Vermisster Senior wohlauf entdeckt

Der Vermisste ist gefunden und wird zum Rettungswagen gebracht. Foto: Johanniter
 
Besprechung der freiwilligen Helfer von Johannitern und Feuerwehr. Foto: Johanniter
 
Alois W. auf Abbensen war seit Sonntagmorgen verschwunden. Am Dienstagabend wurde er im Helstorfer Moor gefunden und hat sein Abenteuer offensichtlich einigermaßen unbeschadet überstanden.
 
Diensthundeführer Lars Oellermann (Mitte) mit Labrador Chili, Kommissariatsleiter Jochen Sachweh (rechts) und Kriminalermittlungsdienstleiter Kai-Uwe Bebensee trafen sich nach dem vorläufigen Abbruch des Sucheinsatzes gestern Mittag zur Lagebesprechung am Polizeikommissariat Mellendorf. Foto: A. Wiese

Suchhund der Johanniter findet 76-jährigen Alois W. aus Abbensen lebend im Helstorfer Moor

Abbensen (awi). Der 76-jährige Alois W. aus Abbensen ist am späten Dienstagabend den Umständen entsprechend wohlauf im Helstorfer Moor zwischen Negenborn und Resse von einem Suchhund der Johanniter gefunden worden. Den Umständen entsprechend – er war Sonntagvormittag von zuhause mit dem Fahrrad aufgebrochen – gehe es ihm gut, so der erste Kommentar. Er wurde mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Vorausgegangen war dem glücklichen Ende am Dienstagnachmittag und -abend eine Suchaktion mit insgesamt 150 Kräfte der Bereitschaftspolizei und der Feuerwehr, nachdem zuvor zum wiederholten Mal der Polizeihubschrauber das in Frage kommende Gebiet abgeflogen hatte.
Seit Sonntagmittag hatte die Polizei mit allen ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nach dem 76-jährigen Alois W. aus Abbensen gesucht. Der an Parkinson und Demenz erkrankte Senior hatte sein Haus in Abbensen am Sonntagvormittag gegen 9.30 Uhr verlassen, um vermutlich zu einer Radtour aufzubrechen, und war seitdem verschwunden. Bis zum Redaktionsschluss unserer Printausgabe hatten weder Suchmaßnahmen mit Personenspürhunden noch mit dem Polizeihubschrauber Phoenix und der Wärmebildkamera zu einem Ergebnis geführt.
Nur kurz war seine Frau, die ihren auf Medikamente angewiesenen Mann pflegt, am Sonntagvormittag im Haus beschäftigt gewesen. Als sie nach etwa zehn Minuten nach ihrem Mann sehen wollte, sei dieser verschwunden gewesen und mit ihm sein dunkles Fahrrad. Als die Suche der Familienangehörigen und der Nachbarn zu keinem Ergebnis führte und Alois W. auch nicht nach Hause zurückkehrte, meldete ihn ein Familienangehöriger bei der Polizei Mellendorf gegen 12.40 Uhr als vermisst. „Bei uns ist sofort die komplette Maschinerie angelaufen“, so Mellendorfs Kriminalermittlungsdienstleiter Kai-Uwe Bebensee. Mögliche Anlaufadressen, unter anderem im früheren Wohnort Garbsen des Vermissten, wurden abgeklärt, der Polizeihubschrauber suchte das Gebiet rund um Abbensen mit