Viele Bürger kamen zum Austausch

Der Saal war gut mit interessierten und diskussionsfreudigen Bürgern gefüllt. Foto: A.Wiese
 
Maggie Garland von der Bürgerinitiative Gailhof begrüßte die Gäste und Teilnehmer am Podium: Katrin Kuhfß (von rechts), Wilhelm Lucka und Marko Kurz von den Grünen, Christoph Chilla vom Verein Bürger für eine lebenswerte Wedemark in Meitze, Erik van der Vorm von der FDP und Martin Schönhoff von Bündnis C. Foto: A. Wiese

Geplantes Industriegebiet bewegt unübersehbar nach wie vor die Gemüter

Gailhof/Wennebostel (awi). Viele Bürger aus Gailhof und Meitze, aber auch aus anderen Ortsteilen der Wedemark waren dem Aufruf der Bürgerinitiative Gailhof und des Vereins Bürger für eine lebenswerte Wedemark zu einem konstruktiven Austausch gefolgt. Der Saal im Gasthaus Bludau war am Mittwochabend gut gefüllt, auch wenn vorher bekannt war, dass es wohl kaum neue Fakten geben würde. Aber die Organisatoren Maggie Garland und Christoph Chilla wollten den Bürgern Gelegenheit geben, Fragen an die Politiker zu stellen und den Politikern, den Bürgern ihre Haltung zum geplanten Industriegebiet zu verdeutlichen. Wirklich neu war offensichtlich für einige im Saal nur die von Maggie Garland gegen Ende der zweistündigen Veranstaltung bekannt gegebene Information, dass ein Teil des in Frage kommenden Gebietes bereits definitiv verkauft sei. Das war eine kalte Dusche für all diejenigen, die noch immer hoffen, nicht nur das geplante Industriegebiet, sondern an dieser Stelle überhaupt ein Gewerbegebiet verhindern zu können.
„Denn wer kauft Flächen in nicht unerheblicher Größenordnung an, wenn er nicht weiß, ob er damit hinterher was anfangen kann?“, so die Frage eines Bürgers. Eine Antwort darauf bekam er nicht, aber viele nachdenkliche Gesichter. Mitnehmen konnten die Besucher der Veranstaltung, dass FDP/Bündnis C und die Grünen klar gegen ein In-dustriegebiet an besagter Stelle am Ortseingang sind. Beide Fraktionen machten sich für Alternativen stark: Die FDP für einen Standort längs und westlich der A 7 als Verbindung der bestehenden Gebiete zwischen Gailhof und Berkhof. Die Grünen unterstützen ausschließlich ein Gewerbegebiet für örtliches Gewerbe an dieser Stelle, aber als ökologisches Leuchtturmprojekt mit Blockheizkraftwerken und Null-Emissionen, mit dem sich die Gemeinde deutlich als umweltbewusste Wohlfühlgemeide herausstellen sollte. Konkret gefragt, welches Gewerbe sie sich denn dann in ihren dachbegrünten ökologischen Gewerbebauten vorstellen könnte, musste Kathrin
Kuhfß allerdings passen. Das, so meinte sie, sei auch nicht ihre Aufgabe. Die Politik sei nur für die Rahmenbedingungen zuständig. Patrick Cordes von der WGW möchte sich erst einmal schlau machen, bevor er sich für oder gegen ein Indus-triegebiet entscheidet. Ein Bürger gab zu bedenken, dass ein erst einmal ausgewiesenes Industriegebiet Tür und Tor öffne für die Ansiedlung aller Arten von Industrie an dieser Stelle, auch lärm- und stoffemittierende Anlagen wie beispielsweise eine weitere Brechanlage. Weitere diskutierte Themen betrafen die möglicherweise erzielbaren Verkaufs- und Gewerbesteuereinnahmen, die ökologischen Auswirkungen, die Verkehrsproblematik, vor allem auch die Belastungen der Bürger, der Gebäude durch Erschütterungen und der betroffenen Straßen durch zunehmenden LKW-Verkehr. Ärgerlich wurden die Besucher, wenn die politischen Statements sich wiederholten und aus ihrer Sicht am Thema vorbeigingen. Das war allerdings ganz offensichtlich auch bei einigen Beiträgen aus dem Zuschauerraum der Fall.