Streit um Spielplatz am Feuerwehrhaus

Noch bei der letzten Sitzung waren sich Ortsratspolitiker einig: In der Kuhle am Feuerwehrhaus in Oegenbostel soll ein Spielplatz mit Spielgeräten entstehen. Jetzt ist der Haushaltsansatz gestrichen. Der Platz sei ungeeignet, zu schlecht einsehbar und zu gefährlich für Kinder, begründete das Ortsbürgermeisterin Rosemarie Spindler. Foto: A. Wiese
 

Politik streicht per Mehrheitsbeschluss Ansatz für Spielgeräte in Oegenbostel

Oegenbostel (awi). Ein Großteil der Oegenbosteler ist sehr enttäuscht: Noch in seiner letzten Sitzung hatte der Ortsrat Wedemark III einvernehmlich gefordert, 6000 Euro in den Haushalt einzustellen, damit Oegenbostel in der Kuhle am Feuerwehrhaus endlich den lange geforderten Spielplatz anlegen und Spielgeräte anschaffen kann. Doch in den Haushaltsberatungen folgte der Finanzausschuss mit der Mehrheit von SPD und Grünen diesem Beschluss nicht. Der Platz sei ungeeignet, zu dezentral von der Lage her und gefährlich, weil die Regionsstraße überquert werden müsse. Zudem bestehe durch die unmittelbare Nähe zur Feuerwehr eine Gefährdung beim Ausrücken im Einsatzfall, begründete Ortsbürgermeis-terin Rosemarie Spindler in der Ortsratssitzung am Mittwoch die Entscheidung ihrer Parteikollegen in Fachausschuss und Rat.
Auf der Tagesordnung der jüngs-ten Ortsratssitzung hatte das Thema nicht gestanden, aber die Oegenbos-telerin Elisabeth Wilhelms hatte die vorgeschaltete Einwohnerfragestunde genutzt, um ihrer Enttäuschung und Verärgerung über die politische Entscheidung Luft zu machen und ihr Unverständnis zu äußern. Dabei stehe sie nicht allein da, betonte Wilhelms, die als Sprecherin des Bürgervereins auftrat. Oegenbostel sei gerade dabei sich zu verjüngen und endlich wieder Heimat junger Familien, die gut funktionierende Dorfgemeinschaft sei so froh gewesen, endlich ein Grundstück für einen Spielplatz gefunden zu haben. Tatsache sei, dass die Kuhle am Feuerwehrhaus ohnehin von vielen Kindern zum Spielen genutzt werde und in der Vergangenheit auch Standort des Bauwagenprojekts gewesen sei, so Wilhelms. Die Feuerwehr habe dort seit Jahren eine Tischtennisplatte aufgestellt, die Kinder spielten auf dem Wall. In der letzten Sitzung, als die Ortsratspolitiker die 6000 Euro für ein Spielgerät auf ihre Haushaltswunschliste gesetzt hatten, war der Standort auch nicht umstritten gewesen. Am Mittwoch machte die Ortsbürgermeisterin allerdings deutlich, dass es für den Standort Kuhle am Feuerwehrhaus keine Gesprächsbereitschaft von ihrer Seite und der Seite ihrer Partei mehr gebe. Sie zeigte sich aber zuversichtlich, dass im Dorf ein geeignetes Grundstück für einen Spielplatz gefunden werden könne, der dann im nächsten Jahr realisiert werden könne. Das hält Elisabeth Wilhelms allerdings für fraglich. Die Gemeinde habe in Oegenbostel keine anderen eigenen Grundstücke, gab sie zu bedenken. Ob private Eigentümer ihr Grundstück für einen Spielplatz zur Verfügung stellen würden, sei aus ihrer Sicht ebenfalls zweifelhaft. „Wir wollten keine Parteisache daraus machen, wir wollten den kleinen Dienstweg“, bedauerte Wilhelms die Entwicklung und kündigte an, dass der Bürgerverein und die Eltern ihre Pläne nicht ohne Weiteres aufgeben würden. Eine Privatinitiative bezeichnete Spindler allerdings aus versicherungsrechtlichen Belangen als nicht genehmigungsfähig. Die CDU hatte im Finanzausschuss für den Spielplatz gestimmt, sich aber nicht durchsetzen können. Er bezweifle auch, dass sich kurz- und mittelfristig ein anderer Platz im Ort finden lasse, sagte CDU-Sprecher Sven Sobanski. Er halte den Platz bei der Feuerwehr nicht für ungeeignet. Die geplanten Spielgeräten seien für kleinere Kinder gedacht gewesen, die ohnehin nicht ohne Aufsicht auf dem Spielplatz seien, so Sobanski.