Udo Gremke leitet das Gymnasium

Vor zehn Tagen hat Udo Gremke die Stelle als Leiter des Gymnasiums Mellendorf angetreten und ist jetzt für 964 Schüler und 84 Lehrer verantwortlich. Der 52-Jährige weiß, dass er als Nachfolger von Swantje Klapper nach 16 Jahren in große Fußstapfen tritt und freut sich auf diese anspruchsvolle Aufgabe sowie eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit Eltern, Schülern, Schulträger, Lehrer- und Schulleiterkollegen. Foto: A. Wiese

„Ich wünsche mir eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen Kollegen“

Mellendorf (awi). Er ist 52 Jahre alt, verheiratet, Vater zweier fünf und sieben Jahre alten Kinder, wohnt in Hannover Bemerode und wollte „diese Stelle unbedingt haben“. Diese Stelle – das ist die Leitung des Gymnasiums Mellendorf, die Verantworung für 84 Lehrerkollegen und 964 Schüler. Udo Gremke ist der Nachfolger von Swantje Klapper, die als Schulleiterin des Gymnasiums Mellendorf vor den Sommerferien mit viel Wehmut in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde. Tatsächlich aufgehört zu arbeiten hat Swantje Klapper allerdings erst vor wenigen Tagen, denn sie hat nicht nur das aktuelle Schuljahr noch sorgfältig vorbereitet, sondern ihren Nachfolger auch umsichtig wie es ihre Art ist, eingearbeitet.
Um Schulleiter mit allen Rechten und Pflichten werden zu können, müssen eine ganze Menge Formalien erfüllt und Zustimmungen eingeholt werden. Bis das soweit war, zog es sich, daher hatte Udo Gremke nicht wie eigentlich geplant seinen Dienst zum Schuljahresbeginn antreten können. Das Okay vom Schulvorstand hatte er nämlich bereits im Februar diesen Jahres bekommen. Doch dass man nicht immer auf dem kürzes-ten Weg ans Ziel kommt, diese Erfahrung hat Udo Gremke in seinem Leben immer wieder gemacht und daher nicht die Geduld verloren. Der Hannoveraner machte sein Abitur an einer IGS in Hannover, lernte dann in den achtziger Jahren den Beruf des Sozialversicherungs-
fachangestellten, absolvierte seine Bundeswehrzeit, arbeitete in seinem Beruf, versuchte sich im Studium der Wirtschaftswissenschaften, entschied sich dann jedoch für den Lehrerberuf, studierte Deutsch und Sport für das Lehramt an Gymnasien und ließ sich auch vom Kommentar der Dozentin in seiner ersten Vorlesung an der Uni „Herzlich willkommen in der prognostizierten Arbeitslosigkeit“ nicht entmutigen. Er überstand die einjährige Wartezeit auf das Referendariat, ging dafür klaglos nach Frankfurt am Main und anschließend nach Hofheim im Taunus. 2003 wurde das Heimweh nach Niedersachsen jedoch so stark, dass Gremke sich auf eine Stellenausschreibung bewarb, das Ländertauschverfahren im Nachgang bewilligt wurde und er von 2003 bis 2010 am Gymnasium Himmelsthür bei Hildesheim unterrichtete. Es folgte der Wechsel an das Kurt-Schwitters-Gymnasium in Misburg und 2016 als Fachkoordinator an das Hannover-Colleg in Döhren. „Ich bin ein sehr neugieriger Lehrer und gucke gerne in andere Schulsysteme“, begründet Gremke im Gespräch mit dem ECHO die Wechsel. Doch jetzt scheint er angekommen. Diese Stelle am Gymnasium Mellendorf, dieser Schule mit dem exzellenten Ruf in der Region, habe er unbedingt haben wollen. Drei Bewerber waren es nach der zweiten Ausschreibung. Am Ende blieb einer übrig – Udo Gremke. „Ich wollte aufs Land“, sagt er. Zum Unterrichten kommt er als Schulleiter allerdings kaum noch. Für viereinhalb Stunden Sport ist er in einer fünften und einer sechsten Klasse eingeplant. Doch zu tun gibt es für ihn genug. Bereits die erste Woche verging für ihn wie im Flug, wobei das Vorstellen zurzeit noch Priorität hat: beim Schulvorstand, den Eltern, der Schülervertreterung, der Gemeindeverwaltung als Schulträger – gestern gab es ein
erstes Gespräch mit Bürgermeister Helge Zychlinski – und den Schulleiterkollegen der anderen Wedemärker Schulen. Einen großen Stellenwert hat für ihn „der Umgang innerhalb dieser Schule, die Wertschätzung Lehrern, Eltern und Schülern gegenüber. „Es reizt mich, Prozesse anzuschieben, gerade an einer Schule wie dieser, wo Qualität an erster Stelle steht“, verrät Udo Gremke. Doch zuallererst ist er schulübergreifend interessiert einer „guten Zusammenarbeit und einem konstruktiven Austausch mit allen anderen Schulen auf dem Campus W.“