Was bedeutet das für die Gewerbeschau?

Die Elzer Gewerbeschau ist von Mal zu Mal größer geworden. Rund 200 Aussteller und mehrere tausend Besucher stehen in der Erfolgsbilanz. Eigentlich war diese Messe für die ganze Wedemark am ersten Juni-Wochenende 2013 wieder geplant – allerdings an einem anderen Standort.Archivfoto: A. Wiese

Orgateam entscheidet sich für „Nichtgründung eines Messevereins“

Wedemark (awi). Die Nachricht machte am Donnerstagnachmittag wie ein Lauffeuer die Runde: „Das Orgateam entscheidet sich für Nichtgründung eines Messevereins“. Gerade einmal vier Wochen ist es her, dass der Kern des bisherigen Orga-Teams der Gewerbeschau, die bisher in Elze stattgefunden hatte, mit dem Bürgermeister vor die Presse getreten war und die Gründung eines Messevereins angekündigt hatte.
Doch die für den 26. Juli geplante Gründung ist geplatzt. Und am Donnerstag hieß es in einer Presseerklärung des Orga-Teams, das in diesem Zusammenhang nicht mit einzelnen Namen genannt werden möchte: „Um etwaigen Gerüchten entgegen zu wirken, haben sich die potentiellen Organisatoren der Wedemarkmesse dazu entschieden, keinen Messeverein zu gründen. Sowohl die Befürchtungen der Gewerbevereine ,der Messeverein würde eine unnötige Konkurrenz schaffen‘, als auch die Erkenntnis der Organisatoren, bereits jetzt schon zum Spielball der Politik geworden zu sein, lassen letztlich keine andere Möglichkeit zu. Vor diesem Hintergrund wird es 2013 keine Wirtschaftsmesse mit diesem Team geben.“ Mit dieser Ankündigung steht die Frage im Raum: Was wird aus der Wirtschaftsschau für die Wedemark? Das neue Veranstaltungsgelände am Ortseingang von Meitze nur wenige Kilometer vom bisherigen Standort am Gasthaus Goltermann in Elze entfernt – diese Nachricht war bisher noch nicht öffentlich –, war bereits gebucht ebenso wie die Zelte, allerdings, weil der Verein noch nicht gegründet war, auf den privaten Namen eines der Orga-Team-Mitglieder, der diese Buchungen erst mal storniert hat. „Das kommt jetzt ein bisschen überraschend“, sagte gestern Vormittag als Vertreterin der Gemeinde die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf. Bürgermeister und Wirtschaftsförderer seien im Urlaub, hinter den Kulissen sei viel passiert. Ein Zusammenhang mit der von der Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses, Susanne Brakelmann, in der jüngsten Sitzung des Gremiums angeschobenen Diskussion zu dem geplanten Messeverein sei denkbar, aber zurzeit reine Interpretation, so Beckedorf. „Ich bin ganz sicher, dass es weitere Gespräche geben wird, sobald der Bürgermeister aus dem Urlaub zurück ist. Zur Messe selbst kann ich an dieser Stelle gar nichts sagen. Natürlich sind die Mitglieder des Orga-Teams die Väter dieser Messe. Aber es müssen alle erst mal zur Ruhe kommen“, so Beckedorf. „Ich bin geschockt“, sagte die MPM-Vorsitzende Silke Tobschall. Da müssten sich erst mal alle zusammensetzen und sehen, wie es weiter gehen solle. Die angekündigte Gründung des Messevereins am 26.Juli ist geplatzt, die potentiellen Vereinsgründer und bisherigen Messe-Haupt-Organisatoren stehen für die Wirtschaftsmesse 2013 nach ihren Aussagen nicht mehr zur Verfügung. Das Gewerbezentrum Elze, unter dessen Namen mit Michael Mertens als Vorsitzender die Gewerbeschau bisher offiziell veranstaltet wurde, ist nach dem Rücktritt von Mertens zurzeit führungslos. Der zweite Vorsitzende Thomas Frieske bittet um Verständnis, dass sich beim GZE momentan alles auf die Suche nach einem neuen Vorsitzenden konzentriere und daher auch zum Thema Messe zu diesem Zeitpunkt keine Aussagen getroffen werden könnten. Frieske räumte im Gespräch mit dem ECHO allerdings ein, dass die Situation mit dem Rückzug des Orga-Teams „problematisch“ sei. Genauso sieht es auch die stellvertretende IBK-Vorsitzende Angelika Holz, betont aber, die IBK habe die geplante Gründung des Messevereins zu keinem Zeitpunkt öffentlich kritisiert und werde tun, was nötig sei, „damit
der Gemeinschaftsgedanke erhalten bleibt“. Eine offizielle Bestätigung, dass die Diskussion und insbesondere die Nachfragen der CDU im Wirtschaftsausschuss vor den Sommerferien der Auslöser für die Entscheidung des Orga-Teams waren, gab es von den Beteiligten nicht. Da heißt es nur übereinstimmend, es sei zum Schluss alles zusammen gekommen, es habe persönliche Anwürfe gegeben und man sei zu der Einsicht gekommen, dass man sich das als Dank für rein ehrenamtliches Engagement nicht antun müsse. Die Ausschussvorsitzende Susanne Brakelmann hatte unter anderem darum gebeten, intern die Frage zu klären, ob in einem zu gründenden Messeverein die Gemeinde Wedemark für den Fall einer Mitgliedschaft zwingend einen Sitz im Vorstsand erhalten müsste oder in anderer Form die Mitwirkung auf Entscheidungen zu erfolgen habe, zum Beispiel als stimmberechtigter Beirat durch politische Vertreter. Ein Vertreter des Orga-Teams und Wirtschaftsförderer Carsten Niemann hatten im Ausschuss betont, dass Organisation und Durchführung der Messe unpolitisch erfolgen müssten.