Wechsel an der Kommissariatsspitze

Polizeipräsident Axel Brockmann (M.) verabschiedete gestern im Gasthaus Stucke in Mellendorf den „alten“ Wedemärker Kommissariatsleiter Wolfgang Just (r.) und ernannte den neuen Knut Hallmann (l.). Foto: A. Wiese

Wolfgang Just geht in den Ruhestand – Knut Hallmann wird Polizeichef in der Wedemark

Mellendorf (awi). Nach 44 Jahren und vier Monaten bei der Polizei, davon die letzten sieben Jahre Leiter des Kommissariats in Mellendorf, hat Polizeipräsident Axel Brockmann den Ersten Polizeihauptkommissar Wolfgang Just ges-
tern Mittag in den „verdienten Ruhestand“ verabschiedet. Und weil ein Kommissariat nicht ohne Leiter sein darf, überreichte Brockmann nur wenige Minuten später dem Ersten Polizeihauptkommissar Knut Hallmann die Ernennungsurkunde als Justs Nachfolger.
Hallmann sind die Strukturen der Wedemärker Polizei vertraut: Ein Jahr lang hat er vor gut fünf Jahren bereits den Kriminalermittlungsdienst geleitet, wechselte 2008 dann im Rahmen einer Entwicklungsmaßnahme über den Stab der Polizeidirektion als Leiter zur Autobahnpolizei. Der 53-jährige Rodewalder bedankte sich beim Polizeipräsidenten für den „Vertrauensvorschuss“ und versicherte, er freue sich auf die neue Aufgabe. Doch im Mittelpunkt stand bei dem feierlichen Akt gestern Mittag im Gasthaus Stucke in Mellendorf sein Vorgänger Wolfgang Just. „Ein sehr geschätzter und anerkannter Kollege und Vorgesetzter, der viele Jahre im Personalrat tätig war, mit einem hohen Maß an Zuverlässigkeit, Loyalität, gut ausgeprägter sozialer Kompetenz und sehr umfänglichen dienstlichen Erfahrungen in verschiedenen Verwendungen von der klassischen Polizeiarbeit bis zum Hundertschaftsführer“, formulierte es Polizeipräsident Axel Brockmann in seiner Abschiedslaudatio. Der heutige Langenhagener Just sei vor wenigen Wochen 63 Jahre alt geworden und habe damit schon freiwillig ein Jahr länger gearbeitet als vorgeschrieben. Dies sei ein Beleg für seine hohe Motivation und den Spaß an der Arbeit, betonte Brockmann. Er skizzierte Justs dienstliche Stationen von seinem Eintritt in die Polizei am 1. Oktober 1968 über die Bereitschaftspolizei, das 3. Polizeirevier, Lehrgänge und Aufstiege, das 5. und 1. Polizeirevier, als Kommandeur der Schutzpolizei, Sachbearbeiter Innendienst, Leiter Ermittlungsdienst beim 6. Revier, Leiter Einsatz- und Streifendienst im PK Ronnenberg und schließlich seit 2006 PK-Leiter in Mellendorf. Der Polizeipräsident wünschte dem scheidenden Kommissariatsleiter für seine Zukunft alles Gute.
Langweilen werde er sich bestimmt nicht, versicherte Just. Er blickte auf drei Polizeireformen 1974, 1994 und 2004 zurück. Sieben Polizeipräsidenten habe er „verschlissen“, in acht Dienststellen gearbeitet. Soweit es ging sei er gestaltend dabei gewesen. „Trotz aller Integrationsbemühungen gibt es weiterhin eine Stadt- und eine Landpolizei. Ich bin immer dafür eingestanden, dass wir nicht gleich gemacht, sondern gleich behandelt werden“, sagte Just in Richtung von Jürgen Graver, dem Leiter der PI Burgdorf. Mit der Gemeinde habe er sehr gut zusammengearbeitet, sagte Just. Bürgermeister Tjark Bartels hatte ihm dies im Vorfeld ebenso bescheinigt. Das gleiche gelte für die Feuerwehr, bestätigte Just auch für Gemeindebrandmeister Michael Hahn. Das Verhältnis zu beiden Institutionen sei von gegenseitigem Verständnis und intensivem Erfahrungsaustausch geprägt gewesen. Er habe die sieben Jahre als Kommissariatsleiter unter anderem genutzt, um die Kontaktbeamtin fest zu installieren und den Kriminalermittlungsdienst so zu strukturieren, dass er noch leistungsfähiger geworden sei, erklärte Just. Schmunzeln musste er beim Abschiedsgeschenk, dass er vom Bürgermeister erhielt, nämlich neben einer Flasche Sekt mit Wedemärker Etikett und einem Fotobildband über die Wedemark – eine weiße Hortensie. Der Hintergrund: 229 unaufgeklärte Hortensiendiebstähle in 2011 hatten die Statistik der Wedemärker Polizei ein wenig verzerrt.