Syrische Familie sucht Wohnung

Benötigen dringend eine Wohnung in der Wedemark, am liebsten in Bissendorf und unbedingt im Erdgeschoss: Osama Aldibo, seine Söhne Abudi, Mohammed und Youssef sowie Ehefrau Hayat. Foto: A.Wiese

Die Wohnungssituation in der Gemeinde spitzt sich wieder deutlich zu

Bissendorf (awi). Eine fünfköpfige syrische Familie sucht ganz dringend eine Wohnung in der Wedemark. Ihre eigenen Bemühungen sind in den letzten Wochen und Monaten erfolglos geblieben. Sie hatten für ihre jetzige Wohnung noch einmal Verlängerung bekommen, aber zum 31. Januar 2021 müssen sie definitiv raus sein. Das Problem ist nicht nur, dass sich die Wohnungssituation in der Wedemark immer mehr verschärft und auch die Gemeinde Wedemark, deren zeitlich befristete Mietverträge nach und nach auslaufen, händeringend nach Wohnraum für die Menschen sucht, für deren Unterbrringung sie zuständig ist. Die Familie Aldibo, die zwar mittlerweile in die Zuständigkeit des Jobcenters fällt, aber immer noch vom Team des Fachbereichs Soziales um Ellen Bruns betreut wird, benötigt unbedingt eine Parterre-Wohung, da Osama Aldibo an Muskelatrophie erkrankt ist und immer schlechter laufen kann. Außerdem müsste die Wohnung so zentral liegen, dass die Familie nicht auf ein Auto angewiesen ist, denn der Vater kann auf Grund seiner Behinderung kein Auto fahren, die Mutter hat noch keinen Führerschein.
Als Osama Aldibo letztes Jahr die erste Kündigung wegen Eigenbedarfs für die Wohung im Fasanenweg bekam, in der die syrische Familie seit 2017 wohnt, geriet er noch nicht in Panik. „Ich habe gedacht, ich finde schon was.“ Mittlerweile weiß er, dass das nicht so einfach ist. Er habe überall hingeschrieben oder angerufen, wo eine einigermaßen passende Wohnung angeboten wurde, doch er musste leider die Erfahrung machen, dass spätestens in dem Moment, wo er sagte, dass er und seine Familie aus Syrien kommen, das Gespräch beendet wurde. Oder er bekam auf seine schriftlichen Bewerbungen überhaupt keine Antwort, berichtet der gut Deutsch sprechende 41-Jährige. 2014 kam er aus einer stark vom Krieg gebeutelten Region in Syrien über den Libanon als Kontingentflüchtling nach Deutschland. Nach der Landung am Flughafen Langenhagen wurde er dem Aufnahmelager in Bramsche zugewiesen, wohin seine Frau nachkam und von dort in die Wedemark „verteilt“. Nach einem kurzen Zwischenstopp in einer Wohnung im Gartenweg bekam die Familie, zu der mittlerweile auch Abdulsalam, genannt Abudi, gehörte, der mittlerweile fünf Jahre alt ist, eine Wohnung bei Christiane Klevermann. Die Bissendorferin kümmert sich noch heute um die Familie, die ihr ans Herz gewachsen ist, und zu der mittlerweile auch der dreijährige Mohammed (3) und Youssef gehören, der in Kürze seinen zweiten Geburtstag feiert. „Leider war die Eineinhalbzimmer-Wohnung bei uns wirklich zu klein, als sich das zweite Kind anmeldete, daher waren wir sehr froh, als wir über Beziehungen die Wohnung in der Fasanenstraße fanden“, berichtet Christiane Klevermann, die nur Gutes über ihre ehemaligen Mieter zu berichten weiß. Natürlich hat sie Verständnis dafür, dass der Vermieter seine Wohnung jetzt selbst benötigt, doch sie ist selbst bestürzt, wie schwierig es ist, in der Wedemark eine einigermaßen zentral gelegene und vor allem ebenerdige Wohnung für die syrische Familie zu finden. Gerne würde diese in Bissendorf bleiben, wo Abudi und Mohammed den evangelischen Kindergarten am Kranichweg besuchen, der von ihrer aktuellen Wohnung nur wenige hundert Meter entfernt und fußläufig erreichbar ist, und wo beiden Jungen sehr gut integriert sind. Aber sie seien sehr aufgeschlossen und würden sich auch in einem anderen Kindergarten schnell einleben, ist Christiane Klevermann überzeugt. Die Miete für die Wohnung bis zu einer Größe von 105 Quadratmetern wird vom Jobcenter übernommen. Osame Aldibo ist gelernter Schlachter, aber wegen seiner Erkrankung nicht arbeitsfähig. Seine Frau Hayat möchte jedoch unbedingt arbeiten. Sobald der Jüngste ebenfalls einen Betreuungsplatz hat, wird sie einen Sprachkurs absolvieren und eine Beschäftigung als Köchin oder Hauswirtschafterin suchen, ist ihr Plan, der vom Jobcenter unterstützt wird. Wer eine Wohnung für Familie Aldibo, spätestens zum 1. Februar 2021, hat oder der Gemeinde Wedemark eine Wohnung für andere von ihr Betreute anbieten kann, wird gebeten, sich bei Jürgen Auhagen per E-Mail unter juergen.auhagen@wedemark.de oder ab Montag unter der Telefonnummer (0 51 30) 581-210 zu melden.