„Vertrauen in die Verwaltung gestört“

Der neue Beirat des Vereins Bürger für eine lebenswerte Wedemark: Vorsitzender Christoph Chilla (von links), Margarethe Garland, Mark Klawitter, Katrin Klawitter und Axel Rönnecke. Foto: Privat

„Bürger für eine lebenswerte Wedemark“ und BI Gailhof kämpfen gemeinsam

Meitze/Gailhof. Der Verein Bürger für eine lebenswerte Wedemark BLWe.V. kämpft für die Interessen aller Wedemärker, jetzt auch gegen das geplante Industriegebiet „Neuer Hessenweg“. Die Gailhofer und Meitzer Bürger sind im Kampf gegen das eigentlich bereits 2016 beerdigt geglaubte riesige Industrie- und Gewerbegebiet „Neuer Hessenweg“ seit dem 14. November ein kräftiges Stück näher zusammengerückt: Mehr als 50 neue Beitritte konnte der Verein „Bürger für eine lebenswerte Wedemark“ am Donnerstag spontan im Rahmen seiner ordentlichen Mitgliederversammlung zusätzlich zu seinen etwa 200 Mitgliedern verzeichnen und weitere Interessierte wollen sich online anmelden.
Mit der bisher schon äußerst aktiven Bürgerinitiative aus Gailhof wollen diese Mitglieder nun mit Unterstützung des BLW ab sofort gemeinsam gegen das geplante Areal mit bis zu 15 Meter hohen Logistikhallen, das in manchen Bereichen bis auf wenige Meter an die Wohnbebauung heranrücken soll, vorgehen. Der BLWe.V. besteht bereits seit mehr als 20 Jahren und hat sich in der Vergangenheit unter anderem bei Großprojekten wie der sogenannten „Y-Trasse“ speziell für die Interessen der Wedemärker Bürger eingesetzt. Jetzt ist es offiziell: Der BLW will seine Kräfte nun auch gegen das geplante Industrie- und Gewerbegebiet „Neuer Hessenweg“ einsetzen. Er hat sich dafür gerüstet, seinen Vorstand neu aufgestellt und am Donnerstag alle Meitzer und Gailhofer Bürger und Interessierte aus der ganzen Wedemark zu einem Austausch eingeladen. Mit großem Erfolg: Die Scheune des Vereinsvorsitzenden an der Meitzer Dorfstraße reichte kaum aus für die gut 80 Besucher.
„Wir hören allerorts, dass immer mehr Bürger das Vertrauen in unsere Gemeindeverwaltung, auch in die von ihnen gewählten Vertreter im Gemeinde- und Ortsrat und in die Fachausschüssen, verloren haben“, bemerkt Christoph Chilla aus Meitze, Vorsitzender des BLW. Gerade jetzt, bei den Planungen für den „Neuer Hessenweg“, fühlten sich wieder viele nicht mitgenommen und der Willkür der Verwaltung ausgesetzt. Das kann auch die Bürgerinitiative gegen das geplante Gewerbegebiet nur bestätigen: „Viele haben versucht, direkten Kontakt mit Ratsmitgliedern, Ortsratsmitgliedern und mit Ausschussmitgliedern zu bekommen, um ihnen vor Ort zu zeigen, welche gravierenden Auswirkungen ihre Beschlüsse auf jeden einzelnen haben. Außer den Grünen ist keiner gekommen, um sich das einmal aus unserer Sicht anzuschauen“, kritisiert Margarete Garland aus Gailhof, Sprecherin der Bürgerinitiative.
Etwa 17 Hektar Industrie und Gewerbeareal direkt am Eingang zur Wedemark und das zwischen zwei kleinen, noch recht ursprünglichen Dörfern. Ein 24-Stunden-Verkehr von Lkws – das führe zu enormen Folgen, sagt sie: „Nicht nur für die Anwohner, sondern auch für die gesamte Wedemark. Denn Gailhof und Meitze werden dadurch noch viel mehr zu einer Verkehrsstaustelle. Und zudem zu einem massiven optischen Schandfleck für dieses Einfallstor zur Wedemark.“ Der BLWe.V. möchte sich auch gezielt an alle Wedemärker wenden: „Immer wieder zeigen Beispiele – wie zuletzt die Umgestaltung vom Bissendorfer Ortskern, die Brelinger Windräder, der Negenborner Ortsdurchgangsverkehr und vieles mehr, dass die Bürger der Wedemark zukünftig Seite an Seite gemeinsam unter einem Dach Stärke zeigen sollten“, appelliert Chilla an die Bürger „um das Standing einzelner Gruppierungen in einem Verbund zu stärken“.
Und er wünscht sich, dass sich jetzt noch viele weitere Wedemärker dem Verein anschließen. Die Mitgliedschaft ist kostenlos, der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden oder freiwillige Beiträge. „Es kann in der Wedemark jeden Ort treffen, auch recht plötzlich, wie das Vorgehen der Gemeinde in Sachen „Neuer Hessenweg“ aktuell zeigt“, betont Chilla. Deshalb sei es eigentlich für jeden gut, die Erfahrungen zu nutzen und starken Verein wie den BLW hinter sich zu wissen.
Weitere Informationen zu der Thematik finden sich demnächst auf der gerade neu gestalteten Website des Vereins www.ytrasse.de.