Unfallzahlen in der Wedemark sind erfreulicherweise rückläufig

Einsatz- und Streifendienstleiter Frank Bührmann hat die Unfallstatistik für das Jahr 2021 vorgelegt. Foto: A. Wiese
 
An dieser Grafik ist der Rückgang der Anzahl der Verkehrsunfälle in den letzten drei Jahren in der Wedemark zu erkennen und wieviele davon im vereinfachten Verfahren aufgenommen wurden. Grafik: Polizei Mellendorf

Polizei stellt Unfallstatistik für das Jahr2021 vor: Ein Drittel aller Unfälle sind Wildunfälle

Wedemark (awi). Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle ging auch im Jahr 2021 leicht zurück. Wildunfälle nehmen weiter zu und stellen bereits ein Drittel am gesamten Unfallaufkommen. Sowohl die Anzahl der Verkehrsunfälle mit beteiligten Radfahrern als auch die Anzahl verletzter Radler gingen im letzten Jahr erfreulicherweise deutlich zurück.
Die Gesamtzahl der Verkehrsunfallfluchten als auch die Fluchten mi  Personenschaden waren rückläufig; die Aufklärungsquote ließ jedoch nach.
Trotz anderweitiger Aufgaben im Zusammenhang mit der Coronapandemie wie Kontrolle der Coronaverordnung und Versammlungslagen gelang es den Beamten des Polizeikommissariats Mellendorf, die Verkehrsüberwachung in Teilbereichen erkennbar zu intensivieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Verkehrsunfallzahlen zu leisten. Das ist das Fazit des statistischen Berichts des Leiters Einsatz- und Streifendienst der Polizei Mellendorf, Kriminalhauptkommissar Frank Bührmann für das Jahr 2021.
Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich des PK Mellendorf reduzierte sich im vergangenen erneut um 2,84 Prozent auf 650. Damit konnte im Gegensatz zum Trend im Land Niedersachsen und in der PD Hannover die erfreuliche Entwicklung fortgesetzt werden. Von den 650 Verkehrsunfällen wurden von den Beschäftigten des Polizeikommissariat Mellendorf 414 Fälle im vereinfachten Verfahren aufgenommen. Das entspricht einem prozentualen Anteil von rund 64 Prozent. Damit wurden etwa zwei Drittel der Unfälle bereits vor Ort oder im Nachgang durch geringen Verwaltungsaufwand abschließend bearbeitet.
Trotz insgesamt leicht rückläufiger Gesamtanzahl an Verkehrsunfällen stieg die Zahl der Wildunfälle erneut an. Im Jahr 2021 wurden 217 Unfälle mit Wildtieren aufgenommen und bilden somit bereits etwa ein Drittel der Unfälle. Hauptursache sind sicherlich die zahlreichen Landstraßen, die die einzelnen Ortsteile in der weitläufigen Gemeinde Wedemark miteinander verbinden. Glücklicherweise sind bei diesen Zusammenstößen zumeist nur Sachschäden zu beklagen. Die Polizei Mellendorf appelliert in diesem Zusammenhang an alle Kraftfahrer: „Fahren Sie besonders bei beginnender Dämmerung und Dunkelheit vorausschauend und mit erhöhter Aufmerksamkeit, um rechtzeitig auf die die Fahrbahn querenden Wildtiere reagieren zu können!“
Bei den einzelnen Verkehrsbeteiligungsarten war nahezu durchgängig eine Reduzierung um etwa ein Drittel bei den Unfällen festzustellen. Bei den Auto-Fahrenden betrug der Rückgang lediglich zwölf Prozent. Diese stellen damit weiterhin die größte Gruppe. Die geringere Beteiligung von Lkw-Fahrenden ist vermutlich auf eine deutliche Entlastung auf den Umleitungsstrecken entlang der BAB 7 zurückzuführen, so Bührmann.
