Theaterstück lockt Kenner

Sylke Bartels (von links) als Kommissarin Schlüter wird ständig mit neuen Wahrheiten konfrontiert während die inzwischen betrunkene Ehefrau Anne vom Geldsegen überfordert ist und die Freunde Elli und Wikko versuchen die Situation zu retten. Ganz rechts das Geburtstagskind Henry, der mit dem Fund der fremden Aktentasche plötzliche Ausreisepläne hat. Foto: E. Rodenbostel

Rodewalder Theaterspieler spielten in Mundart

  • Mellendorf (er). Im 99. Jahr spielt die Preciosa Rodewald ein plattdeutsches Theaterstück. Traditionell seit Anfang Januar sieben Mal im Kreis Nienburg und seit einigen Jahren findet die achte und letzte Aufführung eines Jahres in Mellendorf in der Grundschule statt. In der gut besuchten Aula, ging es in diesem Jahr um einen gerade zum Geburtstag gefundenen Geldkoffer, der für einigen Trubel und ungeahnte Komplikationen sorgte. „Geld verdarvt den Charakter“ hieß das Stück, das ins Niederdeutsch von Manfred Hinrichs übersetzt und mit einigen Ortsangaben aus der Nähe gewürzt wurde.
Ausgesucht wird das Stück bereits im Sommer und die Probven beginnen im Oktober. Die Schauspieler spielen Jahren zusammen und sind in Plattdeutschen geübt. Maren Schindler, selbst seit etwa 30 Jahren auf der Bühne, spielte Anne Pehmöller, die nicht mit ihrem Mann und dem gefundenen Geld ins Ausland wollte und sich lieber im Alkohol Hilfe in dieser Glücks- oder Unglückssituation suchte: „In manchen Häusern wird noch Plattdeutsch gesprochen. Teilweise können wir es nur durch das Hören von den Eltern oder anderer Verwandter. Wird es zu schwierig, machen wir richtige „Sprechübungen“ mit jemandem, der der Mundart, in der ortsüblichen Aussprache vertraut ist.“ Schöne Redewendungen waren hier: „Se drinkt nich!“ „Nu woll!“ (Normalerweise trinkt sie nicht – nun aber doch!) oder: „Du büst up den besten Wege besopen tau warden!“ – „Ick bün all ankomen!“ (Du bist auf dem besten Wege besoffen zu werden – ich bin schon angekommen)
Isabel Josten ist schon seit 20 Jahren dabei und begann bereits als Kind mit dem Theaterspielen. Sie spielte die Taxi Beate und führte in diesem Jahr Regie: „Nach einigen Aufführungen und Jahren beim Plattdeutschen Theater, wird man sich sicherer im Sprechen und es ist nicht mehr so schlimm, wenn man hängen bleibt, dann ist einem der Klang des Dialektes vertraut und man kann schon einmal improvisieren.“ Denn zu Hause, wird eigentlich kein Plattdeutsch mehr gesprochen. Auch beim Publikum war eher die ältere Generation zu sehen. Vereinzelt Jüngere freuten sich über den Klang der Sprache und die Deftigkeit, die in einer Mundart so herrlich herausgespielt werden kann. Ein lustiges, mit vielen Wendungen versehenes Stück, das reichlich Gelegenheit zum Lachen und Applaudieren bot, beendete die Spielzeit in diesem Jahr.