Wedemärker Malerin stellt in Wunstorf aus

Ellen Hentschel begrüßt ihre Schülerin Clara Stoltmann und ihre Eltern bei der Vernissage in Wunstorf.

Ellen Hentschel freute sich über Vernissage-Besucher aus der Wedemark

Bissendorf/Wunstorf (awi). Die Bissendorfer Malerin Ellen Hentschel hat in Fachkreisen einen sehr guten Ruf. Viele haben bedauert, dass sie zwar als Lehrerin in ihrer Kunstschule ihr Wissen an viele Schüler – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – weitergab, selbst aber nicht mehr ausstellte. Ihre letzte Ausstellung hatte Hentschel vor neun Jahren 2005 im Kultusministerium. Doch jetzt präsentiert sie sich wieder der Öffentlichkeit: Unter dem Titel „Meine Welt“ eröffnete die Galerie Winkelmann in der Neustädter Straße 26 in Wunstorf am letzten Sonntag eine Einzelausstellung mit Bildern der Bissendorfer Künstlerin, die bis zum 26. Juni zu sehen ist. Die Vernissage war sehr gut besucht. Galerie-Geschäftsführerin He Yan-Winkelmann freute sich mit Ellen Hentschel eine renommierte Künstlerin in der noch jungen Galerie, die auch als China-Galerie bekannt ist, in der Nähe des Steinuder Meeres begrüßen zu können. Für den musikalischen Rahmen sorgte Jeriel Winkelmann am Klavier. Die farbenfrohen Werke der Künstlerin, mit denen sie dem Betrachter auch Einblick in ihre Träume gewährt, berührten das Publikum und regten zu Diskussionen an. „Ich träume viel und habe immer Papier und einen Stift am Bett. Wenn ich aufwache, skizziere ich meinen Traum“, erklärte Ellen Hentschel den erstaunten Vernissage-Besuchern. Die 76-Jährige bezeichnete ihre Bilder als „Zeitfenster“ für Erinnerungen: „Man schaut 30 Jahre zurück und baut das in verschiedene Farben ein, je nachdem in welcher Stimmung man gerade ist. Wenn die Farbe so aufsteigt – das macht was mit einem“, versuchte die Künstlerin ihre Empfindungen in Worte zu fassen. Doch neben ihren Traumbildern präsentiert Ellen Hentschel in der Ausstellung „Meine Welt“ auch andere Werke, die am besten mit Action Painting zu umschreiben sind. „Raten Sie mal, wielange ich für dieses Bild gebraucht habe“, forderte sie ihre Zuhörer schmunzelnd auf und illustrierte ihre Antwort „eine halbe Stunde“ mit einer kleinen Stunde: Ein Maler habe einem Gärtner, der sich wunderte, dass er ein Jahr auf ein Bild von einem Hahn warten musste, das ihm der Maler dann in wenigen Minuten malte, einen Schrank voller Bilder von Hähnen geezeigt und dazu gesagt: „Ich habe ein Jahr gebraucht, um dir den Hahn in dieser kurzen Zeit malen zu können.“