Trabant wechselt Standort

Mit Muskelkraft wurde das Trabi-Abidenkmal aus dem Innenhof geholt.

Abi-Denkmäler sollen wieder aufgebaut werden

Mellendorf. Sie sind Erinnerungen an die Schulzeit und manchmal auch ein Stück Zeitgeschichte: die Denkmäler der vergangenen Abi-Jahrgänge. Auch wenn das Gebäude abgerissen wird, sollen sie erhalten werden. Dazu gehört auch der blaue Trabant des Jahrgangs 1990. Es war eine aufregende Zeit – damals vor 21 Jahren. Während in Berlin die Mauer fiel, übte der Jahrgang bereits kräftig für das Abitur. Was lag da näher, als ein Stück Mauer und das Symbolauto dieser Zeit als Abi-Denkmal aufzubauen. Jetzt – gut zwei Jahrzehnte später – war das blaue Fahrzeug kaum noch zu erkennen. Ein dorniger Busch umgab den Wagen. Mit Arbeitshandschuhen geschützt und bestens mit Gartenwerkzeug ausgerüstet, entfernte eine Gruppe Ehemaliger zunächst das widerspenstige Grün. Anschließend bauten die Abiturienten des Jahrgangs 1990 die Mauer ab und bereiteten danach den Trabant für den Abtransport vor. Dafür montierten sie unter anderem die Achsen ab. Auch die anderen Denkmäler wurden an diesem Tag auf Paletten aus dem Innenhof transportiert. Mit großem Engagement kümmerte sich darum Henning Pries (Jahrgang 2005). Dabei half ihm Hans-Joachim Rödiger, Mitglied der Schulleitung. Karen Drews, die Vorsitzende der Freunde und Förderer des Gymnasiums Mellendorf, unterstützte die Akteure tatkräftig und dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz: „Es hat mir Spaß gemacht, zu sehen, wie harmonisch Sie zusammengearbeitet haben“, sagte sie zu den Helfern. „Ich freue mich immer, wenn ich eine solche Teamarbeit erlebe!“ Die Denkmäler sollen zu einem späteren Zeitpunkt im Bereich des neuen Schulgebäudes wieder aufgestellt werden. Bis dahin werden sie in einer kostenlos zur Verfügung gestellten Scheune untergebracht. Für den Transport kommt die Gemeinde Wedemark auf. „Indem die Abi-Denkmäler auch am oder im neuen Gebäude erhalten bleiben, wird eine schöne Tradition fortgeführt“, sagte Drews. „Zugleich wird auf diese Weise ein besonderes Andenken an das alte Gebäude geschaffen, in dem Generationen von Schülern ihr Abitur gemacht haben.“