Vom Hinfallen und wieder Aufstehen

Lauftraining mit prominenter Führung: Henry Wanyoike und sein Guide Joseph Kibunja umrundeten mit den Schülern des Sportleistungskurses des Gymnasiums am Freitagnachmittag den Sportplatz. Fotos: A. Wiese

Henry Wanyoike mit der Christoffel Blindenmission im Gymnasium Mellendorf

Mellendorf (awi). Der Kenianer Henry Wanyoike, der im Alter von 23 Jahren über Nacht erblindete, über die Christoffel-Blindenmission eine Ausbildung zum Strick-
meister machte, anfing mit einem Guide zu laufen und bei den Paralympics in Australien über 5.000 Meter Gold gewann, ist Nationalheld in seiner Heimat, und Mutmacher überall auf der Welt – für Kranke, Manager und Schüler. Und seine Henry Wanyoike Foundation, die so vielen Menschen hilft, ist ein Ergebnis der Dankbarkeit. Diese Geschichte vom Hinfallen und wieder Aufstehen – die Geschichte von Henry – hörten die Teilnehmer des Sport-Leistungskurses am Gymnasium Mellendorf am Freitag persönlich aus dem Mund des blinden Sportlers und sie sahen einen Film, den das ZDF vor einigen Jahren über das Leben des Kenianers drehte. Anschließend durften die Schüler ein Lauftraining mit dem Marathonläufer absolvieren. Zuvor hatte Henry Wanyoike in Begleitung von Martin Rönnau von der Christoffel Blindenmission und der Bissendorferin Regina Bühne vom Freundeskreis Henry Wanyoike ein Gespräch mit Bürgermeister Tjark Bartels im neuen Rathaus. Bartels hatte den Botschafter der Christoffel-Blindenmission bereits im vergangenen Jahr in der Wedemark empfangen, wo er sich in das goldene Buch eintrug. Er plauderte mit ihm über seine Projekte in Kenia, wo Henry in Kikuyu einen Kindergarten – vergleichbar mit einer deutschen Vorschule aufgebaut hat – für Kinder von Eltern, die sich die Gebühren für eine solche Einrichtung nicht leisten könnten. Wanyoike berichtete Bartels von seinen Plänen, die Stromversorgung dieser Einrichtung mit Hilfe einer kleinen Photovoltaikanlage sicher zu stellen und bat den Bürgermeister, ihm bei seinem nächsten Besuch durch seine Kontakte den Besuch der hochmodernen Müllverbrennungsanlage bei EON zu ermöglichen. Höhepunkt von Wanyoikes Deutschlandbesuch – und der eigentliche Anlass – war jedoch der Start beim Hannover-Marathon über die ganze Strecke am Sonntag als Qualifikation für die Paralympics in London. Und es hat geklappt: Henry und Joseph sicherten sich die Fahrkarte nach London mit einer Zeit von 2:47:16 souverän.