Verdienstmedaille für Bissendorfer

Jürgen-Ludwig Voß (Dritter von rechts) erhielt vom stellvertertenden Regionspräsidenten Michael Dette (rechts) die Verdienstmedaille. Zu den Gratulanten gehörte unter anderem Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski (links). Foto: A. Wiese

Soziales Engagement von Jürgen-Ludwig Voß gewürdigt

Bissendorf (awi/r). Jürgen-Ludwig Voß aus Bissendorf hat für sein soziales Engagement am Freitagnachmittag vom stellvertretenden Regionspräsidenten Michael Dette im Regionshaus in Hannover eine ganz besondere Auszeichnung überreicht bekommen. Dette trug vor, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe Jürgen-Ludwig Voß in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um das Allgemeinwohl die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Voß engagiert sich seit vielen Jahren im sozialen Bereich. Hauptberuflich war er bis zu seinem Eintritt in den vorzeitigen Ruhestand Ende 2005 Leitender Regierungsdirektor im Versorgungsamt Hannover. Seit 2008 ist er außerordentliches Mitglied des Landesverbandes Norddeutschland im Bund der Kriegsblinden und zeitgleich in den Bundesvorstand des Bundes der Kriegsblinden Deutschlands berufen worden. Dort ist er seitdem ehrenamtlich als Sachbearbeiter für Sozialrecht tätig. Mit seinem umfangreichen Fachwissen unterstützt und berät Jürgen-Ludwig Voß sowohl den Bundesvorstand, die Landesverbände sowie die Kriegsblinden, ihre Angehörigen und Hinterbliebenen in allen Fragen zum Bundesversorgungsgesetz. Er steht dem Bundesvorstand in schwierigen Rechtsfragen, die seit einer Rechtsänderung im Jahr 2011 im Raum stehen und noch ungelöst sind, sowie bei Gesprächen im Bundesministerium für Arbeit und Soziales zur Seite. Weiterhin vertritt Voß den Bundesverband bei Sitzungen des Bundesausschusses der Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebenenfürsorge.
Der Bissendorfer setze sich in herausragender und ausgezeichneter Weise für die Belange der Kriegsblinden und deren Hinterbliebenen sowie für die im Dienst der Bundeswehr erblindeten ehemaligen Soldaten und die erblindeten Opfer von Gewalttaten ein, so Dette am Freitag in seiner Laudatio. Als beispielhaft dafür sind seine Anstrengungen zu benennen, mit denen er die aufgrund einer Änderung des Bundesversorgungsgesetzes (BVG) im Jahr 2007 eingetretene Verschlechterung für die Witwen von Kriegsblinden aufgezeigt hat und durch seinen beharrlichen Einsatz abwenden konnte. Ferner setzt er sich zurzeit intensiv dafür ein, dass die aufgrund einer weiteren Änderung des Bundesversorgungsgesetzes im Jahr 2011 eingetretenen Verschlechterungen und Ungleichbehandlungen bei der für die Berechtigten in finanzieller Hinsicht besonders bedeutsamen Leistung des Berufsschadens- bzw. Schadensausgleichs behoben werden. Hierzu ist es ihm als Prozessvertreter des Bundes der Kriegsblinden gelungen, im Jahr 2015 ein zusprechendes Urteil des Sozialgerichts Hannover zu erwirken. Da das Urteil mit der Berufung angefochten worden ist, steht eine endgültige Entscheidung in dieser für viele Fälle bedeutsamen Rechtsfrage derzeit noch aus.  Sein besonderer Einsatz in dieser Rechtsfrage gilt aber nicht nur den im Bund der Kriegsblinden vertretenen Mitgliedern, sondern auch allen übrigen geschädigten ehemaligen Soldaten der Bundeswehr und den Opfern von Gewalttaten, die in besonderer Weise von der benachteiligenden Regelung betroffen sind.
Über dieses Wirken hinaus war Jürgen-Ludwig Voß einige Jahre als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Hannover tätig. Seit 2014 übt er diese Aufgabe beim Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen in Celle aus. Die über ein Jahrzehnt geleistete ehrenamtliche Arbeit fände mit der Verleihung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland die ihr gebührende Würdigung und Anerkennung, hob der stellvertretende Regionspräsident hervor.