligt.
„Wir sind jetzt schon in der Lage, das Angebot mit der nötigen fachlichen Qualifikation systematisch durchzuführen“, freut sich Geschäftsführer Hans-Jürgen Herrmann über den Start der „Frühen Beratung“ durch Kollegin Kiklas-Volkmann. Diese beschreibt die Erweiterung ihres Aufgabenbereiches: „Wenn ein Baby kommt, bringt es viele Herausforderungen mit sich und die Tipps durch Großeltern fallen häufig weg, weil diese nicht nah genug am Wohnort der Familie leben.“ Einige Eltern seien überfordert, bei den sogenannten „Schreikindern“ schliefen diese besonders wenig, was zusätzlichen Stress verursache. Sie bräuchten häufiger Unterstützung, um die Bedürfnisse ihrer Kinder besser kennen und verstehen zu lernen. Eltern, die einfach das Gefühl hätten, mit ihren Babys oder Kleinkindern nicht so gut zurecht zu kommen oder welche die selbst erlittene Lieblosigkeit ihrer eigenen Kindheit auf ihren Nachwuchs übertrügen, fänden qualifizierte Hilfe bei der Lebensberatungsstelle, so die Experten.
Die Beratung reicht von einfachen Gesprächen darüber, wie man ein Baby beruhigen kann bis hin zur detaillierten Videoanalyse, in welchen Momenten die Eltern besonders gut auf das Kind eingehen. Manchmal sei ein ruhiger Körperkontakt schon genug, um Kindern Geborgenheit und Verlässlichkeit zu vermitteln, da der Start ins Leben für sie eine große Anpassungsleistung bedeute. Dazu brauchten diese dringend die Unterstützung der Eltern, so Ingun Kiklas-Volkmann. Eine „Frühe Beratung“ bestärke die Eltern darin, mehr auf ihre Intuition zu vertrauen und die Zeichen des Kindes zu „lesen“.
„Manchmal ziehen die Säuglinge sich zurück und drehen sich von den Eltern weg. Das geschieht jedoch nicht, weil sie ihre Eltern nicht mehr mögen, sondern weil sie Ruhe brauchen“, berichtet Hans-Jürgen Herrmann aus seiner Erfahrung. Das zu erkennen sei nicht immer leicht, aber gerade darin schule die Kollegin junge Eltern in der „Frühen Beratung“. Eltern, die das Beratungsangebot gerne nutzen möchten, können sich an die Lebensberatungsstelle Burgwedel Isernhagen und Wedemark wenden (Am Lohner Hof 7, 30916 Isernhagen FB, Telefon: (0 51 39) 89 28 28) und einen Gesprächstermin vereinbaren.