Vorschläge gehen direkt an Parteispitze

In freundschaftlicher Runde erörterten die Jusos mit den Teilnehmern am zentrale Fragen in der Migrationspolitik. Als Ergebnis stellten sie konkrete Handlungsmaximen für die Politik auf.

Zukunftswerkstatt der Jusos zur Migrationspolitik

Mellendorf (sb). Die Jusos Wedemark haben am vorigen Sonntag mit einer besonderen Aktion 15 Jugendliche dazu gebracht, sich einen ganzen Nachmittag lang mit politischen Problemstellungen im Bereich der Migrationspolitik auseinanderzusetzen. Im Rahmen eines als „Zukunftswerkstatt“ bezeichneten Workshops galt es unter Leitung des Wedemärker Juso-Vorsitzenden Niklas Mühleis, konkrete Lösungsvorschläge für aktuelle Probleme im Bereich der Migrationspolitik zu erarbeiten. „Das Besondere an der dem Projekt ist, dass die von uns erarbeiteten Ansätze auf einem bundesweiten Thementag zur Sprache gebracht werden“, berichtete Mühleis. Dieser Thementag, „Links 2011“, werde Anfang April in Berlin stattfinden. „Dort werden auch Spitzenpolitiker der Partei vertreten sein, sodass unsere Vorschläge direkt auf die höchste Ebene der Bundespolitik getragen werden“, freute sich Mühleis.
Bevor die Teilnehmer am Sonntag aber auf fertig formulierte Thesen blichen konnten, durchlief ihre Diskussion verschiedene Phasen, in denen die Gedanken der Jugendlichen auf einen gemeinsamen Nenner und später zu Papier und gebracht wurden. „Der erste Teil des Thementages, die Kritikphase, dient dazu, dass die Jugendlichen konkrete Ängste und von ihnen wahrgenommene Missstände zur Sprache bringen“, erläuterte Mühleis. In diesem Abschnitt des Workshops wurden verschiedene Faktoren wie fehlende Bildungsperspektiven von Migranten oder die Entstehung von Parallelgesellschaften thematisiert. Im Anschluss daran folgte eine Utopiephase, in der dem negativen Zustand der Gegenwart eine positive Zukunftsvision gegenübergestellt wurde. „Hierbei haben die Teilnehmer zwei Punkte besonders fokussiert: Eine ausgewogene Multi-Kulti-Gesellschaft und die komplette Chancengleichheit als Ausflucht aus der Kriminalität“, erklärte Mühleis. Als dritter und letzter Abschnitt des Thementages stand am Ende die Konkretisierungsphase, in der abschließende Forderungen und konkrete Handlungsmaximen in Thesenform für die Politik festgehalten wurden. „Im Vordergrund stand dabei die Frage, wie die Utopien zu realisieren sein könnten“, sagte Mühleis. Als eine Forderung der Workshop-Teilnehmer stand am Ende beispielsweise, dass die Abschaffung des Religionsunterrichts in der Schule aus Gründen der Gleichberechtigung diskutiert werden müsse. Auch ein generelles Verbot von Privatschulen, die komplette Anonymisierung von Bewerbungen und der Ausbau individueller Sprachförderung standen schlussendlich auf der Liste der Vorschläge. Partner der von den Jusos durchgeführten Aktion war übrigens das Jugendparlament, das unter anderem von Julian Wilken, Henrieke Schmieta und Luisa Bogenschütz vertreten wurde. „Wir wollten verhindern, dass das Projekt zu einer reinen Parteiaktion wird und damit an Objektivität verliert“, sagte Mühleis. Auch sämtliche Wedemärker Jugendfeuerwehren seien im Vorfeld eingeladen worden.