Über 400 Holzleisten verkleiden die Betonfächen des Hortturmes

Kleine Arbeitspause für die Projektgruppe, die den grauen Aufzugsturm auf dem Kirchengelände mit Rhombusleisten aus sibirischem Lärchenholz verkleidet. Foto: Christian Becker

Projektgruppe der Kirchengemeinde erledigt Arbeit in Eigenleistung

Brelingen. Sie sägen und bohren, schrauben und halten die Wasserwaage an. Mehrere ehrenamtliche Helfer, die sich in einer Projektgruppe zusammengefunden haben, verpassen dem grauen Betonturm, in dem sich der Aufzug zum Hort auf dem Kirchengelände befindet, eine Holzverkleidung.
„Wir werden insgesamt deutlich mehr als 400 einzelne Leisten ausmessen, zuschneiden, einpassen und anschrauben“, erläutert Volker Diestelhorst. Der Diplom-Ingenieur aus Brelingen hat sich mit einigen anderen Ehrenamtlichen aus der Kirchengemeinde bereit erklärt, die Arbeit in Eigenleistung auszuführen. Die Zusage dazu hatten einige Männer spontan in einer öffentlichen Kirchenvorstandssitzung gegeben. Diestelhorst koordiniert die Arbeitseinsätze. „Wir sind froh, dass sich diese Projektgruppe gebildet hat, denn für eine Vergabe der Arbeiten an eine Firma fehlt uns schlichtweg das Geld“, sagte die Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Marion Bernstorf. Allerdings steht der Kirchenvorstand unter dem Zwang, dass die Arbeiten erledigt werden müssen, denn die Turmverkleidung war Teil der Bauauflage. Auf deutlich über 10 000 Euro beliefen sich die Angebote, die die Kirchengemeinde einholte. Daraus reifte der Entschluss zum Selbermachen. Jetzt sind Handwerker und handwerklich Begabte seit mehreren Sonnabenden an der Arbeit.
Die Hälfte des Turmes ist bereits mit Rhombusleisten aus sibirischem Lärchenholz verkleidet. Die Projektgruppe mit Volker Diestelhorst, Stefan Grimsehl, Jens Lindenburger, Lisa Sacht, Rouven Sacht, Marion Bernstorf, Friedrich Bernstorf, Heike Meinheit, Paul Bernstorf, Timo Stehr und Friedrich Niemeyer jun. ist zuversichtlich, dass die Arbeiten noch vor Wintereinbruch abgeschlossen werden können. Weitere Helfer im Hintergrund sorgten für Mittagessen oder backen Kuchen und kochen Kaffee.
Stichwort: Rhombusleisten: Namensgeber für die Rhombusleiste ist die geometrische Form, in der die Holzleisten zugeschnitten werden. Ein Rhombus ist ein Parallelogramm mit gleichen Seiten. Entgegen der Namensgebung bildet der Querschnitt der Leisten meist keinen tatsächlichen Rhombus. Die Leisten, die in Brelingen verbaut werden, weisen eine Höhe von 68 Millimetern und eine Dicke von 27 Millimetern auf. Die Leisten werden so montiert, dass die abgeschrägte Seite nach oben zeigt, um einen guten Wasserabfluss zu gewährleisten. Die Gesamtlänge der Leisten, die für den gut sieben Meter hohen Aufzugsturm in Brelingen benötigt werden, summiert sich auf gut einen Kilometer.