Wahlbeteiligung soll bei 55 Prozent liegen

Die Kandidaten auf dem Podium: (v. r.) Andrea Giese (FDP), Editha Lorberg (CDU), Patrick Cordes (WGW), Helge Zychlinski (SPD), Ingemar Becker (Grüne) und Clemens Strube (Die Linke). Foto: V. Lubbe

Podiumsdiskussion bringt den mündigen Wähler hervor

Mellendorf (vl). Das Ziel der Podiumsdiskussion wurde gleich von Politiklehrer Hans-Joachim Rödiger vom Gymnasium Mellendorf genannt: „Wir wollen eine Wahlbeteiligung von 55 Prozent und wir wollen nach dieser Veranstaltung den mündigen Wähler sehen“ Viele Erstwähler befanden sich im Publikum und nahmen die Veranstaltung als politische Meinungsbildung an. Die verschiedenen Parteien konnten ihr Programm in den Kategorien Bildung, Freizeit, Umwelt sowie Arbeit und Soziales dem großen Publikum im Forum des CampusW verkünden und erklären. Die Fragen wurden vom Jugendparlament Wedemark vorbereitet und die Podiumsdiskussion wurde vom Parlament organisiert.
Editha Lorberg von der CDU beschrieb, dass nun die gesamte Schullandschaft modernisiert werden müsse und besonders die Grundschulen gefördert werden müssten. Ein Problem, dass sich der SPD gezeigt hatte, führte Helge Zychlinski auf: „Bald wird auch bei uns eine Inklusion stattfinden und behinderte Schüler sollen am Regelunterricht teilnehmen. Dafür müssen wir die Gebäude barrierefrei anpassen, so wie es schon am CampusW geschehen ist“. Die aktive Schülerschaft, die sich in ihren Politikkursen auf die Podiumsdiskussion vorbereitet hatten, erkundigten sich nach dem Erhalt der Förderschulen. Diese sollen auf keinen Fall abgeschafft werden, so Zychlinski. Vor allem die Gründung einer Oberschule stand zur Frage und Andrea Giese von der FDP erklärte, dass die Hauptschule so lange wie möglich erhalten werden sollte, sich aber an der Schülerzahl orientiert werden müsse. Patrick Cordes sprach sich im Sinne der WgW für die Erweiterung der IGS aus und gegen eine Oberschule, da die IGS das erwünschte Schulkonzept sei. Auch Ingemar Becker von den Grünen sprach sich für eine Oberstufe in der IGS aus und ging noch über den Schulhorizont hinaus: „Bildung hört nicht mit der Schule auf“. Abschließend bekräftigte Clemens Strube von Die Linke, dass man nicht als Einzelkämpfer, sondern im Team kämpfen solle. Alle Parteien waren sich im Bereich Umwelt einig, dass eine Energiewende stattfinden müsse, die man, so Patrick Cordes, durch regenerative Energien vollziehen könnte. Die SPD erklärte, dass der erste Schritt schon geschehen sei, da das neue Schulgebäude 30 Prozent Energie, im Gegensatz zum alten Gebäude, eingespart hätte. Aber nicht nur alternative Energien wurden angesprochen, denn Lorberg zeigte auf, dass die Existenz von Landwirten in der Wedemark Priorität hätte und so Naturschutzgebiete nicht vergrößert werden sollten, um Standorte zu gewährleisten. Standorte sind auch im Gewerbe wichtig und Andrea Giese wies darauf hin, dass Gewerbegebiete ausgewiesen werden müssten, damit Unternehmen schneller in die Wedemark kommen und so auch die Arbeitslosigkeit bekämpft werden könne. Die Grünen legen Wert darauf, dass jeder übrige Cent eher in die Bildung investiert wird. „Dort ist kein Cent verloren“ , bekräftigte Ingemar Becker. Während der Podiumsdiskussion entbrannte unter den Vertretern der SPD und CDU eine Debatte um die Kosten des neuen Schulgebäudes. Lorberg sagte, dass die CDU nicht über die Kosten im Klaren gewesen wäre und nie zu einem Neubau mit solch hohen Kosten zugesagt hätte. Dies bestritt Zychlinski und verwies auf die katastrophalen Bedingungen im alten Gebäude. „Wir haben das Geld nicht einfach so ausgegeben, sondern weil wir es mussten“, so Zychlinski. Jedoch sprach Editha Lorberg von einem Wunschkonzert während der Ratssitzungen, sodass die Kosten in einen nicht finanzierbaren Bereich gekommen wären. Daraufhin erklärte Zychlinski, dass alle Vertreter verschiedener Schulen und Parteien anwesend waren, und das es sich keinesfalls um eine Wunschkonzert gehandelt habe. Die Parteien kamen zu keiner Einigung. Clemens Strube schloss in seinem Schlussstatement mit den ermahnenden Worten „Der Mensch sollte sich nicht vom Geld versklaven lassen“ ab und appellierte genau wie die anderen vertretenden Parteien zu einer hohen Wahlbeteiligung. „ Es wäre katastrophal, wenn die Wahlbeteiligung unter 50 Prozent ausfallen würde“ ,so Zychlinski.