Tim Schustereit ist „Bestattermeister“

Bestattermeister Tim Schustereit (r.) mit Bestattungsfachkraft Christoph Moik (l.) und seinem Auszubildenden im zweiten Lehrjahr, Julius Wiesel.Foto: A. Wiese

Fachkompetenz wird jetzt auch im Bestatterhandwerk mit dem Meisterbrief besiegelt

Mellendorf (awi). Er gehörte 2003 zu den ersten Auszubildenden bundesweit als Bestattungsfachkraft und ist jetzt einer von 18 Bestattermeistern, die vor wenigen Wochen im Ausbildungszentrum in Münnerstadt ihren Meisterbrief erhalten haben: Tim Schustereit (29), von Schustereit-Bestattungen in Mellendorf und Mandelsloh, der mit Thorns-Bestattungen mittlerweile sein eigenes Bestattungsinstitut in Neustadt übernommen hat, hat auf diese Weise seine qualifizierte Ausbildung im Bestattungsgewerbe unter Beweis gestellt.
Dazu gehören neben dem praktischen Teil ein fundiertes Wissen über rechtliche Fragen, Bestattungsgesetze, Friedhofssatzungen, Exhumierungen und Umbettungen, Auslandsüberführungen, Friedhofsrecht, Trauerriten, Trauerpsychologie, Bestattungsvorsorge und rechtliche Problemfälle, Kostenkalkulation, aber auch eine Einführung in die Thanatopraxie, das Einbalsamieren von Toten. „Die Meisterausbildung ist anspruchsvoll und deckt die Bereich Bestattung, Krematioin und Friedhof umfassend ab“, sagt Schustereit. Er geht davon aus, dass der Meisterbrief im Bestattungsgewerbe schon bald Grundlage zur Anmeldung dieses Gewerbes sein wird. „Das heißt nicht, dass ich meinen Kollegen, die wie ich in den Familienbetrieben, zumeist Tischlerbetriebe, in diesen Beruf hineingewachsen und sich qualifiziert fortgebildet habe, die Befähigung abspreche“, betont Schustereit. Aber die Möglichkeit, das Bestatterhandwerk mit einer reinen Gewerbeanmeldung auszuüben, erlaube es eben auch den berühmten schwarzen Schafen in diesem Berufsfeld tätig zu werden. „Ebenso entscheidend wie die fachliche Qualifikation für diesen Beruf ist jedoch die menschliche und charakterliche Eignung“, weiß Tim Schustereit aus Erfahrung. Auf Ehrlichkeit und Empathiefähigkeit legt er zum Beispiel grundlegenden Wert bei der Auswahl seiner Auszubildenden zur Bestattungsfachkraft. Zur Zeit lernen zwei Azubis bei ihm in Neustadt diesen Beruf. Etwa 1000 Bestattungsfachkräften seien seit 2003 bundesweit ausgebildet worden, schätzt Schustereit. Fünf Jahre nach der Freisprechung der ersten Gesellen hat die Handwerkskammer dann jetzt auch die ersten 18 Meisterbriefe ausgestellt. Die Ausbildung ist bundeseinheitlich durch Verordnung des Bundesministeriums für Wirtschaft verbindlich geregelt. Sie ergänzt die Verordnung zum Ausbildungsberuf „Bestattungsfachkraft“ und bietet für alle Absolventen der dreijährigen Ausbildung nunmehr eine weitere Qualifikationsperspektive auf Meisterebene. Tim Schustereit begrüßt diese Entwicklung sehr und will selbst mit kontinuierlicher Ausbildung von Nachwuchs dazu beitragen, dass die fachliche Qualifikation im Bestatterhandwerk selbstverständlich wird. „Ich habe daher meinen Ausbilderschein auch als allererstes Modul der insgesamt zweijährigen Meisterschule gemacht und konnte so schon vor zwei Jahren den ersten Auszubildenden einstellen“, erklärt Schustereit.