Traditionsreiche Hubertusjagd in Brelingen

Voll konzentriert sind Pferd und Reiter beim Sprung über das anspruchsvolle Baumhindernis. Foto: B. Stache

Beste Bedingungen für Reiter, Pferde und Zuschauer

Brelingen (st). Ungewöhnlich milde Temperaturen mit zweistelligen Plusgraden bescherte der erste kalendarische Wintertag dem Reit- und Fahrverein Brelinger Berg e.V. zu seiner alljährlich stattfindenden Hubertusjagd am Sonntagnachmittag. Entsprechend gut gelaunt waren dann auch die 50 Reiter und 300 Zuschauer, die sich zum Stelldichein vor der großen vereinseigenen Reithalle eingefunden hatten. Nach dem Empfang und dem Eintragen ins Jagdbuch erfolgte die Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden, Peter Moser, den Brelinger Jagdherrn Heinz Hollmann sowie die Jagdhornbläser des Hegerings Wedemark unter Leitung von Klaus Breitkopf. „Die Hubertusjagd hat bei uns Tradition, die wir seit 25 Jahren pflegen“, sagte der Vorsitzende des 1974 gegründeten Reit- und Fahrvereins. Der erfahrene Jagdreiter und Master Camill Freiherr von Dungern aus Fuhrberg, der mit seiner gut trainierten Niedersachsen-Meute der Jagdgesellschaft vorausritt, informierte die Gäste noch über Details zum Ablauf einer Hubertusjagd. Beim Führen der Foxhound-Hundemeute wurde der Master von drei Pikeuren unterstützt, unter ihnen seine Enkelin Celina Löbbecke. Mit dem Signal „Auf zur Jagd“ ging es für die Reiter zu Pferde auf die zirka 15 Kilometer lange Jagdstrecke rund um die Brelinger Berge. Zuvor hatte Schleppenreiter Hans-Dieter Rohrig gemeinsam mit Martin Börgel die Schleppe gelegt: Aus einem am Sattel seines Pferdes angebrachten Kanister tropfte eine Anislösung zur Simulation der Fährte des Wildtieres, dem die Hubertusjagd galt – dem Fuchs. Insgesamt 30 Hindernisse, darunter einige sehr anspruchsvolle, galt es zu überwinden – nur wenige konnten umritten werden. Geritten wurde in verschiedenen Feldern, dem springenden und dem nicht springenden Feld, bei dem auch die 7-jährige Cosima Löbbecke auf dem Deutschen Reitpony „Cleo“ tapfer mitritt. Alle nicht reitenden Gäste wurden auf Treckeranhängern entlang der landschaftlich reizvollen Strecke befördert. „Unsere Jagdstrecke zeichnet sich durch den besonderen Schwierigkeitsgrad der Brelinger Bergen und die wunderschöne Landschaft aus. Deswegen begrüßen wir immer wieder auch Jagdgäste, die von weit her anreisen, unter anderem aus dem Emsland und aus Kiel“, erklärte Jagdherr Heinz Hollmann. Unterwegs konnten sich Reiter und Zuschauer in der alten Sandkuhle bei einer kleinen Pause stärken, und gegen 15.30 Uhr kehrten alle wohlbehalten an die Reitanlage in Brelingen zum abschließenden Halali zurück. Am großen Lagerfeuer genossen die Jagdreiter zunächst ein Glas Sekt, während die Niedersachsen Meute das traditionelle „Curée“, frischen Pansen, unter sich aufteilte. Mit dem Jagdhornsignal „Jagd vorbei – Halali“ endete die Brelinger Hubertusjagd 2011. Wolfgang Kailing, Präsident des Niedersächsischen Polo-Clubs aus Hannover, der seit 23 Jahren die Jagd in Brelingen mitreitet, fasste die positive Stimmung der Jagdreiter zusammen: „Wir haben heute bei dieser guten Hubertusjagd in Brelingen den letzten schönen Herbstsonntag des Jahres erlebt.“ Jagdteilnehmer und Zuschauer saßen anschließend zur Jagdvesper, Grünkohl mit Bregenwurst von der Brelinger Fleischerei Grimsehl, in der beheizten und herbstlich geschmückten Reithalle gemütlich beisammen.