Erfreulich ist für ihn vor allem der deutliche Rückgang bei den ungeschützten Verkehrsteilnehmenden wie Radfahrenden und Fußgängern nach den Anstiegen im Jahr 2020.
Bedauerlicherweise war im Jahr 2021 wieder ein Verkehrsunfall mit einer getöteten Person zu beklagen. Während die Anzahl der Unfälle mit schwerverletzten Personen stagnierte, konnte bei den Unfällen mit leichtverletzten Personen ein deutlicher Rückgang auf 59 Ereignisse registriert werden. Diese Entwicklung findet sich entsprechend positiv auch bei der Zahl der leichtverletzten Personen wieder. Der tödliche Verkehrsunfall ereignete sich auf besonders tragische Weise am 12. Mai letzten Jahres in der Ortschaft Scherenbostel. Ein 83-jähriger Mann schob sein Fahrrad über die Straße Fuhrenkamp und wurde dabei von einem Opel Insignia erfasst, der von der Langenhagener Straße nach links in den Fuhrenkamp abbog. Nachträgliche Untersuchungen ergaben, dass der Mann vor dem Zusammenstoß einen Herzinfarkt erlitten hatte. Die Gesamtzahl der Verunglückten reduzierte sich im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um 40 Personen,immerhin ein Rückgang um 35 Prozent. Während die Anzahl der schwerverletzten Personen unverändert blieb, ging die Anzahl der leichtverletzten Personen um 38 Prozent um 41 Personen deutlich zurück. Dies stellt den geringsten Wert in den letzten zehn Jahren dar. Betrachtet man die Beteiligung der Hauptrisikogruppen an den Verletzten genauer, lassen sich folgende Entwicklungen feststellen:
Bei den Schwerverletzten ist lediglich bei den über 65-Jährigen ein nennenswerter Rückgang zu registrieren. Unter den leichtverletzten Personen zeigt sich der deutliche Rückgang bei allen Altersgruppen, mit etwa 64 Prozent jedoch besonders bei den Fahranfängern.Der Anteil der beteiligten PKW-Fahrer an den Verkehrsunfällen reduzierte sich im Jahr 2021 erneut um etwa zwölf Prozent auf 320 Personen. Im zurückliegenden Jahr waren bedauerlicherweise zwei schwerverletzte Personen zu beklagen. Bei den Leichtverletzten setzte sich der Trend aus dem Vorjahr fort. Es wurde ein Rückgang um 21 leichtverletzte Personen (minus 41 Prozent) registriert. Im Vergleich zum Vorjahr konnte erfreulicherweise der negative Aufwärtstrend bei den an Verkehrsunfällen beteiligten Radfahrenden wieder umgekehrt werden. Die Anzahl sank um ca. ein Drittel auf 35 Personen. Während sich die Zahl der Schwerverletzten gegenüber 2020 nicht veränderte, ging die Anzahl der leichtverletzten Radler um die Hälfte auf 20 Personen zurück. Dies stellt einen herausragenden Erfolg dar. Sicherlich befand sich der Radverkehr auch im Jahr 2021 auf unverändert hohem Niveau. Möglichweise hat sich hierbei auch die landesweite Strategie zur Bekämpfung des Fehlverhaltens von und gegenüber Radfahrenden ausgewirkt.
