Visitationsgottesdienst in Resse

Superintendent Holger Grünjes (links) und Pastorin Wibke Lonkwitz hören Kirchenvorstandsmitglied Christian Kubath bei der Lesung aus dem Evangelium des Johannes aufmerksam zu. Foto: B. Stache
 
Pastorin Wibke Lonkwitz (von rechts) und Kirchenvorsteherin Antje Steube verabschieden Elisabeth Gabrysiak mit lieben Worten und einem Blumenstrauß. Foto: B. Stache

Superintendent Holger Grünjes lobt die gute Arbeit der Kapernaum Gemeinde

Resse (st). Zum Visitationsgottesdienst war Superintendent Holger Grünjes am Sonntag in die Evangelisch-lutherische Kapernaum-Kirchengemeinde Resse gekommen – im Rahmen seiner Visitation des verbundenen Pfarramts Kapernaum Resse und St. Michaelis Bissendorf. Visitation bedeutet Besuch und ist seit den großen Reformatoren Luther und Bugenhagen im 16. Jahrhundert gute Tradition in der Kirche, damit Gutes gewürdigt wird und Veränderungen gemeinsam bedacht und angegangen werden. Dazu führt der Superintendent viele Gespräche mit Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen und Kirchenbesuchern. Als Höhepunkt des Besuchs gilt der Visitationsgottesdienst, dem sich am Sonntag ein Kirchenkaffee anschloss. Pastorin Wibke Lonkwitz leitete den besonderen Gottesdienst. Sie wurde dabei von Erich Tyburski an der Orgel und Kirchenvorstandsmitglied Christian Kubath unterstützt, der die beiden Lesungen aus dem Römerbrief und dem Evangelium des Johannes übernommen hatte. „Der heutige Sonntag trägt den Namen Reminiszere, das heißt Erinnerung.“ Mit diesen Worten eröffnete Wibke Lonkwitz den Gottesdienst, den sie unter das Motto Erinnerung gestellt hatte. Bei einer Visitation schaue man auch zurück und erinnere an das, was in der Gemeinde bisher war. Beim Blick auf die Gegenwart werde die Frage gestellt, was haben wir aus der Vergangenheit gelernt. Superintendent Holger Grünjes erwies sich als aufmerksamer Zuhörer, der später auch noch selbst das Wort ergriff. Nach einer kurzen Beschreibung seiner Visitation der beiden Kirchengemeinden in Bissendorf und Resse erklärte er, dass er für seinen Besuch auch etwas mitgebracht habe: „Ich bringe die Bereitschaft mit, zuzuhören.“ Eine Visitation biete die Gelegenheit, im Alltagsgeschäft einmal innezuhalten. Sie sei auch eine Bestandsaufnahme der Gemeinde, die sich in drei Schritte unterteilt: Wo kommen wir her, wo stehen wir jetzt und wohin soll die Reise gehen? Dabei komme es ihm auf wahrnehmen, wertschätzen und weitergeben an, formulierte es der Superintendent. Er sei bei seiner Visitation bereits auf zahlreiche Menschen gestoßen, die mit viel Herz und großem Engagement in den beiden Gemeinden tätig sind. Die Haupt- und Ehrenamtlichen leisteten großartige Arbeit, lobte Holger Grünjes. Die Kapernaum-Gemeinde genieße großes Ansehen – dies sei Verdienst der Ehrenamtlichen und der Pastorin Wibke Lonkwitz. „Sie gehen zu den Menschen und sind für sie da. Das wissen die Menschen zu schätzen“, brachte er das besondere Engagement der Pastorin zum Ausdruck. Lobende Worte fand der Superintendent auch für die Mitglieder des Kirchenvorstands. Diesen bescheinigte Holger Grünjes innovative Ideen. „Sie haben damit neue Ideen und Schwung in das Gemeindeleben gebracht.“ Zum Abschluss seiner Ansprache erklärte der Superintendent: „Hier weht der Geist der Freiheit.“ Während des Visitationsgottesdienstes fiel Kirchenvorsteherin Antje Steube eine besondere Aufgabe zu. Gemeinsam mit Pastorin Wibke Lonkwitz verabschiedete sie Elisabeth Gabrysiak mit lieben Worten und einem Blumenstrauß aus der Gemeinde. Elisabeth Gabrysiak war bis 2018 Kirchenvorsteherin. Anschließend blieb sie der Gemeinde noch als die „gute Seele“ erhalten, die für Garten und Deko, Imbiss und Blumen, Organisation von Kaffeetafeln und Gemeindebriefausträger sowie Hilfestellungen im Gemeindebüro sorgte. „In den letzten zwei Jahren hat sie stetig Aufgaben abgegeben und kann sich dennoch schwer trennen – wir uns natürlich auch nur sehr schwer“, so die Pastorin. Nach dem Gottesdienst hatte die Gemeinde zu Kaffee und Kuchen sowie herzhaften Pizzatalern eingeladen – und zu vielen Gesprächen, auch mit dem Superintendenten. Die Visitation erstreckt sich über den Zeitraum vom 1. bis 15. März. Er werde noch viele Gespräche führen, unter anderem mit dem Kirchenvorstand und weiteren Gemeindemitgliedern, kündigte Holger Grünjes an.