Theresia Brockmann wurde 100 Jahre alt

Die Jubilarin Theresia Brockmann im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel und mit dem zweiten stellvertretenden Bürgemeister Wilhelm Lucka (hintere Reihe Mitte).Foto: A. Wiese

Unter den vielen Gratulanten war auch der 2. stellvertretende Bürgermeister

Elze (awi). Nicht sehr vielen Menschen ist es vergönnt, ihren 100. Geburtstag zu feiern. Und dann noch mit wachem Geist. Theresia Brockmann hatte dieses seltene Glück: Die 100-Jährige beging diesen ganz besonderen Tag am Pfingstmontag im Kreise ihrer Familie im Haus ihres Sohnes Udo und ihrer Schwiegertochter Elke Brockmann in Elze. Die Jubilarin lebt seit 2010 in der Seniorenresidenz Allerhop in Mellendorf. Und seitdem ist sie auch erst Wedemärkerin.
Als sie nach einem Sturz und einem Oberschenkelhalsbruch nicht mehr allein in ihrem kleinen Häuschen im Wald in Lingen wohnen konnte, holten ihr Sohn und ihre Schwiegertochter sie in ihre Nähe in das Heim in Mellendorf. Dort fühlt sich die rüs-tige Senioren den Umständen entsprechend wohl und ist bei allen Aktivitäten wie zum Beispiel dem wöchentlichen Kegeln immer mit dabei. Etwas Probleme bereitet ihr das Hören, aber das darf mit 100 Jahren schon mal der Fall sein. Sportlich war Theresia Brockmann auch früher schon. Regelmäßig ging sie bis ins hohe Alter in ihrer Heimatstadt Lingen zum Schwimmen in die nahe Schulturnhalle und kegelte im Damenkegelclub. Seit dem Tod ihres Mannes 1990 lebte sie allein. Geboren wurde Theresia Brockmann am 9. Juni 1914 in Halbern bei Ibbenbüren. Bis zu ihrem Ruhestand übte sie ihren Beruf als Einkäuferin für Damenoberbekleidung aus und darauf, schick gekleidet zu sein, legt die Jubilarin auch heute noch großen Wert. Und ihr Kleiderschrank weist eine große Auswahl auf. Trotzdem ist ihren Kindern der Satz „Ich habe gar nichts anzuziehen“ vertraut, verriet ihre Schwiegertochter Elke Brockmann schmunzelnd. Sohn Udo ist das einzige Kind von Theresia Brockmann, aber drei Enkel und vier Urenkel gehören noch zur Familie. Am Pfingstmontag kamen außerdem noch viele Verwandte, Freunde und Bekannte zur Feier nach Elze mit rund 20 Gästen. Für die Gemeinde Wedemark gratulierte der zweite stellvertretende Bürgermeister Wilhelm Lucka. Auch er freute sich über die rüstige Jubilarin und überreichte für die Gemeinde eine Urkunde und ein mit regionalen Spezialitäten gefülltes Präsentkörbchen, für die Region eine Urkunde und dann noch eine vom Ministerpräsidenten Stefan Weil. Früher sei Theresia Brockmann eine amüsante Witzeerzählerin gewesen und sie habe traumhaft gehäkelt, verrät ihre Schwiegertochter: Spitzendecken und als das nicht mehr ging, habe sie die Verwandtschaft noch lange Zeit treu mit Topflappen versorgt. Eine begeisterte Hausfrau war Theresia Brockmann allerdings nie. Dafür war die gelernte Verkäuferin in ihrem Job als Modeeinkäuferin zu viel unterwegs. Und jetzt im hohen Alter wolle sie mit der Hauswirtschaft auch nichts mehr am Hut haben, begründete die frisch gebackene Hundertjährige, warum sie sich beim „Backen“ in der Seniorenresidenz immer drückt.