einer Wärmebildkamera ab. Da ein Personenspürhund der Polizei am Sonntag nicht verfügbar war, wurde ein privater Mantrailerhund eingesetzt, allerdings ohne Erfolg. Um 23.30 Uhr in der Nacht zum Montag wurden die Suchmaßnahmen aus der Luft und mit dem Hund zunächst eingestellt, Streifenwagen suchten aber weiter nach dem Vermissten, ebenso am Montag, wo Personenspürhund „Hummel“ von der Diensthundestaffel Celle, die zur Polizeidirektion Lüneburg gehört, eingesetzt wurde. Hummel verfolgte die Spur vom Wohnhaus in Abbensen bis zu den Papenburg-Kiesteichen bei Negenborn, verlor sie dann jedoch. Nach ersten Pressemeldungen gestern meldeten sich zwei Zeugen. Eine Spur sei den Ermittlern vielversprechend erschienen, berichtete KED-Leiter Bebensee. Eine Zeugin ist sich sicher, Alois W. am Sonntagabend gegen 18.30 Uhr an der L 380 in Höhe der Siedlung Hühnerberg gesehen haben, als er mit seinem Rad in Richtung Resse fuhr. Hier wurde gestern morgen gegen 9 Uhr Personenspürhund „Chili“ angesetzt. „Hunde sind ein tolles Einsatzmittel bei der Suche nach vermissten Personen, aber es gibt auch viele Unwägbarkeiten“, gibt KED-Leiter Bebensee zu bedenken. So könne der Hund irregeleitet werden, wenn die gesuchte Person zu einem früheren Zeitpunkt schon einmal an dem Ort gewesen sei, oder die Geruchsprobe für den Hund nicht ganz unverfälscht sei, weil jemand anderes das Kleidungsstück zum Beispiel ebenfalls in der Hand gehabt habe. Labrador Chili, der seit einem Jahr vom erfahrenen Diensthundeführer Hauptkommissar Lars Oellermann geführt wird, hatte gestern Vormittag als Geruchsprobe ein Stück Windel bekommen, die der Vermisste zuvor getragen hatte. Chili nahm die Spur an der L 380 auch zunächst auf und verfolgte sie bis an den Rand des Helstorfer Moores. Dort verlor sie sich jedoch und gestern Mittag beschlossen Kommissariatsleiter Jochen Sachweh, KED-Leiter Kai-Uwe Bebensee und Diensthundeführer Oellermann zunächst abzubrechen und sich zu einer Lagebesprechung im Kommissariat zusammenzusetzen, um die Möglichkeiten auszuloten, die ihnen jetzt blieben: Sie entschieden sich für eine erneute Suche mit dem Hubschrauber über dem ausgedehnten Waldgebiet zwischen Negenborn und Resse, die bei Redaktionsschluss für die ECHO-Printausgabe am Mittwoch noch lief. Je nach dem, was dabei herauskommen würde, sollte optional eine groß angelegte Suche mit Hilfe von Bereitschaftspolizei und Feuerwehr sowie der Einsatz von Flächenhunden der Johanniter, die das in Frage kommende Gebiet Quadratmeter für Quadratmeter nach einem Menschen absuchen. Für diesen Weg hatte sich die Einsatzleitung schließlich entschieden und alle an der Suche Beteiligten waren überglücklich, als es um kurz nach 21.30 Uhr hieß: Zielperson gefunden und den Umständen entsprechend wohlauf!

