Uli Stein und der Himmel auf Erden

Uli Stein und eins seiner Wolkenmotive. Foto: A. Wiese

imago zeigt die erste Fotoausstellung des Cartoonisten

Bissendorf (awi). Hört man den Namen Uli Stein, denkt man an Mäuse und Mehlbox, nicht an Fotos und Wolken. Aber das könnte sich ab Sonntag ändern, denn dann eröffnet Wedemarks prominenter Bürger seine erste Fotoausstellung. Ute Löwener vom Kunstverein imago ist schon ein wenig stolz, dass es imago ist, der am Sonntag ab 12 Uhr in seinen Räumen im Bürgerhaus Uli Steins „Himmel auf Erden“ als Premiere präsentiert.
Manfred Zimmermann wird die Einführung am Sonntag halten und er war es auch, der den Kontakt zwischen dem Kunstverein und Uli Stein vermittelte. Mittlerweile präsentiert der Künstler fast zeitgleich eine Fotoausstellung in Goslar, aber imago war zuerst da und hier ging es auch gleich um die Wolkenfotos, erzählt Stein. Eine Auswahl von 50 Bildern hat er mitgebracht. Sind das alle? Er schmunzelt: „Es gibt aus vier Jahren rund 5.000 Aufnahmen, 4.000 hab ich sofort gelöscht, 1.000 behalten, 100 ausgedruckt und 50 für die Ausstellung ausgesucht.“ Warum ihn gerade Himmel und Wolken so faszinieren, weiß der Künstler, der seit 20 Jahren in Bissendorf-Wietze wohnt, eigentlich auch nicht. Ob es damit zu tun hat, dass diese Motive so vergänglich und im Handumdrehen wieder verschwunden sind? Und niemals so wiederkommen. „Himmel mögen einander ähnlich sein, aber es ist niemals das Gleiche wie in den paar Sekunden, wenn man seine Fotos von eben diesem Moment macht. Keines der Fotos ist jemals wiederholbar, wenn man es versemmelt“, sinniert der Fotograf nachdenklich. Sein erster Blick, wenn er aus dem Haus tritt, ist immer nach oben. Sieht es da richtig cool aus, braucht man gar nicht erst loszufahren. Bis man irgendwo draußen ist, ist alles längst wieder vorbei, hat Stein in den letzten Jahren gelernt, und auch, im Himmel lesen zu können, zu antizipieren „Ja, das könnte was werden!“ Es wird aber doch nicht immer was und manchmal kommt Stein auch mit leeren Händen, beziehungsweise Kamera nach Hause – die er übrigens 24 Stunden am Tag am Mann hat, um immer schussbereit zu sein. Und eine Nikon muss es sein, bekennt der Autodidakt freimütig, der seit seinem zehnten Lebensjahr fotografiert. Und da er Jahrgang 1946 ist, behinhaltet das, dass er das Fotografieren schwarzweiß begonnen und seine ersten Filme in der Dunkelkammer selbst entwickelt hat. Die Technik entwickelte sich weiter, Stein ging mit und stieg vor rund zehn Jahren auf Digitalfotografie um. Dankbar nutzt er alle Möglichkeiten, die diese ihm bietet, inklusive Nachbearbeitung am Computer. „Ich mache ganze Belichtungsreihen mit dem Stativ, immer das gleiche Motiv, setze die Fotos später am Computer zusammen, um bestimmte Details zu verstärken. Dadurch kommt die einmalige Stimmung zustande“ , sagt der 66-Jährige, der zunächst als freier Journalist, Fotograf und Drehbuchautor für Radio-Comedy arbeitete, bevor er seine Karriere als Cartoonist begann. Mitte der 70er Jahre erregte sein Humor die Aufmerksamkeit verschiedener Zeitschriften. In der Folge erschienen seine Cartoons in mehr als 100 Medien in ganz Europa. Die Ausstellung „Himmel auf Erden“ bei imago ist vom 11. November bis zum 16. Dezember zu sehen: dienstags bis freitags von 11 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr, sonnabends von 11 bis 13 Uhr, sonntags von 15 bis 17 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung. Künstlergespräch ist am 29.November um 18.30 Uhr, moderiert wie die Eröffnung von Manfred Zimmermann. Der Gang durch die Ausstellung lohnt sich auf jeden Fall. Und vielleicht schaut danach auch der Betrachter ganz anders in den Himmel, wo es so viel zu beobachten gibt!