Fortgesetzt hat sich in diesem Zusammenhang die Entwicklung, dass zu den verletzten Radfahrenden vermehrt Pedelec-Fahrer zu zählen sind. Diese stellen bereits ca. ein Viertel der Verletzten dar. Auffällig ist hier besonders der Anteil an älteren Personen (55 bis 84 Jahre). Es wird daher erneut auf das Programm „Pedelec fahren – aber sicher!“ hingewiesen. Hierbei handelt es sich um eine speziell für unerfahrene Pedelecfahrer zugeschnittene Präventionsveranstaltung, in der wichtige Tipps und praktische Übungen unter fachkundiger Anleitung angeboten werden. Auch vom PK Mellendorf ist eine entsprechende Veranstaltung für dieses Jahr in Planung. Im Vergleich zum Jahr 2020 ist die Zahl der beteiligten Fußgänger wieder deutlich zurückgegangen. Mit acht Verletzten beträgt der Rückgang über 30 Prozent. Wie bereits geschildert, wurde ein Fußgänger tödlich verletzt. Dafür gab es keinen Schwerverletzten. Die Anzahl der leichtverletzten Fußgänger veränderte sich nur unwesentlich. Die Gesamtzahl der gemeldeten Verkehrsunfallfluchten ging auch im Jahr 2021 erneut weiter zurück auf 137 Fälle. Allerdings konnten davon nur 42 Delikte aufgeklärt werden. Dies entspricht einem Anteil von etwa 30 Prozent. Damit ist die Aufklärungsquote im Vergleich zum Vorjahr um 9,34 Prozent rückläufig.
Die Anzahl der Verkehrsunfallfluchten mit Personenschaden ging um drei Vorfälle auf die Anzahl fünf zurück und erreichte damit nahezu das Niveau aus 2019. Davon konnten drei Fluchten aufgeklärt werden. Damit wurde hier die Aufklärungsquote auf 60 Prozent gesteigert. Bei der Aufklärung von Verkehrsunfallfluchten ist die Polizei weiterhin auf die Aufmerksamkeit und Meldebereitschaft möglicher Zeugen angewiesen. „Stellen Sie sich als Zeuge zur Verfügung und rufen Sie die Polizei. Melden Sie sich auch dann, wenn Sie darüber in der Zeitung lesen.“ Viele Unfallfluchten ereignen sich im Zusammenhang mit dem Ein- und Ausparken auf Parkplätzen oder seitlichen Parkstreifen. In einigen Fällen bemerken die Fahrzeugführer ihr Missgeschick, steigen aus und stellen jedoch mutmaßlich keinen Schaden fest. In diesen Fällen wird empfohlen stets die Polizei zu rufen, damit ein Schaden ausgeschlossen werden kann beziehungsweise die Schadensregulierung gesichert wird. Erneut gehören Vorfahrtmissachtung, Fehler beim Abbiegen sowie Geschwindigkeitsüberschreitung beziehungsweise Missachtung des Sicherheitsabstands zu den häufigsten Unfallursachen. Diese Fehlverhalten stellen weiterhin einen Schwerpunkt in der Verkehrsüberwachung dar.
Erfreulicherweise ging der Anteil alkoholisierter Fahrer an Verkehrsunfällen deutlich auf ein Drittel zurück.Trotz der umfangreichen Coronakontrollmaßnahmen konnten die Ergebnisse in Teilbereichen der Verkehrsüberwachung weiter gesteigert werden. Insbesondere bei den Vorfahrtsverletzungen (plus 51 Prozent), den Gurtverstößen (plus 61 Prozent) und der Ablenkung durch Handynutzung (plus 40 Prozent) wurden deutlich mehr Delikte geahndet.
Auch im Jahr 2021 stellte das Fehlverhalten der Radfahrer einen besonderen Schwerpunkt dar. Durch diese Aktivitäten gelang es nicht nur, die Anzahl der Verstöße um etwa 25 Proizent zu steigern. Damit wurde vermutlich auch eine Grundlage für den Rückgang der Verkehrsunfälle mit beteiligten Radfahrern gelegt. Die Ahndungsmaßnahmen gegen Alkoholdelikte waren im letzten Jahr um etwa ein Viertel rückläufig. Dies entspricht auch der Entwicklung, dass weniger Unfälle unter Alkoholeinfluss verursacht wurden. 
Weiterhin wurden 54 Strafverfahren wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis eingeleitet. Diese Betroffenen waren entweder gar nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis, einer für das geführte Fahrzeug nicht ausreichenden Fahrerlaubnis oder hatten eigentlich ein angeordnetes Fahrverbot zu verbüßen.