Wedemark feiert am 1. Mai von A bis Z

Das Leinetal-Orchester bietet zum 1. Mai vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Abbensen unterhaltsame Musik. Foto: B. Stache
 
Der zirka 14 Meter lange Maibaum liegt in Abbensen zum Abtransport auf den Platz vor dem Dorfgemeinschaftshaus bereit. Foto: B. Stache

Maibaumaufstellen in Abbensen bis Zwerghahnkrähen in Wiechendorf

Wedemark (st). Die Wedemark setzte auch in diesem Jahr am 1. Mai wieder ganz auf Tradition. Vom Maibaumaufstellen in Abbensen bis zum Zwerghahnkrähen in Wiechendorf bot sich den Besuchern am Maifeiertag ein umfangreiches Programm von A bis Z. Der Schützenverein Tyrol-Abbensen von 1901 richtet das Maibaumaufstellen traditionsgemäß aus. „Unterstützt werden wir wie jedes Jahr vom Dorfverschönerungsverein und der Freiwilligen Feuerwehr“, erklärte Schützenvereinsvorsitzender Wolfgang Kasten. Das Leinetal-Orchester bot vor dem Dorfgemeinschaftshaus unterhaltsame Musik, unter anderem mit dem Stück „Der Mai ist gekommen“. Für die Kinder gab es eine Hüpfburg, für Essen und Trinken war ebenfalls gesorgt. Auf dem Amtshof in Bissendorf drängten sich die Besucher um den Maibaum und die zahlreichen Stände mit ihrem reichhaltigen Angebot an Essen und Getränken. „Auch in diesem Jahr feiert die IBK (Interessengemeinschaft Bissendorfer Kaufleute) wieder in Zusammenarbeit und unter großer Mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr Bissendorf/Scherenbostel das Maibaumaufstellen“, berichtete Katharina Sauer vom IBK-Vorstand. Für beste Stimmung auf dem Amtshof sorgte auch Livemusik. Der Männergesangverein (MGV) Brelingen von 1888 organisiert jedes Jahr den 1. Mai in Brelingen. „Der Maibaum wurde früher an anderer Stelle im Ort aufgestellt“, erinnerte sich 1. MGV-Vorsitzender Heinz-Georg Runge. „Wir sind jetzt zum fünften Mal hier neben der Brelinger Mitte.“ Pünktlich zum Baumaufstellen fuhr der Posaunenchor mit einem Treckergespann vor und spielte auf. Anschließend unterhielt der Männergesangverein die Besucher mit fröhlichen Mailiedern. Die CDU Mellendorf-Gailhof hatte zum traditionellen „Tanz um den Maibaum“ eingeladen. Jessica Borgas und Rudi Ringe hatten das Fest auf dem Hof der Mellendorfer Familie Bruns organisiert. „Natürlich haben wir auch wieder an die Kinder gedacht. Ich freue mich, dass wir in diesem Jahr erneut Frau Wockenfuß aus Gailhof mit ihren Ponys begrüßen können. Außerdem werden wir zum ersten Mal Kinderschminken anbieten“, erklärte Jessica Borgas, während die Shetty-Stute „Greta“ auf der großen Wiese mit den jüngsten Gästen ihre Runden drehte. „In diesem Jahr organisiert die Dorfgemeinschaft das Maibaumaufstellen auf der Bürgerwiese“, so der Vorsitzende des Traditionsvereins in Negenborn. „Wir bieten unseren Gästen Kaffee, Kuchen, Bratwurst und Getränke mit Sitzplätzen im Freien und unter dem Zelt. Ortsbürgermeister Peter Reuter hielt die Maiansprache. Zum Abschluss seiner Rede über das Thema „Maibaumtradition in Mitteleuropa“ zitierte er Heinrich Heine mit dem Maigedicht „Es ist heute der 1. Mai… Es ist heute ein schöner Tag.“ In diesem Jahr feierte Resse sein 20-jähriges Maibaumfest – in Kooperation mit dem Fanfarenzug Resse von 1992 e. V. und dem Heidegasthof Löns. Das Fest begann mit einem ökumenischen Gottesdienst im Ortskern ,,Altes Dorf", anschließend wurde der Maibaum mit einem Kranz geschmückt. Der Verein Bürger für Resse hatte einen Infostand aufgebaut, die Kinder vergnügten sich auf einer Hüpfburg und auch für Essen und Trinken war gut gesorgt. „Unser befreundetes Fanfarencorps aus Altgarbsen besucht uns heute und unterstützt uns musikalisch“, berichtete Hans Henning, Vorsitzender des Fanfarenzugs Resse. In Wiechendorf fand am Maifeiertag das alljährliche Hähnewettkrähen statt. Sieger wurde ein Zwerg Welsumer Hahn (siehe Bericht in dieser Ausgabe). Die Ursprünge des Maibaumbrauchtums sind immer noch ungeklärt. Die Wikinger hatten einen Thorsbaum, den sie in der Nacht zum 1. Mai aufstellten. Dies war ein „zwei Mann hoher“ geschmückter Pfahl. Ebenso verehrten die Germanen Waldgottheiten, denen sie in verschiedenen Baumriten huldigten. Sogar Menhire, Obelisken bis hin zum schamanischen Symbolen im eurasischen und amerikanischen Raum werden als Kultpfähle im Zusammenhang mit Maibäumen betrachtet. Weitere Informationen über das Brauchtum des Maibaumaufstellens bietet die Internetseite www.maibaum-verein.de.