Thies und Castro-Niemann stechen heraus

Während Julian Thies (rechts) beim Känguruwettbewerb zu den Besten unter mehr als 800.000 Teilnehmern gehörte, vollbrachte Quentin Castro-Niemann das Kunststück, bei der Mathematik-Olympiade in den Landesentscheid einzuziehen. Foto: S. Birkner

Umfassende Mathematik-Nachwuchsförderung am Gymnasium Mellendorf

Mellendorf (sb). Als „geistige Spitzensportler“ bezeichnet Fachobmann Martin Reuß die Nachwuchsmathematiker am Gymnasium Mellendorf. 77 von ihnen haben ihre Begeisterung für das in der Schülergunst wohl am stärks-ten polarisierende Fach jüngst eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Sie haben an der 51. Mathematik-Olympiade teilgenommen. Im Zuge dessen beteiligten sie sich freiwillig an der arbeitsreichen „Hausaufgabenrunde“. Ganze 65 Fünft- bis Zwölftklässler lösten die dort gestellten Aufgaben so gut, dass sie sich mit ihren Resultaten für den Regionalentscheid und damit für drei- beziehungsweise vierstündige Klausuren qualifizierten. Alles, was über die Teilnahme an dieser zweiten Runde hinausgeht, sei „außergewöhnlich gut“, wie Reuß weiß: „Um einen Eindruck des Schwierigkeitsgrads zu gewinnen, genügt ein Blick auf die Oberstufenaufgaben. Fachlich befinden sie sich auf Universitätsniveau.“ Den einzelnen Altersstufen angepasst, gehen bereits die Erstrundenaufgaben über die im Unterricht geforderten Kompetenzen hinaus. Ein Sonderlob verdienten sich bei dem bundesweit stattfindenden Wettbewerb der Sechstklässler Carsten Wendt und Tobias Marencke aus der Oberstufe: Sie verpassten die dritte Runde, den Landesentscheid, nur um jeweils einen Punkt. Noch besser machte es Quentin Castro-Niemann aus dem sechsten Jahrgang. Er schaffte es bis in die dritte Runde, wo er wegen Krankheit unglücklich ausscheiden musste. „Das ist schade, tut seinen Leistungen aber keinen Abbruch. Quentin gehört zu den 200 besten Nachwuchsmathematikern Niedersachsens“, freute sich Reuß. Der Dank der Fachobmanns gilt seinen Mathematik-Kollegen, die die Klausuren zusätzlich und in ihrer Freizeit korrigierten. Wie Reuß erklärte, stünden der Spaß am logischen Denken, die mathematische Kreativität und der Umgang mit mathematischen Methoden als Motive im Vordergrund. „Auch die Abschätzung und Einordnung der eigenen Fähigkeiten ist ein wichtiger Beweggrund für die Teilnahme an der Mathematik-Olympiade“, sagte Reuß. Eine zweite Veranstaltung, die den Mellendorfer Nachwuchsmathematikern ihr ganzes Können abverlangte, ist der Känguruwettbewerb. Stolze 332 Fünft- bis Neuntklässler haben daran teilgenommen und sich beachtlich geschlagen: 35 von ihnen wurden für ihre Punktzahl am vergangenen Freitag mit Sachpreisen ausgezeichnet. Der Sechstklässler Julian
Thies zeigte beim Känguruwettbewerb eine außergewöhnliche Leistung: Er löste sämtliche Aufgaben komplett richtig und erreichte damit die volle Punktzahl. Von bundesweit mehr als 800.000 Teilnehmern schafften das gerade einmal 271.