Standing Ovations für Jürgen Kowahl

Der neue Scherenbosteler Ortsrat: Ortsbürgermeister Gerd Dolle (vorn) und Stellvertreterin Marion Brüggemann-Behnke sowie Jürgen Peters (alle CDU sowie (v. l.) Thomas Voßler und Michael Wilken (beide SPD). Fotos: A. Wiese

Kampfabstimmung um Posten des stellvertretenden Ortsbürgermeisters

Scherenbostel (awi). 15 Jahre lang war Jürgen Kowahl Ortsbürgermeister in Scherenbostel, Wiechendorf und Schlage-Ickhorst. Dem Ortsrat gehörte er insgesamt 20 Jahre an. Am Dienstag ist der SPD-Politiker in der konstituierenden Sitzung des neuen Ortsrates mit Standing Ovations verabschiedet worden. Zuvor hatte er selbst die ausscheidenden Ortsratsmitglieder Heinz Cohrs (CDU, 15 Jahre) und Bernd Pitschmann (SPD, zehn Jahre) verabschiedet sowie die neuen Mitglieder des Ortsrates verpflichtet: Gerd Dolle, Jürgen Peters und Marion Brüggemann-Behnke für die CDU sowie Michael Wilken und Thomas Voßler für die SPD. Ein herzliches Dankeschön sprach Kowahl zudem dem ausgeschiedenen stellvertretenden Ortsbrandmeister Heinz Thies aus. Dann überreichten Marion Brüggemann-Behnke und Gerd Dolle Urkunde und Präsente an Kowahl, der sich nicht wieder zur Wahl gestellt hatte. Zwei Jahrzehnte habe sich Jürgen Kowahl in die Herzen seiner Mitbürger regiert, so Dolle. Er habe es verstanden, parteipolitische Erwägungen außen vor zu lassen. Brüggemann-Behnke bescheinigte Kowahl, ein „Glücksfall für die drei Orte“ gewesen zu sein. Seine Souveränität sei sein Markenzeichen gewesen. SPD-Abteilungsvorsitzender Wolfgang Bertling, die SSG-Vorsitzende Waltraud Wolfrom, RGZV-Vorsitzender Jürgen Brunngräber und andere schlossen sich den Dankesworten an. Sichtlich gerührt erklärte Kowahl, viel in diesen 15 Jahren gelernt zu haben, auch, wie sich manches zunächst Negative zum Positiven drehen könne. Dann schritt der neu konstituierte Orsrat zur Wahl seiner Repräsentanten. Einstimmig wurde der parteilose Gerd Dolle, der auf der CDU-Liste für das Ortsbürgermeisteramt kandidiert und mit Abstand die meisten persönlichen Stimmen erhalten hatte, zum Ortsbürgermeister gewählt. Er nahm die Wahl an und begründete, dass er als absolut unbeleckter politischer Neuling unbedingt auf die Zuarbeit der bisherigen Stellvertreterin Marion Brüggemann-Behnke angewiesen sei und seine Parteikollegin daher erneut für diese Position vorschlage. Die SPD wollte dies jedoch nicht akzeptieren. Bisher sei es immer guter Brauch gewesen, dass die andere Partei den Stellvertreterposten bekomme. Darauf poche man auch diesmal, erklärte Thomas Voßler und schlug für die SPD Michael Wilken vor. Mit den drei Stimmen der CDU wurde jedoch Marion Brüggemann-Behnke als Stellvertreterin gewählt.