Volle Reihen und viele Lacher

Mit vielen witzigen Dialogen und Situationen brachten die jungen Nachwuchsschauspieler das zahlreich erschienene Publikum immer wieder zum Lachen. Foto: T. Holland

CVJM führt Theaterstück im Bissendorfer Gemeindehaus auf

Bissendorf (th). In Jogginghose und Badelatschen, unrasiert und im Gerade-Aufgestanden-Look betritt der Kommissar die Bühne. Die ersten Zuschauer kichern bereits. Ein paar Sätze später lacht das Publikum aus vollem Hals. Denn eines wurde von Anfang an deutlich: Lustig wird es werden, im Bissendorfer Gemeindehaus am vergangenen Freitag. Über 100 Leute waren an jenem Abend gekommen, um die Inszenierung der Kriminalkomödie „Mörderische Aussichten“ von Mischa Martini zu sehen. Weit mehr, als vermutet, aber mit ein paar zusätzlichen Stühlen und kuscheligem Zusammenrücken wurde auch dieses logistische Problem gelöst. Nach einer kurzen Begrüßung durch die drei Initiatorinnen des Projektes, Frederike Hein, Gwen Saleh und Friederike Köhn, ging es auch gleich richtig los: Kaum war der große Vorhang per Hand zur Seite gezogen, lag auch schon die ers-te Leiche auf der Bühne. Herrmann Kessel, der Besitzer eines Weinguts, wurde offensichtlich umgebracht, der eher unfreiwillig herbeigerufene Dr. Joachim Ganzmüller konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Zeit für den Auftritt des bereits beschriebenen Kommissars, Rigobert Baum. Neben der schwierigen Aufgabe, den Mord am Weingutbesitzer aufzuklären, musste der sich auch noch mit dem aufdringlichen Dr. Ganzmüller herumärgern. Letzterer hält sich nämlich für einen Kollegen, immerhin sei er ja auch Kommissar. Zwar Kommissar für Reblausbekämpfung, aber Kommissar sei schließlich Kommissar. Dabei erforderte der Fall schon die gesamte Aufmerksamkeit des Kommissars. Des richtigen, wohlgemerkt. Beinahe jeder scheint ein Motiv für den Mord gehabt zu haben. War es seine Ehefrau Emilia, seine Geschwister Benjamin oder Tatjana Kessel, die Somilière Elke oder am Ende doch der Kommissar für Rebalusbekämpfung? Nicht nur Rigobert Baum war hier gefragt, kurz vor Ende der Vorstellung konnte auch das Publikum schriftlich mitraten, wer dem Leben des Weingutbesitzers nun ein Ende bereitet hatte. Der scharfsinnigste Hobby-Detektiv aus den Reihen des Publikums, der den richtigen Verdächtigen im Visier hatte, wurde sogar belohnt mit einem kleinen Preis. Zu kurz kam an diesem vergnüglichen Abend aber keiner, die witzigen Dialoge und Situationen, mal verbal und mit viel Wortwitz, mal non-verbal mit einer Portion Slapstick, entlockten den Zuschauern ein ums andere Mal herzhafte Lacher. Die Idee zu diesem Theaterprojekt sei ihnen im letzten Sommer gekommen, erklärt Friederike Köhn den Hintergrund des Projektes des CVJM. Gemeinsam bewarben sich die drei bei dem vom Land Niedersachsen getragenen Förderprogramm „Generation 2.0“ und erhielten 2.500 Euro als Unterstützung. Derart bestärkt in ihrem Vorhaben wurde dann auch die Organisation immer konkreter und als man durch Plakate und andere Werbemaßnahmen eine ausreichende Gruppe an Nachwuchsschauspielern zusammen hatte, begannen Mitte Januar auch schließlich die Proben. Auch dabei stand dem Projekt professionelle Hilfe zur Seite, bei einem zweitägigen Workshop mit Schauspielerin Christiane Hess wurden die Jugendlichen in die Grundlagen des Schauspiels eingewiesen. Besonders dankbar seien sie aber vor allem für die Hilfe der tatkräftigen Freiwilligen. Ohne Peter Mütze hätte es nämlich gar keinen Vorhang gegeben, denn man hätte zur Seite ziehen können, er baute eigenständig die gesamte Bühne. Ohne Inga Meyer hingegen wäre der Kommissar nicht so herrlich ungepflegt mit Drei-Tage-Bart auf der Bühne erschienen und die stolze Weinkönigin Tatjana wäre nicht halb so schön gewesen, alle Schauspieler wurden nämlich vorher von Inga Meyer geschminkt. Durch die Unterstützung einerseits und durch den Spaß der Schauspieler an ihrem Theaterstück andererseits wurde der Abend zu einer runden Sache, die man hinterher gerne noch mit einem frischen Crêpe und einem Glas Wein ausklingen ließ.