Teil zwei des Aktionsplans startet

Gemeindejugendpflegerin Ellen Bruns, Bürgermeister Helge Zychlinski (rechts) und Gemeindekämmerer Joachim Rose präsentieren den Abschlussbericht zum Aktionsplan „Die Gemeinde Wedemark auf dem Weg zur kinderfreundlichen Kommune“. Foto: A. Wiese

Gemeinde weiter auf dem Weg zur kinderfreundlichen Kommune

Wedemark (awi). Nach dem Aktionsplan ist vor dem Aktionsplan: Die Gemeinde Wedemark hat zwar letzte Woche den Abschlussbericht auf dem Weg zur kinderfreundlichen Kommune vorgelegt, ist aber zugleich schon wieder auf dem Weg, um den zweiten Teil der mit dem Siegel verbundenen Auflagen zu erfüllen.
Dass die Wedemark dabei in einem Atemzug mit Kommunen wie Köln, Potsdam, Stuttgart oder Weil am Rhein genannt wird, erfüllt die Verantwortlichen mit deutlichem Stolz. Gemeindejugendpflegerin Ellen Bruns, Bürgermeister Helge Zychlinski und Gemeindekämmerer Joachim Rose zeichneten bei der Vorstellung des Abschlussberichtes für den ersten Teil ein klares Bild von den Herausforderungen, vor die sie sich gestellt sahen und auch weiterhin sehen. Und sie räumten auch ganz klar ein: „Alles, was wir uns vorgenommen hatten, haben wir nicht erreicht. Wir hatten uns einfach zu viele Ziele gesetzt.“ Doch für Teil zwei habe man daraus gelernt. Zwischendurch habe sich durchaus auch einmal Verzweiflung breit gemacht, gab der Bürgermeister zu. Aber daraus seien dann wieder ganz neue Maßnahmen entstanden. Sich in allen Belangen am Kindeswohl auszurichten, es in alle Bereiche der Verwaltung zu transportieren, das koste Energie und erfordere Suggestionskraft, so Zychlnski.
Das Ergebnis seien jedoch viele neue Projekte, die nachhaltig weiter wirkten. Einiges sei aber auch daher nicht umgesetzt worden, weil die Verantwortlichen es teilweise nicht mehr wünschten beziehungsweise für notwendig erachteten, erklärte Gemeindejugendpflegerin Ellen Bruns. So hätten sich die als Website geplanten „Wedemark News“ schließlich als viel zu teuer und zeitaufwendig herausgestellt. „Umdenken ist kein Scheitern. Das haben wir auch den Jugendlichen klar gemacht“, so Bruns. Die Arbeitsgruppe habe durchaus nicht nur maßnahmenbezogen gearbeitet, sondern sei strategisch vorgegangen: Dazu gehörten Fragen wie „Wie werden Kinderrechte im Alltag integriert?“ oder „Was ist wirliche Partizipation?“ Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen am Bebauungsplan Mühlengrund in Wennebostel habe gezeigt, dass es zwar immensen Aufwan bedeute, aber gelingen könne. Mit diesem Projekt habe die Wedemark bundesweit geglänzt, berichtete Ellen Bruns stolz.
Nicht umgesetzt werden im ersten Teil des Aktionsplanes konnte unter anderem der Kinder- und Jugendbeauftragte. Das habe zum einen am Fachkräftemangel allgemein gelegen, so Bruns, zum anderen am Personalengpass in der Wedemärker Verwaltung im Besonderen. Zweieinhalb Jahre habe es gedauert, bis man die Jugendhallenleiterstelle wieder habe besetzen können, nachdem Ellen Bruns Gemeindejugendpflegerin geworden sei. Der „Kümmerer“, wie der Kinder- und Jugendbeauftragte intern auch genannt werde, sei jetzt eine der Prioritäten für den zweiten Teil des Aktionsplanes auf dem Weg zur kinderfreundlichen Kommune. Positiv sei zu nennen, dass oft aus einer Maßnahme viele anderen entstanden seien und sich viele Ehrenamtliche berufen gefühlt hätten, sich einzubringen, lobte Bruns. Ein herausragendes Beispiel dazu sei der Radweg der Kinderrechte, der einzigartig in der Bundesrepublik sei.
Der zweite Teil des Aktionsplanes werde in einer großen Gruppe in Angriff genommen, an der Fraktionen und Institutionen, der Arbeitskreis Kinderrechte und das Team des Mehrgenerationenhauses beteiligt seien. Im Forum Kinderrechte würden viele neue Maßnahmen erarbeitet, weniger als im ersten Teil geplant, aber nachhaltiger. Einige Maßnahmen wie eben der Kinder- und Jugendbeauftragte werden wie gesagt auch aus den ersten Teil übernommen. Im Juni wird der Rat den zweiten Aktionsplan offiziell auf den Weg bringen. Die Idee eines Kinderrathauses ist allerdings komplett vom Tisch. „Es ist einfach nicht finanzierbar“, so Bürgermeister Helge Zychlinski.