Im Folgenden lesen Sie den Einsatzbericht der Johanniter zu der Vermisstensuche am Dienstagabend im Helstorfer Moor: Hannover ■ Am Sonntagvormittag war der 76 Jahre alte Alois W. aus Abbensen, erkrankt an Parkinson und Demenz, plötzlich verschwunden. Gestern um kurz nach 21 Uhr konnte der Senior nach mehr als 60 Stunden Suche und zwei Tagen und Nächten draußen endlich gefunden werden. Johanniter-Rettungshund Tonks hatte bei der Flächensuche im schwer zugänglichen Helstorfer Moor in der Nähe von Negenborn in der Wedemark Witterung aufgenommen. Es war eine Rettung im letzten Moment. Zum einen, weil es immer dunkler wurde und sich die Suche im moorastigen Gebiet schwierig gestaltete. Zum anderen, weil das eingegrenzte Suchgebiet bereits fast komplett durchstreift worden war.

Dem glücklichen Ende vorausgegangen war eine mehr als 60 Stunden währende Suche unter Beteiligung der Polizei mit Hubschrauber mit Wärmebildkamera und Personenspürhunden, der Feuerwehren der Gemeinde Wedemark, der Hilfe von Zeugen und den Rettungshundestaffeln der Johanniter Hannover und des DRK Empelde. Alois W. hatte sein gewohntes Umfeld am Sonntagvormittag mit seinem Fahrrad verlassen. Als er bis mittags nicht gefunden werden konnte, meldete seine Familie ihn als vermisst. Polizeispürhund Hummel fand am Montag eine erste Spur, sie verlor sich allerdings an den Papenburg-Kiesteichen. Eine Zeugin konnte weiterhelfen, sie war sich sicher, Alois W. am Sonntagabend an der L380 in Höhe der Siedlung Hühnerberg gesehen zu haben. Dort fand gestern Morgen Polizei-Personenspürhund Chili die Spur und verfolgte sie bis an den Rand des Helstorfer Moores. Die darauffolgende Suche in dem ausgedehnten Waldgebiet mit dem Hubschrauber blieb erfolglos, weshalb sich die leitenden Polizeibeamten am Nachmittag für eine groß angelegte Suche mit der Hilfe von Feuerwehr und für die Flächensuche zertifizierten Rettungshunden entschieden.

Diese Suchmaßnahmen begannen um kurz nach 18 Uhr. Gegen 21 Uhr kam die erlösende Nachricht vom Suchteam Dr. Anja Rocksin und Border Collie Hündin Tonks: Vermisste Person lebend gefunden! Durch die zum Team gehörenden Rettungsassistenten wurde die sofortige medizinische Behandlung des Seniors eingeleitet. Der ebenfalls zu den Einsatzkräften der Johanniter gehörende Arzt wurde zum Fundort des Vermissten gebracht und übernahm die weitere Behandlung. Ein geländegängiger Unimog des DRK konnte bis zur Einsatzstelle fahren und den Mann aufnehmen. An der nächsten befestigten Straße wurde er an die Einsatzkräfte der Johanniter übergeben, die den Vermissten im Rettungswagen und unter ärztlicher Begleitung in ein hannoversches Krankenhaus brachten.

Der Einsatzleiter der Polizei, Jochen Sachweh, und Maik Plischke, Gemeindebrandmeister Wedemark bedankten sich im Anschluss am Feuerwehrhaus in Negenborn bei allen eingesetzten Kräften. Die vierbeinigen Retter, die sich im Einsatz befunden hatten, bekamen als besonderen Dank ein großes Paket Bockwürstchen. Insgesamt befanden sich knapp 190 Ehrenamtliche im Einsatz, davon 37 Johanniter aus Hannover mit drei Rettungshunden und 21 ehrenamtliche DRK-Helfer aus Empelde mit vier Rettungshunden.

Der Leiter der Johanniter-Rettungshundestaffel des Ortsverbandes Hannover-Wasserturm, Lutz Fricke, lobte vor allem die sehr gute Zusammenarbeit der Einsatzkräfte von Polizei und der Ehrenamtlichen der Ortsfeuerwehren der Gemeinde Wedemark: „Der Einsatzerfolg verdankt sich außerdem des koordinierten Zusammenwirkens der polizeilichen Personenspürhunde und der anschließend eingesetzten Flächensuchhunde. Schon seit vielen Jahren arbeiten die Rettungshundestaffeln des DRK und der JUH verlässlich und erfolgreich zusammen.“



Hannover ■ Am Sonntagvormittag war der 76 Jahre alte Alois W. aus Abbensen, erkrankt an Parkinson und Demenz, plötzlich verschwunden. Gestern um kurz nach 21 Uhr konnte der Senior nach mehr als 60 Stunden Suche und zwei Tagen und Nächten draußen endlich gefunden werden. Johanniter-Rettungshund Tonks hatte bei der Flächensuche im schwer zugänglichen Helstorfer Moor in der Nähe von Negenborn in der Wedemark Witterung aufgenommen. Es war eine Rettung im letzten Moment. Zum einen, weil es immer dunkler wurde und sich die Suche im moorastigen Gebiet schwierig gestaltete. Zum anderen, weil das eingegrenzte Suchgebiet bereits fast komplett durchstreift worden war.

