Unterwegs in baltischen und finnischen Mooren

Auch ein Fachvortrag über Estlands Moore ist im MOORiz zu hören.

Fachvorträge im MOORiZ, Moorinformationszentrum Resse

Resse. Am 15. Dezember um 19.30 Uhr führt Dr. Reinhard Löhmer, Biologe, stellvertretender Vorsitzender des BUND Niedersachsen und Sprecher der faunistischen Arbeitsgemeinschaft Moore, die Fachvortragsreihe im MOORiZ in Wedemark-Resse an. 2012 finden weitere Fachvorträge mit namhaften Referenten statt, Termine und Themen können im MOORiZ erfragt oder der Presse entnommen werden. Der Eintritt beträgt jeweils fünf Euro. Dr. Reinhard Löhmer beinhaltet seinen Vortrag wie folgt (Zitat): „Wenn man Moore als besondere Lebensräume verstehen will, muss am Anfang das Studium der umfangreichen Fachliteratur stehen. Nur so kann man sich ein Bild von ihrer Entwicklung in der nacheiszeitlichen Landschaft, von ihrer Morphologie sowie ihrem speziell angepassten Inventar an Pflanzen und Tieren machen. Nicht weniger wichtig ist es aber, dass man sich die Moore vor Ort selbst ansieht und sein Moorbild nicht nur auf das heimatliche Umfeld beschränkt. Dazu bietet es sich an, nach Norden zu fahren, um die Entstehung und das Wachstum von Mooren zu verstehen sowie weitere Moortypen wie z.B. die Palsen- und Aapamoore oder Decken- und Waldhochmoore kennen zu lernen. Sie alle haben ihre Eigenarten. Um die Unterschiede zwischen ihnen zu begreifen, ist die eigene Anschauung unerlässlich.
Sie ist z.B. unbedingt notwendig, wenn man verstehen will, warum eine Vogelart wie der Goldregenpfeifer bei uns in seinem Bestand dramatisch zurück gegangen ist und warum er im Norden Europas überhaupt nicht gefährdet ist. Für den Referenten war der Goldregenpfeifer ein wichtiger Anlass, sich in den vergangenen vier Jahrzehnten immer wieder mit seinen Lebensräumen in Schottland über Island und Skandinavien auseinanderzusetzen, um sich Klarheit über Rückgangsursachen der heimischen Restpopulation zu verschaffen. In dem Vortrag werden baltische und finnische Hochmoore vorgestellt. Die baltischen und südfinnischen Hochmoore gehören noch zu den Regenmooren. Es gibt damit Gemeinsamkeiten mit den hiesigen Moorgeestmooren, aber auch deutliche Unterschiede zum Beispiel in der Oberflächengestalt sowie im biologischen Inventar. Nach Norden dominieren in Finnland Aapa- oder Strangmoore in großer Ausdehnung und mit vielen Übergängen vom sumpfigen, verlandenden Flachgewässer über Flach-/ Niedermoorstadien hin zu beginnendem Hochmoorwachstum. Diese Lebensräume werden mit Bildern erläutert. Den Abschluss bildet ein kurzer Abstecher ins Fjell der norwegischen Finnmark.“ Das MOORiZ bietet mit seiner wissenswerten und informativen Ausstellung über die umliegenden vier Moore einen erlebenswerten Besuch. Öffnungszeiten mittwochs – sonntags 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei! Seit der Eröffnung im September ist es gut besucht und auch der angrenzende Tagungsraum findet großen Zuspruch für vielfältige Veranstaltungen.