Suizidversuch zum Glück misslungen

Die Feuerwehr aus Elze half den Fahrgästen beim Aussteigen auf freier Strecke, während der Rettungshubschrauber ohne die verletzte 20-Jährige abflog, die mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht wurde. Foto: A. Wiese

Junge Frau vom Heidesprinter erfasst, aber nur verletzt – Feuerwehr hilft Fahrgästen

Elze/Bennemühlen (awi). Wenn die Öffentlichkeitswirksamkeit sehr groß ist, dürfen die Medien eine Ausnahme von ihrer Absprache mit der Polizei machen, dass über einen Suizid beziehungsweise Suizidversuch wegen der nachgewiesenen Nachahmungsgefahr nicht berichtet wird. Am Sonnabendmittag haben am Bahnhof Elze/Bennemühlen sowie durch den anschließenden Zugausfall für rund zwei Stunden auf der Strecke nach Mellendorf sehr viele Menschen den Suizidversuch einer 20-jährigen Wedemärkerin mitbekommen. Die junge Frau war laut Polizeibericht am Ausgang des Bahnhofs unter einen einfahrenden Heidesprinter geraten. Sie hatte aufgrund persönlicher Probleme offenbar die Absicht, sich das Leben zu nehmen, dann aber – wie aus Berichten vor Ort hervorging – im letzten Moment gezögert. Der Zugführer hatte die Person auf den Gleisen bereits sehr früh gesehen und die Fahrt verlangsamt. Dennoch wurde die Frau seitlich erfasst und zu Boden gerissen. Sie erlitt erhebliche Verletzungen und wurde mit dem Rettungswagen in die Medizinische Hochschule eingeliefert. Alle Fahrgäste, die den Vorfall selbst größtenteils nicht bemerkt hatten, mussten den Zug – zum Teil auf freier Strecke verlassen. Dabei halfen ihnen Mitglieder der Feuerwehr Elze, die zuvor die Verletzte unter dem Heidesprinter geborgen und zum Rettungswagen transportiert hatten. Die Bahnstrecke war etwa zwei Stunden gesperrt.