Stilvoll: In Weiß speist es sich gut

Stilvoller geht’s kaum: Edle Speisen und der strenge Dresscode machen das Diner en Blanc zu einer einzigartigen Veranstaltung.Foto: S. Birkner

Kunstverein Imago veranstaltet sein viertes Diner en Blanc wieder am Bürgerhaus

Bissendorf (sb). Ein Flashmob ist definitionsgemäß ein kurzer, scheinbar sponater Menschenauflauf, bei dem die Teilnehmer auf öffentlichen Plätzen ungewöhnliche Dinge tun. Ihren Siegeszug erlebte die Flashmob-Kultur spätestens mit der Etablierung sozialer Medien im Internet, die die Koordinierung solcher Spontanaktionen einfach werden lassen.
Dass Flashmobs nicht immer nur in Kissenschlachten oder dem Abspielen von Handyklingeltönen bestehen müssen und übrigens auch nicht zwangsläufig auf das Internet angewiesen sind, beweist der Wedemärker Kunstverein Imago. Mit dem Diner en Blanc im Bissendorfer Amtshof zeigte sich am vergangenen Freitag, dass ein Flashmob eine wirklich stilvolle Angelegenheit sein kann. Frauen in weißem Kleid, Männer in weißem Anzug, Drei-Gänge-Menüs in weißem Porzellan, Champagner in weißem Serviertuch – dieses filmreife Bild bot sich in Bissendorf genau drei Stunden lang.
Das Diner en Blanc – das Abendessen in weiß – stammt ursprünglich aus dem Mutterland des stilvollen Benehmens, nämlich aus Frankreich. Die Tradition fand ihren Anfang 1988 und ist mittlerweile auf allen Kontinenten bekannt. Wie Ute Loewener, die Imago-Vorsitzende, berichtete, findet die Umsetzung inzwischen auch schon Nachahmer in Nachbargemeinden. Bereits zum vierten Mal dinierten die Kunstfreunde gemeinsam in weiß, dieses Mal waren etwa 70 Wedemärker dabei. Beim Anblick der Festtafel musste Loewener selbst schmunzeln. „Wir sehen aus wie eine geschlossene Gesellschaft, sind es aber nicht“, meinte sie und rief damit zum Dabeisein und Mitmachen auf. Der Ort des Dinners, der traditionell erst wenige Stunden vor Beginn der Geselligkeit bekannt gegeben wird, muss eine überdachte Ausweichräumlichkeit aufweisen. Für kreative Plätze und besondere Ideen in Hinblick auf das kleine Jubiläum im nächs-ten Jahr ist Loewener dankbar.