Tonnenschweres Ziehvergnügen in Elze

Die Traktoren ziehen den Zugschlitten so weit wie möglich.
 
Die Kleinen vergnügten sich auf der Strohburg und im Sand – ein Event für die ganze Familie. Fotos: A. Wiese

Mehrere hundert Zuschauer verfolgen Traktor-Pulling

Elze (awi). Das Wetter hätte besser nicht sein können: Sonnig, aber nicht zu warm, der Boden trocken, aber nicht staubig. Die genau die richtigen Voraussetzungen für die kraftstrotzenden Zugmaschinen von 1,8 bis 9,5 Tonnen, ihre 60 bis 250 PS effektiv einzusetzen. Es ging am Sonntag auf dem Feld hinter der Landschlachterei Dettmers allerdings nicht um gerade Pflugfurchen oder andere Feldbearbeitungen, sondern ausschließlich um die Kraft der Maschine und das Geschick und die Erfahrung ihres Fahrers. Entscheidend ist es, den aus Nienburg ausgeliehenen Zugschlitten mit optimal verteiltem Gewicht auf der Achse so weit wie möglich über das Feld zu bekommen, denn dieser bohrt sich mit jedem Meter weiter in den Boden und irgendwann kommt jeder Trecker an seine Grenzen – der Massey Ferguson bis 1,8 Tonnen eher als der Fendt bis 9,5 Tonnen. Aber irgendwann ist Schluss, dann reißt der fußläufige Begleiter seine Flagge hoch und ein schriller Hupton erklingt. Von der digitalen Anzeige am Zugschlitten können die Zuschauer ablesen, wieviele Meter der Kandidat geschafft hat. Da kann es durchaus um Zentimeter gehen. Die Veranstalter um Carsten Dettmers waren mit dem Zulauf sowohl an Teilnehmern als auch an Zuschauern durchaus zufrieden, wenn es auch auf beiden Seiten weniger als in den Vorjahren waren. Aber es gab auch viele Konkurrenzveranstaltungen und die Landwirte waren bereits stark in die Ernte eingebunden. Die Besucher konnten sich, während sie das Geschehen auf dem Feld verfolgten, mit Bratwurst, Steaks, Kaffee und Kuchen stärken, die Kinder sich an Schmalzkuchen und Eis laben, die Eltern überreden, ihnen einen heliumgefüllten Luftballon in Trecker- oder Mignonform zu kaufen oder sich beim Quadfahren und auf der Strohburg und im Sandkasten vergnügen. Letztendlich handelte es sich aber auch um einen ernsten Wettbewerb, bei dem es Pokale zu gewinnen gab. In der Klasse A bis 1,8 Tonnen siegte Cord-Heinrich Vortmüller aus Schadehop mit einer Weiter von 98,13 Metern mit seinem Massey Ferguson vor Niclas Thieße aus Schwarmstedt mit seinem MAN und Carsten Brüggemann aus Scherenbostel mit seinem Deutz. In der Klasse bis 2,5 Tonnen setzte sich Stefan Kunze aus Böhme mit seinem IHC mit 165,93 Metern vor Jannis Dierks aus Eilte und Heino Lindwedel aus Elze durch. In der Klasse C bis 3,5 Tonnen hieß der Sieger Henning Baar aus Bosse mit seinen New Holland und einer Weite von 200 Metern vor Timo Schnackenberg aus Tewel und Maco Wiechers aus Böhme. In der Klasse E bis 4,5 Tonnen zog Marco Wiechers mit seinem IHC den Zugschlitten über 150,99 Meter und gewann damit vor Timo Schnackenberg und Jürgen Thielking aus Neustadt. Heiner Heemsoth aus Bosse siegte mit seinem John Deere in der Klasse E bis 5,5 Tonnen und einer Weite von 74,95 und 98,46 Metern nach Stechen vor Jan Schnackenberg aus Schwalingen und Stefan Kunze aus Böhme. Lars Gutt aus Sehnde dominierte mit seinen John Deere die Klasse F bis 6,5 Tonnen. Er schaffte eine Weite von 78,79 Metern und setzte sich damit gegen Stefan Gärtner aus Westenholz und Heiner Heemsoth aus Bosse durch. In der Klasse G bis 7,5 Tonnen holte sich Stefan Gärtner mit seinem Fendt den Sieg vor Lars Gutt und Gerd Winkelmann aus Frankenfeld. Bei den Schleppern bis 8,5 Tonnen setzte sich Sven Aßmus aus Westenholz mit John Deere und einer Weite von 100 Metern gegen Stefan Gärtner und Jan Vortmüller aus Schadehop durch. Bei den Schwergewichtlern bis 9,5 Tonnen hieß der Sieger wiederum Sven Aßmus aus Westenholz auf John Deere und 200 Metern vor Bendix Winter aus Wulfelade auf Fendt, der nur 150 Meter weit mit dem Zugschlitten kam. Ein großes Dankeschön der Veranstalter geht an die vielen fleißigen Helfer, insbesondere auch an die backfreudigen Frauen. Ohne die vielen helfenden Hände wäre diese Veranstaltung nicht auf die Beine zu stellen, betonte Carsten Dettmers. Darum wird es auch in diesem Jahr ein großes Helferessen geben. Im Raum steht außerdem, aus dem Überschuss die Anpflanzung von kanadischen Eichen an der Hohenheider Straße in Elze zu finanzieren, um etwas für den Klimaschutz zu tun, kündigte Dettmers an. Hier ist aber die Detailplanung noch nicht abgeschlossen.