Wahlkampfunterstützung aus Bayern

Freuten sich über Günther Beckstein als Wahlkampfunterstützer und überreichten das neueste Buch von Heinz-Rudolf Kunze, Wedemarks Aushängeschild: Editha Lorberg und Sven Sobanski. Foto: A.Wiese

Günther Beckstein war bei Editha Lorberg und der CDU in Elze zu Gast

Elze (awi). CSU-Politiker Günther Beckstein war von 1993 bis 2007 bayerischer Staatsminister des Innern unter Ministerpräsident Edmund Stoiber und von 2007 bis 2009 bayerischer Ministerpräsident. Eines seiner Spezialthemen ist Sicherheitspolitik. Am Sonnabend war Beckstein vor allem Wahlkampfunterstützer für die amtierende Landtagsabgeordnete Editha Lorberg, die auch am Sonntag wieder direkt in den niedersächsischen Landtag einziehen möchte. Im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal des Gasthauses Goltermann in Elze stimmte zunächst die Kandidatin selbst ihre Parteifreunde und interessierte Bürger ein: „Die SPD hat mehrere Probleme, aber ihr größtes ist ihr Kanzlerkandidat“, stellte sie fest, warnte aber auch: „Wer SPD wählt, nimmt in Kauf, dass sich grüne Ideologien durchsetzen!“ Die Grünen wollten, dass bis zur Oberstufe alle Kinder gemeinsam unterrichtet würden. „Diese bildungspolitische Geisterfahrt muss unsereren Kindern erspart werden“, forderte Lorberg. Die CDU wolle Menschen nicht permanent bevormunden, sondern ihre Eigenverantwortung fördern. Die SPD wolle zudem den ländlichen Raum opfern, um in den Städten zu glänzen. Da mache die CDU nicht mit.
Die Jagdhornbläser des Hegerings Wedemark umrahmten die Veranstaltung in Elze musikalisch, sehr zur Freude von Günther Beckstein, der nach eigenem Bekunden Blasmusik liebt. Die Wahl in Niedersachsen sei selbst für die Bayern ein spannendes Erlebnis, gab Beckstein zu. Jeder wisse, dass dies eine spannende Richtungsentscheidung für den Wechsel zu Rot-Grün im Bund oder das Weiterregieren der Union sei und eine starke Symbolwirkung haben werde. Nieder-sachsen habe es in den letzten Jahren zwar nicht auf den Stand von Bayern gebracht, aber doch gewaltig aufgeholt. „Wenn ihr jetzt auch noch so viel wie wir in den Ländernfinanzausgleich einzahlt, wäre das prima“, rief Beckstein Editha Lorberg zu. Als Bayer warne er ebenfalls eindringlich vor Rot-Grün, obwohl er mit Katrin Göring-Eckardt hervorragend zusammengearbeitet habe und mit Claudia Roth sogar befreundet sei, sei gerade Roth der „Prüfstein meiner Toleranz“. Eine seiner Maximen sei es jedoch, den politischen Gegner im Wahlkampf nicht herabzuwürdigen und Respekt vor den Vertretern anderer Parteien zu zeigen. Man könne davon ausgehen, dass alle demokratischen Parteien gute Absichten hätten, setzte Beckstein voraus. Aber gute Absichten und das Richtige tun, sei etwas Unterschiedliches. Wenn man seriös Bilanz ziehe, müsse man feststellen, dass keiner wie die Union so für eine solide Wirtschaft- und Finanzpolitik stehe. „Und auch die Sozialpolitik ist unter dem Dach der Union am besten aufgehoben“, so Beckstein. Als einziges Land sei Deutschland stärker in die Wirtschaftskrise raus als rein gegangen. Was die Kanzlerin in den vergangenen Jahren in der Euro-Krise geleistet habe, sei wirklich beeindruckend. Ausdrücklich sprach sich Beckstein für die Schaffung von Krippenplätzen aus, gab zu Veränderungen nicht rechtzeitig erkannt zu haben und deshalb jetzt um so mehr nachlegen zu müssen. Bayern baue mehr Krippenplätze als jedes andere Land und fördere den Rechtsanspruch. „Familie ist die wichtigste Zelle der Gesellschaft“, rief Beckstein seinen Parteifreunden aus der Wedemark zu.