Dem glücklichen Ende vorausgegangen war eine mehr als 60 Stunden währende Suche unter Beteiligung der Polizei mit Hubschrauber mit Wärmebildkamera und Personenspürhunden, der Feuerwehren der Gemeinde Wedemark, der Hilfe von Zeugen und den Rettungshundestaffeln der Johanniter Hannover und des DRK Empelde. Alois W. hatte sein gewohntes Umfeld am Sonntagvormittag mit seinem Fahrrad verlassen. Als er bis mittags nicht gefunden werden konnte, meldete seine Familie ihn als vermisst. Polizeispürhund Hummel fand am Montag eine erste Spur, sie verlor sich allerdings an den Papenburg-Kiesteichen. Eine Zeugin konnte weiterhelfen, sie war sich sicher, Alois W. am Sonntagabend an der L380 in Höhe der Siedlung Hühnerberg gesehen zu haben. Dort fand gestern Morgen Polizei-Personenspürhund Chili die Spur und verfolgte sie bis an den Rand des Helstorfer Moores. Die darauffolgende Suche in dem ausgedehnten Waldgebiet mit dem Hubschrauber blieb erfolglos, weshalb sich die leitenden Polizeibeamten am Nachmittag für eine groß angelegte Suche mit der Hilfe von Feuerwehr und für die Flächensuche zertifizierten Rettungshunden entschieden.

Diese Suchmaßnahmen begannen um kurz nach 18 Uhr. Gegen 21 Uhr kam die erlösende Nachricht vom Suchteam Dr. Anja Rocksin und Border Collie Hündin Tonks: Vermisste Person lebend gefunden! Durch die zum Team gehörenden Rettungsassistenten wurde die sofortige medizinische Behandlung des Seniors eingeleitet. Der ebenfalls zu den Einsatzkräften der Johanniter gehörende Arzt wurde zum Fundort des Vermissten gebracht und übernahm die weitere Behandlung. Ein geländegängiger Unimog des DRK konnte bis zur Einsatzstelle fahren und den Mann aufnehmen. An der nächsten befestigten Straße wurde er an die Einsatzkräfte der Johanniter übergeben, die den Vermissten im Rettungswagen und unter ärztlicher Begleitung in ein hannoversches Krankenhaus brachten.

Der Einsatzleiter der Polizei, Jochen Sachweh, und Maik Plischke, Gemeindebrandmeister Wedemark bedankten sich im Anschluss am Feuerwehrhaus in Negenborn bei allen eingesetzten Kräften. Die vierbeinigen Retter, die sich im Einsatz befunden hatten, bekamen als besonderen Dank ein großes Paket Bockwürstchen. Insgesamt befanden sich knapp 190 Ehrenamtliche im Einsatz, davon 37 Johanniter aus Hannover mit drei Rettungshunden und 21 ehrenamtliche DRK-Helfer aus Empelde mit vier Rettungshunden.

Der Leiter der Johanniter-Rettungshundestaffel des Ortsverbandes Hannover-Wasserturm, Lutz Fricke, lobte vor allem die sehr gute Zusammenarbeit der Einsatzkräfte von Polizei und der Ehrenamtlichen der Ortsfeuerwehren der Gemeinde Wedemark: „Der Einsatzerfolg verdankt sich außerdem des koordinierten Zusammenwirkens der polizeilichen Personenspürhunde und der anschließend eingesetzten Flächensuchhunde. Schon seit vielen Jahren arbeiten die Rettungshundestaffeln des DRK und der JUH verlässlich und erfolgreich zusammen.“