Tacheles reden beim FDP-Gänseessen

Ließen sich den knusprigen Gänsebraten auf der Ibsinger Bauerndiele munden: FDP-Ratsherr Erik van der Vorm (von links), FDP-Bundestagsabgeordneter Grigorios Aggelidis und FDP-Parteivorsitzende Andrea Giese. Foto: A. Wiese

Bundestagsabgeordneter Grigorios Aggelidis berichtet aus Berlin

Ibsingen (awi). Wenn etwas Tradition hat, dann das Gänseessen, zu dem sich die Mitglieder der Wedemärker FDP mit Gästen aus den benachbarten Verbänden seit einigen Jahren in der Vorweihnachtszeit auf der Ibsinger Bauerndiele treffen. Und dabei sind nicht nur Schmalzbrot, Gänsebraten, Rotkohl und Klöße Pflicht, sondern auch, dass politisch Tacheles geredet wird. Diese Aufgabe fiel in diesem Jahr dem FDP-Bundestagsabgeordneten Grigorios Aggelidis zu. In der Wedemark ist er kein Unbekannter, steht er doch FDP-Ratsherr Erik van der Vorm stets treu zur Seite, wenn dieser einmal mehr den Verkehr in der Wedemark auf Korn nimmt. So ist Aggelidis nicht nur ein Befürworter von van der Vorms Forderung nach einer Autobahnauffahrt für die A352 in Bissendorf-Wietze, sondern auch ein gnadenloser Verfechter der Beseitigung der Bahnübergänge. So hat er kürzlich in einer kleinen Anfrage gemeinsam mit anderen FDP-Bundestagsabgeordneten den Zustand der Schieneninfrastruktur in Niedersachsen mit 21 Punkten detailliert hinterfragt. Niedersachsen als flächenmäßig zweitgrößtes Bundesland sei in besonderem Maße auf eine funktionierende Schieneninfrastruktur angewiesen, so Aggelidis, und zu dieser gehörten auch Bahnübergänge. Die seien nämlich auf Grund der steigenden Zugzahlen stärker belastet als früher. Nicht optimierte Schließzeiten führten zu langen Rückstaus, was Folgen für Privatpersonen, aber auch für die Wirtschaft habe. Nach Ansicht von Aggelidis und seinen Parteikollegen muss die Optimierung der Schließzeiten an Bahnübergängen in die Sanierung der Schieneninfrastruktur unbedingt miteingeplant werden.
Doch nicht nur Verkehr ist das Thema von Aggelidis. Er sitzt auch im Familienausschuss, im Umweltausschuss und im Ausschuss für bürgerschaftliches Engagement. Sorgen bereitet ihm zum Beispiel, „dass Leute sich nicht mehr trauen ihre Meinung zu sagen, aus Angst dann Fördergelder zu verlieren“, dass es keine Gegenfinanzierung für die Rente der kommenden Jahre gibt und die Große Koalition eine Grundrente beschließt, was die FDP zwar so mittragen könne, doch auch deren Finanzierung sei nicht ausgereift. Sorgenträchtig ist für Aggelidis zudem, dass Kindern aus finanziell nicht gut gestellten Familien, die etwas dazuverdienen, wenn staatliche Mittel fließen, ab 100 Euro Verdienst alles weggenommen wird. „Aber bei der Grundrente soll es keine Bedürftigkeitsprüfung geben. Das demotiviert die jungen Menschen und nimmt ihnen die Perspektive. Wie passt das zusammen?“, fragte Aggelidis die aufmerksamen Zuhörer beim Gänseessen. Ein „desaströses Signal“ ist nach Ansicht von Aggelidis, dass die Große Koalition in Berlin nur einem Teil der Bürger den Solidaritätszuschlag erlassen wolle. „Ich war noch ein junger Angestellter, als der Soli eingeführt wurde. Damals wurde versprochen, es handele sich um eine Übergangsregelung. Die Politik muss auch mal Wort halten“, forderte der FDP-Politiker und fügt hinzu: „Was mich erschreckt, ist, wie locker damit umgegangen wird, ob so etwas überhaupt gesetzeskonform ist.“ Aggelidis streifte noch das Thema Klimaschutz und nutzte dann die Gelegenheit, mit den FDP-Mitgliedern ins persönliche Gespräch zu kommen.