Theateraufführung zum Motto „Lass das, ich hass das" kommt gut an.

Die Puppen Pia und Lilli, geführt von den Schauspielerinnen Andrea Haupt und Brigitte van Lindt, sind die Hauptpersonen in „Mut und Wut und grüne Socken". Foto: A. Wiese

Grundschule Bissendorf begeistert über das Präventionsprojekt von Gegenwind E.V..

Bissendorf (mp). Die Organisation Gegenwind, die sich seit vielen Jahren für die Prävention von sexuellem Missbrauch in der Gemeinde Wedemark einsetzt, hat für die Grundschulen der Gemeinde ein neues Theaterstück organisiert. Gestern waren die vierten Klassen der Grundschule Bissendorf die ersten, die das neue Stück zu sehen bekamen. Heute und morgen gastiert das Wolfsburger Figurentheater noch in Mellendorf und Brelingen an den Grundschulen. Zwei andere Grundschulen hatten das für sie kostenlose Angebot des Vereins Gegenwind abgelehnt, was Elke Schäfer nicht versteht. Das Puppentheaterstück „Mut und Wut und grüne Socken" ist die konsequente Fortführung von anderen Theaterprojekten wie zum Beispiel „Mein Körper gehört mir". Auch diesmal finanziert der Verein Gegenwind das Stück zu 100 Prozent aus Spenden, betonte die Gegenwind-Vorsitzende Elke Schäfer. Für die Schulen fallen keine Kosten an. In dem neuen Stück, gespielt von Andrea Haupt und Brigitte van Lindt, geht es um das körperliche und sexuelle Selbstbestimmungsrecht von Mädchen und Jungen. Es handelt von dem Mädchen Lilly, das im Kinderzimmer mit seiner Freundin Pia spielt, als Besuch vor der Tür steht. Nacheinander kommen Lillys Oma und Opa, Tante Coco und Onkel Frank mit Sohn Anton ins Haus. Lilly mag es nicht, dass ihr ihre Oma immer wenn sie kommt über den Kopf streichelt und sie fühlt sich unwohl, wenn ihr Onkel ihr zur Begrüßung einen Kuss auf den Mund gibt. Sie erzählt Pia davon, die meint, Lilly sollte einfach mal Nein sagen und ihrem Onkel erklären, dass sie nicht auf den Mund geküsst werden möchte. Lilly engegnet, dass die Erwachsenen doch sowieso machen würden was sie wollen und gar nicht auf sie hören, sondern nur wütend werden würden. Am Ende bringt sie dann doch den Mut auf und sagt ihrem Onkel, dass sie nicht möchte, dass er sie auf den Mund küsst. Obwohl Onkel Frank wütend wird, geht er, ohne ihr für ihr Befinden zu Nahe zu kommen. Ihre Mutter bestärkt sie, nachdem der Onkel gegangen ist, und meint, Lilly hätte doch schon früher etwas sagen können, dann hätten sie das Problem gemeinsam gelöst. Den Kindern soll vermittelt werden, dass es durchaus etwas bringt, Mut zum Neinsagen zu haben, wenn man sich nicht wohl fühlt. Im Theaterstück wird auch immer wieder das Motto, „Lass das, ich hass das" benutzt. Die Kinder waren fasziniert von diesem Stück und schauten ganz leise gebannt zu. Großes Lob gab es von den beiden Schauspielerinnen im Anschluss an die Vorstellung. Man merke, dass die Kinder in der Gemeinde Wedemark schon viel zum Thema Prävention wüssten und gut informiert sein, was auch dem Engagement von Gegenwind zu verdanken sei. Andrea Grunwald-Seitz, Schulleiterin der Bissendorfer Grundschule, erklärte, dass die Lehrer die Vorstellung mit den Kindern im Unterricht noch einmal nachbereiten würden und lobte die Aufführung ausdrücklich als pädagogisch sehr wertvoll.