Vorbild für umsichtige Nachverdichtung

Der erste Bauabschnitt von Naumanns Hof ist so gut wie fertig. Bürgermeister Helge Zychlinski (von rechts), der stellvertretende Ortsbürgermeister Wolfgang Kasten ließen sich am Mittwoch von Investor Uwe Grefer über das 17.000 Quadratmeter große Areal führen. Foto: A. Wiese

Erster Bauabschnitt im Baugebiet Naumanns Hof in Abbensen ist fast fertig

Abbensen (awi). Die Bauarbeiten im ersten Bauabschnitt im Baugebiet Naumanns Hof an der Alten Zollstraße in Abbensen sind fast fertig gestellt, die letzten Arbeiten werden durchgeführt. Bürgermeister Helge Zychlinski, der stellvertretende Ortsbürgermeister Wolfgang Kasten und Bauherr Uwe Grefer haben jetzt das Ergebnis vorgestellt, das als ein gutes Beispiel für umsichtige Nachverdichtung in der Gemeinde Wedemark gelten könne.
Die Vorgeschichte ist den Wedemärkern bekannt: Familie Naumann bewirtschaftete auf dem zentral im Dorf gelegenen Areal viele Jahre einen landwirtschaftlichen Betrieb, gab diesen dann mangels Nachfolger gegen eine Leibrente an einen anderen Landwirt ab – ein Modell, wie es in der Landwirtschaft durchaus üblich ist, um einen Hof zu erhalten. Doch schon nach wenigen Jahren blieb die Leibrente aus, der Hof verfiel zusehends und weil die Tiere nicht ordnungsgemäß versorgt wurden, ging der Veterinär der Region auf dem Hof ein und aus. Irgendwann war dieser Spuk vorbei, das Gericht sprach Familie Naumann ihren Hof wieder zu, doch eine Bewirtschaftung stand nicht mehr zur Debatte. Eigentümer, Ortsrat und Gemeinde entwickelten zügig und in guter Kooperation die Idee, an dieser zentralen Stelle im Ort ein Baugebiet entstehen zu lassen und zwar aus einer Hand, also in einem Guss. Mit Uwe Grefer fand sich der passende Investor, der mit dem Münkelshof in Bissendorf schon einmal ein Areal überplant und dort Wohneinheiten geschaffen hat. „Insgesamt werden hier in Abbensen acht Millionen Euro in den Grundstückskauf und den Bau der 20 Wohneinheiten investiert“, erklärte Grefer am Mittwoch. Im ers-ten Bauabschnitt sind jetzt sechs Einfamilien- und Doppelhäuser mit neun Wohneinheiten entstanden, drei Einheiten sind bereits verkauft. Der erste Käufer zieht am 15. Januar ein, bis Mitte Februar sollen alle Häuser bezugsfertig sein. Im zweiten Bauabschnitt entstehen zwei Mehrfamilienhäuser mit acht Wohneinheiten. Interessenten für Häuser und Wohnungen können sich ab sofort bei Grefer Immobilien melden, jeden Sonntag von 11 bis 14 Uhr ist Schautag in Abbensen. „Es handelt sich um förderungswürdige Kfw-55-Häuser“, so der Hinweis von Uwe Grefer. Alle Häuser werden mit Erdwärme beheizt. Bürgermeister Helge Zychlinski betont, wie zügig das gesamte Verfahren abgewickelt worden sei. Innerhalb eines Jahres habe die Gemeinde den Bebauungsplan aufgestellt. Sehr erfreulich sei, dass es in Abbensen keine Klage gegen den B-Plan gegeben habe. Die Anlieger seien von Anfang an in die Planung einbezogen worden. Für die Gemeinde sei wichtig gewesen, dass die örtliche Infrastrutkur die 20 zusätzlichen Wohneinheiten verkraften würde, und das sei der Fall, sagte Zychlinski beispielsweise mit Blick auf den Kindergarten und die Grundschule in Brelingen. Grefer musste die alten Gebäude abreißen, bevor er im März 2018 mit den ersten Arbeiten für das Neubaugebiet starten konnte. In der Gestaltung der Häuser mit klassisischem roten Klinker und schwarzen Dachziegeln habe er weitgehend freie Hand gehabt. Der Investor, der selbst auf dem Münkelshof in Bissendorf lebt und dort seine Vision von einem kommunikativen Baugebiet ohne Zäune mit einem großen Herzen für Kinder und vielen nachbarschaftlichen Aktivitäten lebt, könnte sich durchaus vorstellen, beispielsweise später ein Hofmobil anzuschaffen, das für gemeinsame Aktivitäten zur Verfügung gestellt werden könnte, oder auch einen gemeinsamen Aufsitzmäher, mit dem die offenen Rasenflächendann reihum gemäht würden. Er ist selbst gespannt, wie sich das Gebiet mit den neuen Eigentümern entwicklen wird. Der Straßenname steht noch nicht endgültig fest. Nach den Vorstellungen des Ortsrates soll er Naumanns Hof lauten, doch jetzt hat der Realverband einen anderen Antrag mit einem alten Hofnamen gestellt. Der Ortsrat wird demnächst darüber befinden.