Umweltschutzpreis für drei Preisträger

Alle Preisträger stellten sich nach der Ehrung im Rat am Montagabend mit ihren Urkunden für ein Gruppenfoto auf. Foto: A.Wiese

NABU-Jugendorganisation, Arbeitskreis Moor und Ludwig Uphues erhalten je 500 Euro

Wedemark (awi). Der Umweltschutzpreis der Gemeinde Wedemark geht in diesem Jahr an zwei Organisationen und einen Einzelpreisträger: An die Jugendorganisation des Naturschutzbundes NABU, den Arbeitskreis Moor im Verein Bürger für Resse und den Naturschützer Ludwig Uphues. Alle Preisträger nahmen Urkunden und Glückwünsche am Montagabend in der Gemeinderatssitzung entgegen. Das Preisgeld von 1.500 Euro wird gerecht aufgeteilt: Jeder Preisträger erhält 500 Euro.
Wedemarks Umweltbeauftragte Ursula Schwertmann berichtete, dass es den Umweltschutzpreis begreits seit 1990 gibt. Erst sei er jedes Jahr verliehen worden, mittlerweile alle zwei Jahre. Gedacht ist er für Personen oder Gruppen, die sich um die Umwelt besonders verdient gemacht machen. Für die Grünen führte der zweite stellvertretende Bürgermeister Wilhelm Lucka aus, dass „Umweltschutz“ zwar heute ein abgegriffenes Wort sei, aber dennoch nicht weniger wichtig. Dabei gebe es die aktive und die passive Komponente. Mit dem Umweltschutzpreis der Gemeinde Wedemark würden Umweltschützer ausgezeichnet, die sich aktiv einbrächten. „DieBeeinträchtigung von Natur hat ein Ausmaß erreicht, das ein Umdenken erfordert“, so Lucka. Die aktuellen Preisträger hätten das für sich erkannt und gehandelt: Der Arbeitskreis Moor im Verein Bürger für Resse habe aktiv in die Diskussion eingegriffen und „das Moor ins Dorf geholt“. Davon profitierten das Moor und die Dorfgemeinschaft. Das Team Jugendarbeit des NABU sei ein Beispiel für herausragende Jugendarbeit im Umweltbereich. Nach dem Motto „Mitmachen und mitgestalten“ seien hier von und mit Jugendlichen Nistkästen erstellt und die Aufzucht von Meisen anschaulich dokumentiert worden. Eine besondere Anerkennung in Form eines Blumenstraußes gab es für Jugendbetreuerin Heide Winterfeld.
Einzelpreisträger Ludwig Uphues schließlich fertige nicht nur tagsüber an seinem Schreibtisch im Umweltministerium Gutachten und Stellungnahmen, sondern habe erkannt, wie schützenswert der Raufußkauz in den Fuhrberger Wäldern sei und sich dafür eingesetzt. Auf diese Weise habe er der gefährdeten Natur geholfen und auch etwas für sich gewonnen, lobte Wilhelm Lucka: „Diese Arbeit kann nur wärmstens weiterempfohlen werden!“ Um die Gleichstellung von Frauen und Männern in Niedersachsen allgemein und in der Wedemark im Besonderen ging es in dem Gleichstellungsatlas, den die Gleichstellungsbeauftragte Mona Achterberg den Ratsmitgliedern vorstellte. Dabei kamen interssante Ergebnisse heraus. So liegt beispielsweise die politische Partizipation von Frauen im Landesdurchschnitt bei 26,8 Prozent, in der Wedemark sind allerdings 44,44 Prozent der Ratsmitglieder Frauen. In den Ortsräten liegt der Frauenanteil durchgängig unter 50 Prozent – bis auf den Ortsrat Mellendorf-Gailhof: Da beträgt er 56 Prozent. Manchmal muss man bei Prozentzahlen hinter die Kulissen gucken: Bei Schulabgängern ohne Abschluss waren in der Wedemark im Jahr 2011 einhundert Prozent Jungen – es war nämlich nur eine Person in diesem Jahr ohne Schulabschluss. Bei den Abiturienten liegt die Geschlechterverteilung in der Wedemark im Landestrend: Landesweit waren 2011 43,6 Prozent der Abiturienten Jungen, bundesweit 44,4 Prozent, in der Wedemark 43,3 Prozent. Unter dem Landesdurchschnitt liegt die Wedemark, wenn es um den Landesdurchschnitt des Männeranteils beim Personal in Kindertagesstätten geht: Niedersachsenweit sind des 4,2 Prozent, in der Wedemark allerdings nur zwei Prozent. Erhoben wurden allerdings nur die Zahlen aus den gemeindeeigenen Einrichtungen, hob Achterberg herovr. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt bei Frauen landesweit bei l39,8 Prozent, bei Männernbei 5,9 Prozent. In der Wedemark sind bei den Teilzeitkräften 38,7 Prozent Frauen und 5,4 Prozent Männer, das entspricht einer Quote von 7,1, trug Achterberg vor. Bei den Mini-Jobs entfallen bei den 30- bis 55-Jährigen landesweit 24,2 Prozent auf Frauen und 4,3 Prozent auf Männer, in der Wedemark sind 22,6 Prozent der Frauen und 10,8 Prozent der Männer teilzeitbeschäftigt. Achterberg zog daraus das Resümee: „Wir müssen uns mehr um unsere Männer kümmern!“
SPD-Fraktionschef Helge Zychlinski kommentierte den Bericht der Gleichstellungsbeauftragten mit den Worten: „Wir brauchen dringend den Gleichstellungsbericht für die Verwalatung. Hier herrscht klarer Handlungsbedarf, was die Geschlechtergerechtigkeit betrifft.“