Was genau passiert mit unserem Müll, wenn aha ihn abgeholt hat? BürgerInnen und Grüne besuchten ihren kommunalen Entsorger

Die Grünen aus der Wedemark besuchten aha.
Wedemark. „Was genau geschieht mit unserem Müll, wenn die Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) ihn abgeholt hat? Ist es sinnvoll zu sortieren oder kommt doch alles auf einen Haufen?“. Das wollten nicht nur die Grünen der Wedemark und aus Langenhagen wissen, sondern auch viele interessierte Menschen aus diesen beiden Gemeinden. Am 24. Juni um 14 Uhr wurden gut 20 Besucher von Abteilungsleiter Roland Middendorf und dem Meister Herrn Watermann durch die großtechnische Anlage des kommunalen Müllverwerters aha geführt. Vom „Dreckberg am Moor“ um 1900 bis zur heutigen Anlage, die den Müll trennt, aufbereitet und verwertet war viel Arbeit und Wissen notwendig.
In der Region Hannover verursachen 1,1 Millionen Einwohner in 500 000 Haushalten gut 300 000 Tonnen Abfall im Jahr. „Was ist da nun zu tun?“ war die Frage. „An erster Stelle soll die Müllvermeidung stehen“ sagte Herr Middendorf. Es werden Anreize zur Mülltrennung gegeben, durch Öffentlichkeitsarbeit und finanzielle Anreize. Das heißt also für die Bürger den Abfall zu trennen in Wertstoffe und Restmüll. Die Wertstoffe werden recycelt und für aha heißt es, den Restmüll gekonnt zu bearbeiten. Das Besondere bei aha ist die mechanisch-biologische Abfallbehandlung, die in Lahe durchgeführt wird. Und das geht so:
Die grauen Säcken werden, gleich am Tag ihrer Anlieferung, aufgeschlitzt und der Inhalt wird zerkleinert und mehrstufig sortiert. Zuerst wird an zwei Stationen Eisenmetall mit Magneten herausgezogen. Dann wird der Rest in groß und klein sortiert. In großen Siebtrommeln werden über sechs Zentimeter große Teile abgetrennt. Dazu gehören vor allem Folien und andere Kunststoffteile. Diese heizwertreiche Grobfraktion geht in die Müllverbrennung. Die Feinfraktion ist feucht und weniger gut brennbar aber weitgehend biologisch abbaubar und sie wird in drei großen Biogasanlagen vergoren. So wird Methangas gewonnen und gleich vor Ort verstromt, und es entweicht nicht wie früher von einer Deponie in die Atmosphäre. Nur energiereicher Trockenmüll wird verbrannt. Das ist gut für die Umwelt und auch gut für die Bürger, denn so ist die Region Hannover auch unabhängiger von den Müllverbrennungsfirmen. Die Kosten für die Müllbeseitigung in Hannover liegen, im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten, im günstigsten Drittel.
Auf die Altdeponie in Altwarmbüchen wird heute nichts mehr aufgebracht. Sie wird abgedeckt nach oben, damit nichts entweicht und nach unten, damit nichts wegsickert. Ein Schlauchsystem sorgt dafür, dass das entstehende Methangas abgesaugt werden kann. Volle zwei Stunden durften die Teilnehmer alles ansehen, und wir wurden alle unsere Fragen zum Thema Müll los. Zum Schluss noch eine beliebte Frage: Welches ist der höchste Berg in Hannover? „Der Müllberg in Lahe“.