Sturmfest und erdverwachsen

Alt-Bürgermeister Wilfried Willers starb im Alter von 80 Jahren.

Bürgermeister a.D. Wilfried Willers im Alter von 80 Jahren verstorben

Elze.  Die Wedemark betrauert den Tod ihres ehemaligen Bürgermeisters Wilfried Willers, der am letzten Wochenende im Alter von 80 Jahren verstorben ist. Er war Bürgermeister der Gemeinde Wedemark von 1991 bis 2006. Wilfried Willers, geboren am 13. September 1940 in Hannover und aufgewachsen in Elze, versah das Amt des Gemeindebürgermeisterszunächst von 1991 bis 1996 ehrenamtlich, dann hauptamtlich und direkt gewählt von 1996 bis 2006. Willers war ein Mann der ersten Stunde in der Gemeinde Wedemark: zunächst von 1968 bis 1974 Bürgermeister der Gemeinde Elze und Mitglied im Verwaltungsausschuss sowie zwei Jahre lang Mitglied im Rat der Samtgemeinde Elze-Bennemühlen, wurde er mit der Gründung der Gemeinde Wedemark 1974 dann ständiges Mitglied im ersten Wedemärker Gemeinderat. Weiterhin stand er dem Ortsrat Wedemark II (Elze, Meitze) von 1974 bis 1991 als Ortsbürgermeister vor. Ab 1986 übernahm der CDU-Politiker zudem das Amt des stellvertretenden Gemeindebürgermeisters, bis er 1991 dann selbst, für fünf Jahre, ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Wedemark wurde. Mit der Reform der Niedersächsischen Kommunalverfassung 1996 wurden aus den ehrenamtlichen Bürgermeistern, hauptamtliche, die nicht mehr durch den Rat bestimmt, sondern von den Bürgern direkt gewählt wurden. Seitdem ist der Bürgermeister nicht nur der oberste Repräsentant der Gemeinde, sondern zudem Chef der Gemeindeverwaltung.
Die Bürgermeisterwahl 1996 entschied Willers mit breiter Mehrheit bereits im ersten Wahlgang für sich. In dieser Position diente er seiner Gemeinde bis 2006.
Wilfried Willers hat während seiner langen Amtszeit viele Veränderungen in der Gemeinde Wedemark mitbestimmt und die Gemeinde nachhaltig geprägt. In seine Amtszeit als Bürgermeister fallen unter anderem wichtige Entscheidungen wie der Bau der Wedemark-Sporthalle und die Erneuerung des Mellendorfer Freibads sowie die Privatisierung der Eishalle und des Freibads.
Wilfried Willers lässt sich hervorragend als „echter Niedersachse“ bezeichnen, der „sturmfest und erdverwachsen“ klaren Prinzipien folgte, so die Gemeinde in ihrem Nachruf. Als Bürgermeister dieser Gemeinde habe er wichtige und bedeutsame Arbeit geleistet. Arbeit, die man nicht hoch genug schätzen kann. „Wir profitieren noch heute von seinem Sachverstand und seiner Kompetenz, mit der er damals die Wedemark erst zu dem gemacht hat, was sie ist. Vor allem aber ist er in jeder Situation seines politischen Wirkens ein Mensch geblieben. Seine ruhige und besonnene Art, auch in bewegten Zeiten, war über viele Jahre taktangebend für die Gemeinde. Sein menschliches Wirken, sein unglaubliches Gedächtnis und seine stets zuvorkommende Art werden uns immer in Erinnerung bleiben", heißt es im Nachruf.
„Die Gemeinde Wedemark schuldet Wilfried Willers großen Dank, für sein unermüdliches Schaffen zur Gestaltung der Gemeinde. Er hat unsere Kommune entscheidend mitgeprägt. Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie“, trauert Bürgermeister Helge Zychlinski.
Willers hinterlässt eine Frau, eine Tochter und einen Sohn sowie sieben Enkelkinder. Die Beisetzung fand am gestrigen Freitag, 8. Januar, im engsten Familienkreis statt.
Der Niedersächsische Städtetag würdigte sein Engagement 1996 mit einer Auszeichnung für langjährige kommunalpolitische Tätigkeit. Für seine Verdienste um Deutschland, Niedersachsen und die Wedemark wurde ihm 2006 das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Bedingt durch die Corona-Pandemie ist gegenwärtig keine größere Gedenkveranstaltung durch die Gemeinde möglich. In Abstimmung mit den Angehörigen wird ein würdiger Rahmen in der Zukunft abgestimmt.
Die Gemeinde bietet auf ihrem Internetauftritt unter dem Link www.wedemark.de/kondolenzbuch allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, zu kondolieren. Die Kondolenznachrichten werden gesammelt und den Angehörigen in Form eines gebundenen Buches übergeben sowie eine Kopie des Buches in das Archiv der Gemeinde übernommen.